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Das Leben eines Krümels

(548 Einträge)

Foto:  Petra Bork  / pixelio.de
170 mal angesehen
24.10.2012, 10.48 Uhr

Faire Rosen

Ich weiß es ist nicht so richtig Rosenzeit, ist doch der Valentinstag noch ein Stückchen hin (ich geb‘s zu der Artikel ist in den tiefen meines Computers ein wenig versackt und ich wollte nicht bis zum nächsten Valentinstag warten*lacht*). Jedoch lohnt es sich ja eigentlich das ganze Jahr über dem oder der Liebsten die Blumen der Liebe als kleine Aufmerksamkeit mitzubringen. Doch Rosen mal eben vom Discounter mitzunehmen ist keine gute Idee.

Denn die meisten Rosen werden in Kenia, Uganda, Ecuador oder den Phillippinen hergestellt. Die Arbeitsbedingungen sind dort kaum vorstellbar. Vor allem der Einsatz von hochgiftigen Pestiziden ist ein Problem. Es gibt kaum gute Arbeitsschutzkleidung, so dass die Gifte direkt bis zur Haut vordringen. Direkt nebenan ernten Frauen komplett ohne jeglichen Schutz die Rosen. Das alles führt zu Lungenkrankheiten, Exzemen, Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit. Die Arbeiter bekommen dafür gerade 30 Dollar pro Monat. Das reicht gerade so, um das Essen zu bezahlen – für Kleidung, Hygieneartikel, Medikamente oder gar ein Haus bleibt da nichts übrig.

Selbst die Floristen in Deutschland haben unter so hergestellten Blumen zu leiden. Die Pestizide verschlimmern die durch Nässe und Dreck verursachten Hautkrankheiten. Auch Asthma und Allergien sind weit verbreitet. Die Floristenbranche nimmt bei den gemeldeten Berufskrankheiten innerhalb des Einzelhandels eine Spitzenposition ein. Wobei Pestizide als Ursache für die Krankheiten nicht offiziell anerkannt sind, weil Studien fehlen. Betroffene geben aber an, dass sich die Beschwerden im Winter verschlimmern, nämlich dann wenn der Anteil von stark gespritzten Blumen aus dem Ausland zunimmt. Dass die Pestizide zwischen dem Laden und dem eigenen Wohnzimmer nicht plötzlich verdunsten, dürfte auch klar sein.

Wenn man ganz sicher keine Pestizide haben möchte, ist es wohl die beste Idee die Blumen saisonnah vom Bio-Hofladen zu besorgen. Von April bis Oktober dürften auch Blumenbeete (okay, dann meist mit anderen Blumen) zum Selberpflücken wohl eine gute Alternative darstellen. Das freut die Anbieter und Gärtnereien in der eigenen Umgebung. Bei hiesigen Gärtnereien kann man auf „Das Grüne Zertifikat“ achten, unter dem sich die Betriebe nach bestimmten Umweltrichtlinien richten. Dazu gehört der entsprechende Einsatz von Dünger, Wasser, Energie, Abfallvermeidung etc.

Wer solche Möglichkeiten nicht in der Nähe hat, und auch im Winter zum Valentinstag Rosen haben möchte, der sollte beim Blumenkauf auf das Fairtrade oder das FLP-Siegel achten. Diese zahlen ihren Mitarbeitern Löhne, von denen sie leben können, es werden Arbeitzschutzmaßnahmen getroffen, oft gibt es zusätzliche Projekte, die das Leben in der Gemeinde verbessern (wie den Bau von Kindergärten oder Krankenhäusern). Auch hier werden übrigens Pestizide gesprüht, das lässt sich beim Treibhausanbau nicht vermeiden. Aber die Arbeitzschutzkleidungen sind angemessen, sehr schädliche Pestizide dürfen nicht eingesetzt werden, andere Arbeiter dürfen erst Stunden nach dem Einsatz wieder ins Treibhaus.

Also Augen auf beim Blumenkauf! Es reicht ja schon, nicht gedankenverloren einfach nach dem Billigsten zu greifen, was einem vor die Füße fällt

[www.ndr.de]
[www.geo.de]
[www.utopia.de]
[www.oeko-fair.de]
[www.oeko-fair.de]
[oekotest.de]
[www.fairflowers.de]
[www.fairtrade-deutschland.de]
Prosieben hat eine Fairtrade-Rosenplantage besucht: [www.prosieben.de]

Foto: Petra Bork / pixelio.de
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

25.10.2012 12:16 Paradiesgarten
Wie ich schon mal irgendwo erwähnt hatte, musste eine Freundin von mir aus allergischen Gründen ihren Blumenladen aufgeben.
Spricht für sich !
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