Zur mobilen Version wechseln »

Auf Achse!

(6 Einträge)

Lisa Gerrard
307 mal angesehen
05.11.2007, 17.30 Uhr

Lisa Gerrard en koncert

Gestern zog es mich in den Herkulessaal, um Lisa Gerrard zu hören. Lisa wer? Sie war Anfang der 80er Jahre eine Hälfte des Duos „Dead Can Dance“ und haben damals einen schwer einzuordnenden Mix aus Folk, Gothic, Klassikklängen hingelegt. Jetzt ist die Dame seit längerem solo unterwegs und sahnt Preise für ihre Filmusik ab („Gladiator“, „Whale Rider“).

Und wie kam ich auf sie? Es war meine Anfangszeit in Budapest, wo ich keine Menschenseele kannte, und bevor ich mir vor Einsamkeit die Augen ausheule, gehe ich los und unternehme etwas. Ich schnappte mir dort ein „Pesti Est“ (Pester Abend), ein kostenloses Veranstaltungsmagazin, und fand auf einer Seite einen Film, der kostenlos im tibetischen Zentrum gezeigt wurde. Ich ging hin, sah „Baraka“ und blieb an der Musik des Films hängen. Eben Lisa Gerrard.

Als ich nun im Münchner „Pesti Est“, dem „In-München“, die Konzertankündigung sah, war mir klar, dass die Dame nicht mehr so oft auf Tour kommen wird, und es sicher spannend wäre, hinzugehen.

Das war es auch: Vom bebrillten Intellektuellen zum Gothic-Jünger, von der Sekretärin zum Heavy-Metaller, selten war ein Publikum vom Stil, aber auch vom Alter her gemischt (in meiner Reihe saßen zwei Pärchen – eines war in den frühen Zwanzigern, die anderen schätzte ich auf 70, 80. Außerdem war ich den ganzen Abend versucht, den Mann vor mir anzutippen, und zu fragen „Sind Sie Wovo?“.

Als das Konzert losging betrat eine Lady in Seidenrobe die Bühne, mit elegant-hochgesteckten Haaren und einer Distanz zum Publikum, die erst zur Mitte des Abends hin brach. Bis dahin sang sie unterstützt von zwei Synthesizern (anders kriegt man den Bombastsound nicht hin) perfekt und mit einer Stimme, die dem Publikum den Atem verschlug.

Erst langsam taute sie auf, scherzte mit ihren Musikerkollegen und wies passend zum Lied aus dem Film „Baraka“ (der die Probleme unserer Welt thematisiert) auf die Zerstörung unseres Planeten hin.

Fazit: Vielen wäre das Konzert zu ruhig gewesen, aber wer ruhige, einprägsame Melodien mag, dem wird ein Lisa-Gerrard-Konzert ein Genuss sein!
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

05.11.2007 21:29 Bienenfreund
Warum lese ich diese richtig gute Konzertkritik nicht in der Süddeutschen Zeitung? Oder steht sie morgen drin?
06.11.2007 09:00 Katalin
Bienenfreund schrieb:

Warum lese ich diese richtig gute Konzertkritik nicht in der Süddeutschen Zeitung? Oder steht sie morgen drin?


hmm, glaube, dieses glück habe ich nicht

aber tausend dank ))))
24.11.2007 00:00 Monsieur
Bonsoir Katalin, schön dich kennen zu lernen. bin fast 40 Jahre und höre dcd seit anfang 80 (war gerade mal in der Pubertät!). Habe noch edliche Lps, Sie zu sehen Live in Köln im philarmonie (94) war einfach götlich... meine Eltern machten damals sich sorgen um mich, unser sohn hört depri muke, mon dieu! wir bringen ihn zum Psychater, so geht es einfach nicht weiter! Wir drehten mit meiner Klicke private videos inspirierte von this mortail coil, cocteau twins, divine comedy...ect... abgefahrene videos (war einfach ne geile zeit!). Bin heute papa und glücklich, habe ne führende Position in der Sterne Gastronomie und bin Seelich kern gesund... bin und bleibe in Lisa verliebt, bitte nicht weiter erzählen A+ et merci gilles
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Zum Seitenanfang