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Die Tücken des Alltags

(44 Einträge)

Bahnreisen
114 mal angesehen
01.11.2007, 17.14 Uhr

Gleise und Generve

Setze meine Tücken-Reihe fort mit meinen Bahn-Erlebnissen der jüngsten Zeit. Mag ja sein, dass ich inzwischen etwas wunderlich werde, aber erzähle mir keiner mehr, mit der Bahn zu fahren wäre doch so herrlich bequem. Man setzt sich, so heißt es fröhlich, in der eigenen Stadt A (mitten drin - im Gegensatz zum außerhalb gelegenen Flughafen), in den Zug und kommt nach Stunden entspannten Lesens oder erquicklichen Geplauders mit dem Nachbarn in der Stadt B (wieder mitten drin) an. Außerdem, so heisst es weiter, könne man sich bei den Fernzügen doch ein feines - von Alfons Schuhbeck! kreiertes Essen gönnen, was für ein Service. Heißt es! Und was war tatsächlich? Bei meiner vorletzten Reise von München nach Frankfurt: schwerer Koffer, im ICE kein Fleckchen mehr, an dem man ihn hätte deponieren können - außer über den Köpfen der Fahrgäste. Verrate mir mal einer, wie ich mit meinen stattlichen 1 Meter 60 das Ding da hochwuchten soll? Ohne dass ich das Leben der Mitreisenden gefährde? Ja sicher, irgendwo findet sich immer ein netter Mensch, der kräftig mit anpackt. Blöd nur, wenn sich viele nicht so Kräftige auf ein paar Kofferschlepper verlassen müssen. Und weil sie das nicht wollen, wuchten sie ihr Gepäck auf den Nachbarsitz, oder auf den Gang, oder in die Nischen vor den Behinderten-Sitzen. Und von wegen gemütlich Essen: Der Speisewagen ist nur noch Bistro - eher Stehkneipe - selbst auf den wenigen Sitz-Plätzen wurde nicht serviert - Personalausfall. Ein einsamer gestresster Bahn-Bistro-Service-Bediensteter hatte am Kiosk alle Hände voll zu tun und ich balancierte meine Gulaschsuppe zum Platz und hatte noch Glück, dass ich die Terrine gerade noch heil an den Tisch brachte. Erquickliches Geplauder? Bistro voll von grölenden Pilstrinkern und zum Lesen keine Ruhe. Vom Streik der Lokomotiv-Führer will ich jetzt gar nicht reden - der bescherte mir bei meiner allerletzten (leider notwendigen) Reise ein zehnmaliges Umsteigen vom Ruhrgebiet bis München. Ich halte Inlandsflüge für Körperverletzung - aber wie soll ich zukünftig reisen? Mein Chef bezahlt mir keine 1. Klasse - wenn das denn wirklich was bringt. Ich hab mir gedacht, in nehme in Zukunft nur noch Termine an, zu denen ich mit dem Rad fahren kann....
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Philine

Philine

Alter: 63 Jahre,
aus Schönau

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Kommentare

01.11.2007 17:59 kruemel
*lach* Wieso kommt mir das so dunkel bekannt vor?
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