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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto: http://www.soundofheimat.de
307 mal angesehen
26.09.2012, 13.13 Uhr

Filmtipp: Sound of Heimat

Zur so genannten „Volksmusik“ haben die meisten Deutschen ja eher ein gespaltenes Verhältnis. Dabei rede ich noch nicht mal vom Musikantenstadl und seinem volkstümlichen Liedgut, sondern wirklich von unseren ganz ureigenen, deutschen Volksliedern. Irgendwie haben die doch sehr mit einem altbackenen Image zu kämpfen und sind uns sogar peinlich. Das merkt man erst so richtig, wenn man im Ausland mit verschiedensten Nationalitäten in Berührung kommt, die alle stolz auf ihre Traditionen sind und problemlos mindestens eins ihrer Lieder schmettern können. Als Deutscher vor allem im jüngeren Alter sieht’s da eher mau aus.

Diese Feststellung hat auch der neuseeländische Musiker Hayden Chisholm gemacht, der in Köln sein Studium absolvierte und inzwischen zu den bekanntesten Avantgarde-Jazz-Musikern in Deutschland gehört. Und er fragte sich, warum die Deutschen ein so spezielles Verhältnis zu ihren eigenen musikalischen Traditionen haben. So begab er sich auf eine Reise durch ganz Deutschland, um dieser Frage ganz unvoreingenommen auf den Grund zu gehen.

Er traf dabei natürlich Musikgruppen und Sänger, die unser traditionelles Liedgut bewahren. Zum Beispiel besucht Hayden die Kölner Kneipe „Weißer Holunder“, in der original kölsches Liedgut zelebriert und gesungen wird. Im Allgäu lernt er natürlich Jodeln und hört im Norden plattdeutsche Volkslieder. Aber er trifft ebenso Musiker, die die Volksmusik neuinterpretieren und weiterentwickeln. Darunter Christoph Lambertz und David Saam, die in Bamberg den „Antistadl“ veranstalten oder auch die Rockmusikerin Bobo aus Sachsen-Anhalt, die alte Volkslieder neu vertont.

Natürlich geht es nicht nur um die reine Musik. Unser Liedgut ist ja auch immer mit unserer Geschichte und unserer Kultur verknüpft. So wirft der Film einen Blick darauf wie wir in der Vergangenheit damit umgegangen sind. Zeitzeugen kommen zu Wort die Berichten, wie Volkslieder im 3. Reich missbraucht wurden, oder wie bestimmte Volkslieder in der DDR verboten wurden. Dies trägt sicherlich zu unserem gespaltenen Verhältnis mit der Volksmusik bei.

Am Ende geht es dem Film jedoch vor allem darum zu zeigen, wie reich unsere Musik von Köln bis ins Erzgebirge und vom Allgäu bis Flensburg ist. Er will Berührungsängste abbauen und ist „eine unmittelbare Einladung an jeden Zuschauer mitzusingen sowie die Lieder und Melodien, die wir fast vergessen hätten, wiederzuentdecken.“ (Zitat: Pressetext [www.soundofheimat.de)] „Sound of Heimat“ kann man sich ab dem 27.09.2012 in den deutschen Kinos anschauen.

Hier noch ein Beitrag von ttt – titel thesen temperamente, der wirklich Lust aufs Anschauen macht: [www.ardmediathek.de]

[www.soundofheimat.de]
[www.daserste.de]
[www.mdr.de]
[www.jazzthing.de]
[www.kino-zeit.de]

Foto: [www.soundofheimat.de]
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

27.09.2012 08:57 Paradiesgarten

Erinnert mich an die kleine Mundorgel von früher...
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