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Krümels Reiseträume

(46 Einträge)

Fahrrad-Meer
266 mal angesehen
19.10.2007, 11.08 Uhr

Paris – die neue Fahrradmetropole?

Bis jetzt galt ja Amsterdam als die Stadt der Fahrräder. Von Paris konnte man das bisher nicht wirklich behaupten. Ich war ja selbst schon zwei Mal da, aber damals waren kaum Fahrräder unterwegs, was mich bei der Auto-Fahrweise der Pariser auch nicht weiter verwunderte.

Heute kam allerdings ein Bericht im Bayerischen Fernsehen, in dem es darum ging, dass Paris die Zahl seiner Fahrradfahrer erhöhen möchte und dafür seit Juli diesen Jahres Tausende von Leihfahrrädern den Einwohnern und Touristen zur Verfügung stellt. Diese heißen „Vélib“, was für Velo libre also „freies Fahrrad“ steht.

Wenn man diese Fahrräder leihen möchte, so muss man sich zuerst an einem der über 1000 Service-Stationen eine Vélib-Karte besorgen. Diese kostet für einen Tag einen Euro, für eine Woche 5 Euro und für ein ganzes Jahr nur noch 29 Euro. Dann kann man sich eigentlich auch schon aufs Fahrrad schwingen. Aber man muss wissen, dass nur die erste halbe Stunde der Fahrradnutzung kostenfrei ist. Eine weitere halbe Stunde kostet schon 1 Euro, die zweite halbe Stunde danach (also nach einer Stunde) kostet noch einmal 2 Euro, und nach der dritten halben Stunde kostet jede halbe Stunde zusätzlich 4 Euro. Bei längeren Fahrradausflügen kann das also durchaus ein teurer Spaß werden. Aber wer nur schnell von A nach B will und zum Beispiel nicht die Metro oder das Auto nehmen mag, ist durchaus gut damit bedient. Zum Schluss gibt man sein Fahrrad einfach wieder bei der nächstgelegenen Service-Station ab.

Das Leihsystem wird von den Parisern übrigens gut angenommen und hat in Paris einen wahren Fahrradboom ausgelöst. Selbst langjährige Autofahrer sollen sich wieder auf den Drahtesel schwingen. Das mag vor allem damit zu tun haben, dass man als Fahrradfahrer erheblich schneller durch die Stadt kommt als mit dem Auto. Damit die Radler aber nicht zu sehr durch den anderen Verkehr gefährdet werden, wurden in den letzten Jahren viele neue Radwege gebaut, und sie dürfen außerdem die Bus- und Taxispuren mitbenutzen. Wobei... sich den Weg mit Pariser Taxis teilen zu müssen ist vielleicht doch nicht ganz ungefährlich .

In den nächsten 10 Jahren möchte Paris mit diesem System den Autoverkehr um 40 reduzieren. Ob die Stadt damit aber Amsterdam als Fahrradmetropole den Rang abläuft bleibt jedoch abzuwarten...

Infos gibt es hier [www.br-online.de] und hier [www.en.velib.paris.fr]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

27.09.2007 10:32 Theremin
hallo krümel,

das ist echt eine tolle sache! habs vor 2 wochen selbst ausprobiert, funktioniert bis auf ein paar kinderkrankheiten wirklich gut. Z. Bsp. hat man ein kleines Problem, wenn die Station an der man das Rad abgeben möchte, schon komplett belegt ist. dann muss man sich eine andere station suchen und dann kanns eng werden, wenn man unter 30 min. bleiben will. aber na ja, das kriegen die auch noch hin. auf jeden fall ist einfach wunderschön in paris mit dem rad zu fahren - aber lieber nachts, wenn die straßen etwas ruhiger sind
das bezahlsystem ist auch denkbar einfach. jetzt müssen die pariser nur noch fahrrad fahren lernen...

viele grüße
theremin
27.09.2007 18:37 kruemel
hallo theremin, das ist ja super, dass hier gleich jemand seinen senf dazu geben kann, der es schon selbst ausprobiert hat.

Und wenn die Pariser schon kein Auto fahren können, wieso soll es denn mit dem Fahrrad fahren besser sein
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