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Auf Achse!

(6 Einträge)

Moya Brennan Moya Brennan 2
350 mal angesehen
29.11.2007, 12.34 Uhr

Moya gab sich die Ehre

Ich hatte Glück dass kurz nach Lisa Gerrard eine weitere beeindruckende Sängerin sich in München die Ehre gab. Es war Moya Brennan (eigentlich: Maire Brennan), die in der Georg-Elser-Halle aufspielte und zuerst einmal bei mir für Unmut sorgte. Warum? Nun, etliche Wochen vorher fand ich ein unauffälliges Konzertplakat, das das erste Live-Event der irischen Folklegende Clannad seit Jahren ankündigte. Und als ich den Konzertsaal betrat, war es klar, dass nur die Sängerin spielen wird, da nun ein „The Voice of Clannad“ zu lesen war.

Nochmals kurz etwas zu Clannad: Die Band kann man neben den Dubliners als die Urkombo des populären Irish Folk bezeichnet werden. Und wie fand ich zu ihnen? Ich war 15, als ich in einem Münchener Weltmusikladen einkaufte, und eine Platte (gutes altes Vinyl!) mit einem unscheinbaren Titelbild kaufte. Es war „Fuaim“ und darauf zu hören waren gälische Lieder der Isle of Man, die im restlichen Irland eher unbekannt waren. Ich war froh, dieses „Juwel“ gefunden zu haben, obwohl es meiner Coolness in den Teenagerjahren sicher besser getan hätte, eine Boyband anzuhimmeln.

Clannad (vom irischen „Clan“ für „Familie“) ist eine Band, die aus fünf Geschwistern (vier Brüdern und einer Schwester) besteht. Interessant ist, wie sehr ihre Musik zu Beginn von den Iren misstrauisch beäugt wurde, war ja gälisch eher eine Sprache, die für die sozial Schwachen stand, und deswegen im irischen Entertainment nicht ohne Naserümpfen genutzt wurde. Während sie auf dem europäischen Festland für Konzerte gut gebucht waren, traten sie in Irland selbst eher in kleineren Pubs auf.

Die Wende zum Erfolg, und auch zum größeren irischen Selbstbewusstsein hinsichtlich ihrer keltischen Sprache, war ein Lied, das sie 1982 für einen BBC-Film aufnahmen, der den nordirischen Konflikt behandelte und weltweit Erfolg hatte. „Harrys Game“ war das erste selbst geschriebene Stück der Geschwister Brennan und U2-Sänger Bono erzählte, dass er, als er es zum ersten Mal im Radio hörte, eine Vollbremsung auf einer Landstraße hinlegte, so bewegt war er. Erwähnenswert für Clannad wäre noch, dass sie die großen Geschwister von Enya, der esoterisch angehauchten Sängerin sind, die mit „Orinoco Flow“, „Time Flies“ und „May It Be“, dem Titelsong zu „Herr der Ringe I“, weltweit Erfolge verbuchen konnte.

Also ohne die Brüder stand Moya Brennan dann vergangene Woche auf der Konzertbühne und versprach den Besuchern, eigene, neue Stücke, aber auch viele Klassiker von Clannad zu singen. Mein leicht verärgertes Brummen verschwand schnell: Sie sang nicht nur perfekt (und das bei einer leisen Stimme, der ich wenig Konzertkompetenz zugesprochen hätte), sondern war so herzlich im Umgang mit ihren Musikern und dem Publikum, dass das Konzert perfekt war. So perfekt, dass wir nach den zweimaligen Zugaben immer noch hofften, dass Moya noch mal auf die Bühne kommt.

Für den, der wissen will, wie ihre Musik klingt, habe ich hier ein paar Stücke:

„Harrys Game“:

[de.youtube.com]


Ein Stück von Moya:

[vidsearch.myspace.com]
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Kommentare

29.11.2007 13:29 wovo
ooooohhhhh ... ganz neidvoll guck.... hmmmm, die höre ich doch so gerne

Im letzten Jahr war sie in Frankfurt - aber da stand da Konzert unter "Weihnachtlichem" Hintergrund (fand auch in einer Kirche statt).... das war denn nichts für mich.
Aber ein "normales" Konzert, ja, da würde ich gerne mal hin
29.11.2007 16:23 kruemel
Jaja, die Iren scheinen gerne familienweise Musik zu machen .

Gälisch ist in Irland auch nicht viel "hipper" geworden als damals, scheint es mir (im Ausland durchaus!). Obwohl es noch in einigen westlichen Teilen noch gesprochen wird und es auch im Rest Irlands nicht mehr so negativ behaftet ist, ist es wohl trotzdem eher so ein Thema, was man in der Schule durchnimmt und lernen muss, aber das wars dann auch schon. Zumindest war das bei den Leuten so, die ich kennengelernt habe. Aber die eine Professorin im Studium (die war damals gerade 26!!!) die konnte noch fließend Gälisch, weil sie damit aufgewachsen ist. Ihre Eltern waren Akademiker, die darauf Wert legten die irische Kultur zu wahren. War immer sehr spannend ihr zuzuhören, wenn sie alte irische Gedichte vorlas!

Harrys Game ist ja wirklich total bekannt, hab ich schon oft gehört und drüber nachgedacht, von wem das wohl ist! Mal schauen, vielleicht Moya ja auch mal hier in die Nähe...
29.11.2007 16:24 Katalin
kruemel schrieb:

Harrys Game ist ja wirklich total bekannt, hab ich schon oft gehört und drüber nachgedacht, von wem das wohl ist! Mal schauen, vielleicht Moya ja auch mal hier in die Nähe...


Au ja Kruemel, und dann gehen wir zusammen hin
29.11.2007 16:27 kruemel
Na aber hallo! Gerne!
29.11.2007 19:20 wovo
So'n Pech für Kruemel.... sie war GESTERN in Mainz, ganz in Deiner Nähe.
Aber ich nehme an, das war, wie im vergangen Jahr, ein Weihnachtskonzert

komisch.... München steht gar nicht auf Ihrer Liste auf Ihrer Hompage ... oder ist Mainz ausgefallen ?
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