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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: birgitH  / pixelio.de
82 mal angesehen
12.06.2012, 19.37 Uhr

Schmutzige Jobs

Ich glaube ich hatte es schon mal in irgendeinem meiner Blogeinträge erwähnt, dass ich „Dirty Jobs“ vom Discovery Channel zu gern mal im deutschen Fernsehen sehen würde. Fragt mich jetzt bitte nicht mehr welcher Eintrag das war, das sind jetzt schon so viele . Und bis heute ist es so, dass die Folgen nicht im normalen Fernsehen, also nur über Pay-TV laufen. Beziehungsweise, das lief mal eine Zeit lang auf DMAX, wurde dann aber wieder eingestellt. Umso größer war meine Freude, dass die Sender doch einige der Videos online gestellt haben. Und deswegen muss ich euch darauf einfach mal aufmerksam machen.

Für alle, die noch nicht wissen, worum es jetzt eigentlich geht: Mike Rowe arbeitet in jeder Sendung für genau einen Tag in einem Job, den kaum ein anderer machen will. Sei es weil sie gefährlich, schmutzig oder wahnsinnig anstrengend sind. Er begleitet dabei die Menschen, die diese Arbeit jeden Tag machen und muss dann selber rein ins Getümmel. Sei es als Kanalarbeiter, Hochseefischer, Müllmann, Stahlarbeiter, Bergmann… und die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Inzwischen läuft bereits die x-te Staffel auf dem Discovery Channel, das bedeutet dass Mike sich schon bei über 200 Jobs die Hände (und meistens noch viel mehr!) schmutzig gemacht hat.

Ich geb’s ja ehrlich zu, ich liebe diese Sendung vor allem weil sie – ähnlich wie bei diesen Homevideosendungen früher – diesen Schadenfreude-Reflex bedient. Wenn dieser Typ da also durch Sch... watet, und sich dabei fast übergibt, er von Würmern oder Schlangen gebissen wird oder einfach nur entsetzt schaut, was da jetzt auf ihn zukommt, dann ist das mal einfach nur zum wegschmeißen komisch. Ich schäme mich auch ganz furchtbar dafür, aber wenn ich das so sehe, dann schütte ich mich manchmal regelrecht aus vor Lachen. Mike ist dabei aber immer authentisch und selbstironisch, und er hat dafür wirklich meinen Respekt, dass er das immer so gnadenlos durchzieht - na gut dafür wird er bezahlt, aber ich würde aufs Geld verzichten und mich vom Acker machen, ganz ehrlich!

So ganz nebenbei lernt man natürlich auch etwas über die Arbeitsplätze und die Menschen dahinter. Man merkt erst einmal, wie viel Anstrengung und Schweiß es kostet, dass in unserem Leben alles so reibungslos läuft. Dass, wir sauberes Wasser haben und die aufs Klo gehen können, dass wir Fisch essen oder Strom aus unseren Steckdosen kommt, um nur mal ein paar ganz wenige Beispiele zu nennen. Und davon bekommen wir meistens überhaupt nichts mit! Man darf ja nicht vergessen, es gibt Leute, die machen das jeden einzelnen Tag und sind sich nicht zu fein, um sich schmutzig zu machen oder hart körperlich zu arbeiten.

Mike Rowe hat auch eine Kampagne ins Leben gerufen, um dafür zu sorgen, dass „einfache Arbeit“ wieder mehr in der Gesellschaft anerkannt wird. Zumeist hat man ja in den Augen der anderen irgendwas falsch gemacht, wenn man solche Jobs machen „muss“. Als gute Jobs werden ja eher die im Büro angesehen, für die man am besten einen Studienabschluss braucht. Doch Rowe sagt, dass das dazu führt, dass es immer weniger Menschen Berufe wie Elektriker oder Klempner oder Bauarbeiter ausüben wollen. Dazu braucht es vielleicht kein Studienwissen, aber nichtsdestotrotz Erfahrung und Können. Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob das auch für Deutschland zutrifft. In Amerika soll es laut seiner Aussage so sein, dass die Infrastruktur dort immer maroder wird, weil ausgebildete und fähige Arbeiter fehlen. Brücken oder Abwassersysteme sind nicht mehr richtig gewartet. Also ein wichtiger Aufruf, diese Berufe wieder ernst zu nehmen und körperliche Arbeit nicht abzuwerten oder herunterzuspielen.

Ich freu mich trotzdem vor allem über die witzigen Szenen *gnihihi*.

[www.dmax.de]
[dsc.discovery.com]

Foto: birgitH / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

13.06.2012 11:39 Paradiesgarten
Im Handwerk kann man ja auch seinen Meister machen, und ggf. später sich selbständig machen und eigene Leute einstellen. Dann kann man auch mehr Geld verdienen. Also kein Grund auf solche Berufe abschätzig zu schauen.
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