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Los Angeles
209 mal angesehen
19.10.2007, 11.08 Uhr

California dreaming

Zugegeben: Es war eine schöne Zeit, dieser Monat, den ich bei meiner Freundin Andrea in Los Angeles verbrachte. Sie studierte für ein Jahr am Santa Monica College und schlug die Einladung in die Stadt der Schönen und Reichen nicht aus. Warum auch? Ich reise zu gern, bin sehr neugierig auf Menschen, trotz nerviger Filme mit Protagonisten, die neben einem makellosen Zahnpasta-Lächeln auch noch den makellosen Körper gepachtet haben, war und ist es eine Metropole, die einige der interessantesten Künstler und Filme hervorgebracht hat. Keine Frage: ich packte meine Sachen!

Was mich erwartete war eine seltsame Mischung aus Faszination und Abscheu. Die Menschen waren alle auf den ersten Blick sehr freundlich (sie schienen neben dem Sonnenschein noch das Glück gepachtet zu haben), trotzdem traute ich dem ewigen und überschwenglichen „So great to meet you!“ nicht. Kaum ein grantelnder Mensch, ungewohnt und komisch. Ich fühlte mich erstmal mit meiner Art eindeutig als Europäerin.

Wenig anfangen konnte ich auch mit der Stadt, die für mich wie ein Moloch mit übereinander laufenden, achtspurigen Autobahnen schien. Vielleicht sollte man in den Sprachgebrauch wirklich den Begriff Moloch für diese Super-Cities einführen. Denn Städte sind für mich irgendwie erkundbar und charakterlich homogen, ohne dass man zwanghaft ein Auto dafür haben muss.

So war ich dann auch auf meine Freundin und ihre Bekannten angewiesen, wenn ich etwas sehen oder erleben wollte. Ein „Tasche packen und los“ war nicht möglich. Zu groß waren die Distanzen, zu groß die Gefahr, aus Unkenntnis in eine schräge Gegend abzubiegen. Wie gerne hätte ich wie in anderen Großstädten einfach Straßen und Läden erkundet.

Im Kleinen war es die Mentalität der Leute, die mich manchmal überraschte. Einmal holten meine Freundin und ich ein Video aus der nahe gelegenen Videothek. Entfernung: ca. 30 Meter bis zur Ampel, dort vielleicht noch zehn Meter bis zum Laden. Kommentar von Freunden, die an diesem Abend eingeladen waren: „Warum habt Ihr denn nicht den Wagen genommen?!“.

Ich konnte leider nicht anders, dieses Fremdeln ging nicht weg. Andere Ausflüge dort begeisterten mich total. Ich verliebte mich beispielsweise sofort in San Francisco. Ein Traum. Aber die Filmstadt? So konnte ich auch nicht anders, als ich an meinem letzten Abend gefragt wurde „What did you like the most about L.A?“ ein ehrliches „San Francisco“ zu antworten.
offline

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Kommentare

28.05.2007 15:21 wovo
Moloch, da stimme ich zu.... ich hatte dort mal dienstlich zu tun und nur einen "freien" Tag dort, den ich mit einm Kollegen dann - ich hatte bezüglich der Stadt gar keine "Ideen" - in den Universal Studios verbrachte..... .
Ich errinner mich noch, wie ich mich verfuhr (von der Autovermietung irgendwo anders rausgekommen als gedacnt) , ich anhielt um mich zu orientieren - und aus unserem 2. Wagen hinter uns ein Kollege vorschoss und - ganz hektisch - zum sofortigen Aufbruch drängte : "Hier kann man doch nicht halten, das ist lebensgefährlich ..... hmmmm.
San Fransico, ja, das war schööööööööööööööööön
28.05.2007 16:21 kruemel
Ein Freund von uns lebte ein paar Jahre in der Nähe von San Francisco. Leider haben wir es während dieser Zeit aus finanziellen Gründen nicht geschafft, dorthin zu fahren. Aber schon allein die Fotos waren toll!

Zum Thema Autofahren: Spazieren gehen kennen die dort auch nicht. Entweder man rennt (sportlich) oder man nimmt gefälligst das Auto. Bei einem Spaziergang unseres Freundes mit seiner Mutter hielt ein Cop neben ihnen und fragte die beiden ob alles okay sei und, ob sie denn Hilfe bräuchten so zu Fuß unterwegs. Er ließ sich kaum abschütteln und konnte es nicht fassen das normale Menschen einfach so in der Gegend herumliefen...
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