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Die Tücken des Alltags

(44 Einträge)

Selbst püriert
176 mal angesehen
16.11.2007, 14.36 Uhr

Kinder und Küche

Ich bin ja nun nicht so richtig der Hausfrauen-Typ. Um ehrlich zu sein, das ganze häusliche Gewirtschafte geht mir ziemlich auf die Nerven. Aber ich bemühe mich um eine ausgewogene Ernährung, um frische Zubereitung der Speisen, d.h. es wird möglichst 1 x am Tag mindestens warm gekocht, ich kümmere mich um einen kleinen aber feinen Balkon in der Stadt, und auf dem Land, wo ein Teil der Familie immer noch lebt, gartle ich ganz gern mal ein bisschen. Aber damit muss es genug sein mit dem züchtigen Walten einer Hausfrau. Das ändert sich schlagartig, wenn ich Besuch bekomme von meinen Neffen. Neffe 1 ist 10, schrecklich wichtig, da soeben vom Tormann der D-Jugend zum Mittelstürmer "aufgestiegen", Neffe 2 ist 7, ständig in Bewegung und ständig am Reden. Immer, wenn sie bei mir sind oder ich bei ihnen, nehme ich mir vor, sie mit gesundem Essen zu verwöhnen. Nun bin ich nicht so blauäugig zu glauben, Kinder in diesem Alter würden beim Anblick eines liebevoll angerichteten Brokkoli in Entzückensschreie ausbrechen. Aber vergangenes Wochenende haben Neffe 1 und 2 den Vogel abgeschossen. Ich habe alles so schön vorbereitet: eine richtig gute selbst gemachte Suppe, frisch pürrierten Kartoffelbrei mit Schatzsuche-Einlage (kleine Schinkenstücke und Gemüseteilchen), meine berühmten Hühnerbrüstchen vom Bauernmarkt, liebevoll und zeitaufwändig zubereitet, als Nachtisch eine fein geschlagene Apfel-Creme (Rezept von meiner Mutter). Ich lasse mal alles weg, was vom Auftragen der Gerichte bis zum Abend alles passiert ist. Hier nur das Ergebnis: Neffe 1 nahm eine Gabelspitze Pürree zu sich, Neffe 2 hatte überhaupt keine Zeit zum Essen, weil sein Seelenheil davon abhing, dass er so ein Lego-Bionicle-Teil zusammenbaute. Und als sich bei Neffe 1 dann doch spät der Hunger meldete, verdrückte er 6 Teller einer mehr oder weniger Fertig-Suppe (ich sag`s jetzt nicht genau, was es war..), bis Neffe 2 das Mitleid übermannte und er sich zu einer aufgewärmten Variante meines kunstvollen Essens entschloss. Ich schwankte zwischen Wut und Erschöpfung und weiß aber trotzdem: Beim nächsten Mal koche ich wieder, und diesmal etwas ganz Besonderes......
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Philine

Philine

Alter: 62 Jahre,
aus Schönau
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Kommentare

16.11.2007 21:35 gammi70
Lasss den Kopf nicht hängen: mir geht es mit meinen drei kids jeden Tag so....
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