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Chronobiologie: Jede Zeitumstellung bringt innere Uhr durcheinander
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24.10.2007, 21.25 Uhr

Chronobiologie: Jede Zeitumstellung bringt innere Uhr durcheinander

Sommerzeit und Winterzeit: Rund ein Viertel der Weltbevölkerung muss zweimal im Jahr die Uhr um eine Stunde verstellen. Die rein gesellschaftliche Übereinkunft der Zeitveränderung spiegelt aber weder eine biologische noch eine umweltbedingte Notwendigkeit wider. Ein Forscherteam um Professor Till Roenneberg an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konnte jetzt zeigen, dass diese Umstellungen drastischere Auswirkungen haben als bislang vermutet. Die innere Uhr lässt bestimmte Verhaltensweisen des Menschen und viele Prozesse im Körper in Zyklen ablaufen. Dieser genetisch vorgegebene Mechanismus synchronisiert sich dabei mit der Umwelt - das Sonnenlicht ist der wichtigste "Zeitgeber". Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Current Biology" berichten, unterbricht die Zeitumstellung abrupt die Anpassung der inneren Uhr an die jahreszeitlich bedingte Varianz des Tag-Nacht-Wechsels und erlaubt ihr im Herbst erst viel zu spät diese wieder aufzunehmen. "Das Argument, bei der Zeitumstellung handle es sich 'nur' um eine Stunde, trügt", so Roenneberg. "Wir waren selbst überrascht, wie stark die Effekte sind. Es ist durchaus denkbar, dass die Zeitumstellung langfristig weit größere Auswirkungen hat als bisher geglaubt."

Die innere Uhr passt sich mit Hilfe des Tageslichts an den 24-Stunden-Rhythmus der Umwelt an. Dieses so genannte Entrainment ist außerordentlich exakt. Besonders wichtig ist dabei die Dämmerung, also der Wechsel von Tag und Nacht. Unser Schlafverhalten passt sich sogar dem zeitlichen Fortgang der Dämmerung von Osten nach Westen innerhalb einer Zeitzone an. Für ihre aktuellen Untersuchungen nutzten die Forscher Daten, die sie von rund 55.000 Menschen in einer großen Fragebogenaktion erhalten hatten. "Die innere Uhr passt sich auch genau an die saisonalen Veränderungen der Morgendämmerung an", berichtet Roenneberg. "Im Winter ist sie auf spät, im Sommer auf früh gestellt. Diese minutiöse Anpassung wird jedoch durch die Zeitumstellung empfindlich gestört." Ihre Ergebnisse auf Populationsebene erhärten die Forscher durch eine zweite, experimentelle Studie, bei der sie das Schlafverhalten sowie die Aktivität von 50 Personen acht Wochen rund um beide Zeitumstellungen untersuchten. "Es zeigte sich, dass die Anpassung der inneren an die Umstellung der sozialen Uhr im Herbst kaum Probleme macht. Die innere Uhr macht zu diesem Zeitpunkt einen großen Sprung nach hinten, da die letzten Monate der Sommerzeit sie daran hinderten, sich an die später werdende Morgendämmerung anzupassen und es ihr ehedem leicht fällt, sich zu verzögern", so Roenneberg. "Sehr viel schwieriger dagegen ist die Anpassung an die Sommerzeit im Frühjahr."

(....) weiter gehts bei [idw-online.de]

Luise Dirscherl, Referat Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München
24.10.2007
offline

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Kommentare

25.10.2007 13:46 bienenno
Da wäre es doch am Besten,die ganze Umstellerei wird aufgegeben.Ich hatte mal gehört,die Umstellung kostet mehr als sie einspart.Bienenno
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