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Krümels Reiseträume

(46 Einträge)

Connemara Irland 02 Schaf-Idylle
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19.10.2007, 11.08 Uhr

Von Connemara nach Achill Island

Da ich so davon geschwärmt habe, möchte ich euch ein paar Informationen zu dieser Gegend nicht vorenthalten, die sich ganz im Westen Irlands nördlich von Galway erstreckt.

Es ist ein raues Fleckchen Erde. Karg und stürmisch. Die sattgrüne typische Hügellandschaft Irlands sucht man hier vergeblich. Aber wer gerne das Gefühl hat, am Ende der Welt zu sein und es mit keinem teilen zu müssen, der ist hier an der richtigen Stelle.

Bevor man losfährt sollte man noch wissen, dass dort viele Verkehrsschilder nur noch auf Gälisch ausgezeichnet sind. Eine gälisch/englische Karte oder einigermaßen gute Englischkenntnisse, um nach dem Weg zu fragen, sind also vonnöten. Allerdings sind die Iren so nett, dass sie den Touristen auch mit Händen und Füßen weiterhelfen. Wer gern wissen möchte, wie gälisch eigentlich klingt - es ist eine nach meinem Empfinden eher kehlige und harte Sprache - hat hier im Westen auch gute Chancen noch einen „Muttersprachler“ zu treffen. Im Rest des Landes sind gerade bei der jungen Bevölkerung nur noch ein paar minimale Schulkenntnisse vorhanden, so dass man dort das gesprochene Gälisch eigentlich nie zu hören bekommt - mal abgesehen von Fàilte! (Willkommen!) oder Slàinte! (Prost!).

Auf unserer Fahrt von Galway aus Richtung Norden ließen wir uns fast ausschließlich an der schroffen Küste entlang treiben, die auch von einigen sehr schönen Sandstränden unterbrochen wird. Wir passierten zwar Sehenswürdigkeiten wie die Connemara-Ponyzucht in Clifden oder das Besucherzentrum des Connemara National Parks in Letterfrack, ließen sie aber aus Zeitmangel ausfallen. Nach meinen Informationen bietet das Besucherzentrum umfangreiche Informationen und Lehrwanderungen an. Im Nationalpark selbst gibt es aber auch genügend markierte Naturpfade, um selbst die Heidelandschaften, Hochmoore und Felsgebiete zu erkunden.

Kurz erwähnen möchte ich noch das kleine Örtchen Westport. Es ist an sich ein unspektakuläres, typisch irisches Städtchen. Aber im Stadtzentrum gibt es ein Pub, das einem Mitglied der Chieftains gehört. Die bekannte irische Band soll sich dort wohl auch öfters blicken lassen - kein Wunder, dass es dort jeden Abend (leider) ziemlich überfüllt ist.

Achill Island ist die größte Insel Irlands und bequem über eine Brücke zu erreichen. Der Weg dorthin wird begleitet von dramatischen Klippen und fantastischen Ausblicken. Autofahrer haben es hier wirklich schwer. An der Spitze der Insel befindet sich auch eine wunderschöne und einsame kleine Bucht. Übrigens verbrachte Heinrich Böll hier über 30 Jahre lang seinen Urlaub – der Stoff für sein berühmtes „Irisches Tagebuch“.

In den Hängen des Slievemore-Berge liegen außerdem die Ruinen eines kleinen Dorfes. Sie erzählen eine traurige Geschichte, denn der Ort wurde während der großen Hungersnot zwischen 1845 und 1851 verlassen. Zu dieser Zeit vernichtete die Kartoffelfäule komplette Ernten. Man muss dazu sagen, dass die Britischen Besatzer die fruchtbarsten Gebiete im Osten des Landes besetzten und die irischen Bauern in den kargen Westen ausweichen mussten. Dort gedieh einzig und allein die Kartoffel gut und der Ernteausfall über mehrere Jahre führte in die Katastrophe. Mindestens eine Millionen Menschen starben und weitere 1,5 Millionen wanderten in ihrer Not in die ganze Welt aus. So wildromantisch diese Gegend für also auch erscheinen mag, so hart war das Leben für ihre Einwohner.

Weitere Informationen über Irlands Westen könnt Ihr hier finden: [www.irelandwest.ie]
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kruemel

kruemel

Alter: 37 Jahre,
aus Südhessen
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