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Nun im 4. Jahr als Imker und e...

Meine Erfahrungen über das Jahr (82 Einträge)

440 mal angesehen
10.06.2012, 07.15 Uhr

Honigernte abgebrochen, Koffer gepackt, ab nach Alaska

Am Samstag, den 02.06. wollte ich nach einer arbeitsreichen Woche Honig schleudern. Deshalb hatte ich bereits am Vorabend alles dafür hergerichtet und nochmal alles gründlich gereinigt. Am Samstag bin ich dann mal sehr früh aufgestanden und haben bis gegen 9 Uhr alle Honigwaben entnommen, zuvor Spritzprobe gemacht (war alles im grünen Bereich), anschließend habe ich dann mit der Schleuderung begonnen. Nach dem ich die ersten 8 Waben durch hatte, und bereits die nächsten entdeckelt, kam mir dies alles etwas spanisch vor, der Honig floss aus zuvor komplett verdeckelten Waben nach der Entdeckelung auf dem Wabenbock aus den Waben.
Eine Kontrolle mit dem Refraktometer brachte schnell das böse Erwachen, der Honig hatte knapp 20% Wasser, der geschleuderte war bei 18,5 %. Also habe ich dann alles abgebrochen. Waben wieder auf die Beuten zurückgebracht und den bereits ausgeschleuderten Honig wieder in einer Futterschale an die Bienen zurück verfüttert. Nun ja, 6 Stunden Arbeit für die Katz. Ich dachte mir "ihr lieben Kleinen könnte mich mal sonst wo, ich verlasse euch nun für 3 Wochen". Ich hoffe danach sieht es dann besser aus habe allen Völkern noch leere Rähmchen zugegeben, da nun ja gerade die Robinie (ver)blüht und jetzt wahrscheinlich gerade die Linde blüht. Wird halt dieses Jahr ein Misch Honig....

Ich habe mich nun nach Alaska "abgesetzt" und genieße hier mal die Flora und Fauna. Bin gerade in Fairbanks, kurz vor dem Nordpool, morgen werde ich dann da mal hin fahren...
Heute traf ich einen Imker hier in Fairbanks, der erzählte mir von riesigen wilden Flächen mit Fireweed. Bei uns heißt die Pflanze schmalblättrige Weidenröschen (Chamerion angustifolium), habe ich bei uns auch schon gesehen. Hier wächst es aber in Massen und bringt pro Hektar bis zu 400 kg Honig. Er erzählte mir, dass viele hier Probleme mit der europäischen Faulbrut haben und die Varoa keine Rolle spielt. Bei genauen Nachfragen erklärte er mir dies. Hier in Alaska sind die Winter wohl so lange, dass die Bienen diesen nur selten und meist sehr geschwächt überstehen. Ausflüge zur Reinigung sind fast nie möglich und der Winter beginnt bereits Anfang Oktober und endet Mitte April, Nachtfröste sind aber bis Ende Mai möglich, teilweise dann noch bis -10 Grad. Der Löwenzahn blüht gerade und der Frühling ist hier gerade.

Deshalb werden hier die Bienenvölker jedes Frühjahr komplett neu gekauft und aus den Südstaaten eingeführt. Dort gibt es Händler, die sich auf die Imker hier eingestellt haben und für diese die Bienenvölker produzieren.

Also werden im Mai neue Bienenvölker gekauft, die im Herbst dann größtenteils eingehen, aber in den Sommermonaten den Fireweedhoney produzieren. Er versucht nur sehr starke Völker durch den Winter zu bekommen, dies fängt aber schon damit an, dass er die Beuten im tiefen Schnee teilweise nicht findet, der Schnee lag letzten Winter gut 2m hoch und da ist dann Schnee schippen angesagt, sonst sind die Bienen unter einer sehr dicken Scheedecke verschwunden und ersticken wohl? Wenn ich dies richtig verstanden habe. Wir haben lange erzählt und er hat mir ein Kostprobe mitgegeben, die können wir nun auf der Weiterreise verspeisen.

Grüße aus dem Land der Bären, Moses, Steinadler und riesigen Bergen (Mt. Mc Kinley mit seinen 6.125 m) war sogar zu sehen, was sehr selten der Fall ist, wegen der Wolken.
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MahlitzerBiogarten

MahlitzerBiogarten

Alter: 46 Jahre,
aus Schollene/Düsseldorf
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Kommentare

11.06.2012 14:18 Katalin
alaska...wow!!! genieße es
12.06.2012 17:57 Bienenfreund
Oh Mann, klingt nach Abenteuer
Alaska-Honig, das wäre es
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