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04.12.2007, 20.06 Uhr

Die Zuchtrasse „Buckfast“

Einzigartig an der Zuchtrasse Buckfast ist die gezielte Kombination wirtschaftlich wertvoller Eigenschaften verschiedener einstiger Naturrassen. Hierzu zählen die Fruchtbarkeit der Ligustica, der Brutrhythmus der dunklen Biene und zum Teil der Mazedonier, die Schwarmträgheit und Sanftmut der einstigen Mazedonier, die Vitalität der Anatolier. Aber auch etliche, für viele Imker wichtige, Kleinigkeiten wie z. B. die geringe Neigung Wirrbau zu errichten sowie die verhaltene Anwendung von Propolis, welche einer Neukombination mit der einstigen ägyptischen Biene entspringt, sind wichtige Eigenschaften. Die typische Buckfastbiene macht vom Aussehen her in der Regel einen lederbraunen Eindruck, jedoch mit leichten Abweichungen. Sie ist sehr sanftmütig und ruhig im Umgang, ohne jede Verfolgungswut, unterhält das ganze Jahr über starke und vitale Kolonien ohne Krankheitsanzeichen und zeigt eine große Brutleistung. Auf letzterer gründet ihr enormes Regenerationsvermögen nach schwieriger Zeit, eine Eigenschaft die keine andere Biene in dieser Form besitzt. Während der Schwarmzeit brütet sie ungeachtet eventuell auftretender Schwarmstimmung weiter. Die Verdeckelung der Honigwaben ist hell, der Wabenbau gerade und weitestgehend ohne Wirrbau. Die Buckfastbiene lagert den Honig auch in der fortgeschrittenen Bienensaison brutraumfern und problemlos in unbebrütete Waben (ohne Umhängen). Sie ermöglicht hierdurch eine strikte Trennung von Brutwaben und Honigwaben. Altwachs im Brutraum und Neuwachs in den Honigräumen, eine geradezu lebenswichtige Maßnahme für Berufsimker welche rückstandsfreie Bienenprodukte ernten müssen. Die hohe Wachsleistung erübrigt den Zukauf von rückstandfreiem Bienenwachs. Die reine Buckfast bringt hohe Erträge, sowohl aus der Frühtracht, als auch aus der Sommer- und Spättracht. Berufsimker leben in der Regel vom Honigverkauf. Als Nachteil wurde in der Vergangenheit oft der um etwa 5 kg höhere Winterfutterverbrauch gegenüber der reinen Carnica zitiert, bedingt durch das differenzierte Frühjahrsbrutverhalten und der größeren Überwinterungsstärke. Falsch ist hingegen die weitverbreitete Auffassung, die Buckfast würde zum Durchbrüten im Spätherbst / Winter neigen. Zwei Drittel unserer Völker (nahezu alle Reinzuchten) sind Anfang Oktober bei deren Umweiselung völlig brutfrei.
Eine Beurteilung von Körpermerkmalen ist nicht vorgesehen und, wie die Erfahrungen der Vergangenheit lehrten, nicht notwendig. Die Kontrolle der Rassenzugehörigkeit erfolgt indirekt über die Anpaarungsgegebenheiten. Eine Festlegung auf bestimmte Körpermerkmale, welche oft gefordert wird, würde einem selbst auferlegten Korsett gleichkommen, welches jede weitere Neukombination und damit Weiterentwicklung unnötig behindern würde.
Warum wir auch weiterhin Kombinationszucht betreiben
Überwiegend arbeiten wir mit reinen Buckfastlinien. Parallel sind die Weiterentwicklung und die ständige Anpassung an neue Gegebenheiten mittels Kombinationszucht für mich unverzichtbar. Bleibende Ergebnisse wurden gegenüber dem Urstamm erzielt in der Frühtrachttauglichkeit, der Winterfestigkeit und dem Brutrhythmus. Derzeit gilt die größte Anstrengung einer Verbesserung der Varroatoleranz. Teilerfolge wurden in der externen wissenschaftlichen Prüfung (Überlebenstests auf Unije 2000 bis 2002, Büchler und Mitarbeiter) bestätigt. Weitere Fortschritte sind zwischenzeitlich mit den 2001 begonnenen Primorskikreuzungen und deren Kombinationen erzielt worden und geben Anlass berechtigter Hoffnungen. Unsere Auslesepraxis bleibt dabei pragmatisch und wird dem neuesten Erkenntnisstand immer angepasst. Das gleiche gilt auch für die Methodik der angewandten Zuchtverfahren, etwa im Hinblick auf neuere Erkenntnisse der Populationsgenetik bei Honigbienen, welche progressiv aufbauend in unsere Arbeitsweise einfließen.
In der Kombinationszucht gilt der Ausspruch Br. Adams von 1982: „Annäherungen (zum Zuchtziel hin) führen zu weiteren Annäherungen...“. Die erwähnte Philosophie des „dynamischen Zuchtverfahrens“ kommt den kreativen Bedürfnissen einer praxisorientierten Zuchtarbeit am ehesten nach. Und sie beinhaltet in höchstem Maß die hierzu unentbehrlichen Freiheiten. Von daher sehe ich in der Kombinationszucht das größte Potential und die bessere Perspektive im Vergleich zu allen anderen Zuchtverfahren.
Paul Jungels
Ewicht Gaass 1A
L-9361 BRANDENBOURG/Lux.
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