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Vase aus Wachs Vase aus Wachs Vase aus Wachs
483 mal angesehen
11.12.2007, 11.13 Uhr

Vase aus Wachs

Wie viele Hände braucht man, um eine Vase herzustellen? Normalerweise zwei. Aber im Falle der Bienenwaben-Vase sind es 40.000 Arbeiterinnen, die in ihrem Bienenstock daran schaffen.

Die Idee einer solchen Vase stammt von Tomás Gabzdil Libertiny, einem jungen Produktdesigner aus der Slowakei. Um die Beziehung zwischen Design und Natur auszudrücken, wählte er Bienenwachs als Material und nahm die Vase als geeignete Form.

„Bienenwachs entsteht aus Blumen (über die Verwertung des Nektars als Energie) und findet Verwendung als Vase, in der die Blumen aufbewahrt werden, bis sie verwelken“, meint Tomás Libertiny, „das ist doch wirklich eine hübsche Geschichte.“

Anfänglich entwarf und goss der Designer die Vasen selbst aus Wachs unter Verwendung einer Gießform. Dann kam ihm der Gedanke, was passieren würde, wenn er die Bienen direkt an dem Entstehungsprozess beteiligen würde. Er schuf einen Hohlraum im Bienenstock, der die Form einer Vase hatte und installierte eine Kamera um den Fortgang zu beobachten. „Die Bienen arbeiteten wie an einem Prototyp von Vase“, sagt er, „langsam, Schicht um Schicht, fügen sie winzige Plättchen von Wachs hinzu“. So haben ihm die Bienen bislang zwölf Originale von Vasen geschaffen. Eine von ihnen war jüngst auf der Mailänder Möbelmesse ausgestellt.

So faszinierend die Vasen sind, werden sie doch kaum die Herstellungsmethoden revolutionieren. Zum einen können sie nur im Zeitraum von April bis Juni erzeugt werden, wenn die Bienen einen reichlich gedeckten Tisch in der blühenden Natur finden. Zum anderen brauchen die Bienen eine Woche für die Herstellung. Und ein Nachteil: die Vasen sind nicht wasserdicht.

Tomás Libertiny dichtet sie ab und ist überzeugt, dass Blumen in ihnen länger halten. Ein Bestandteil von Bienenwachs ist Propolis, und das wirkt antibakteriell und schiebt das Verwelken hinaus. „Das haben wir durch Zufall herausgefunden“, erzählt er, „Wir hatten ein großes Blumenbukett, das wir teilen mussten. Die eine Hälfte steckten wir in eine ganz normale Vase, die andere Hälfte in die Vase aus Wachs. Nach einer Woche sahen wir den Unterschied: waren jene verwelkt, sahen die im Wachs stehenden Blumen noch ganz frisch aus.“

Quelle: Alice Rawsthorn in der New York Times vom 9. Dezember 2007
Übertragung ins Deutsche: Bienenfreund

Copyright des Fotos: Jens Mortensen für die New York Times
Vase: Tomás Gabzdil Libertiny
[www.coroflot.com]
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Schlagwörter

tomás libertiny, vase aus wachs

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Kommentare

11.12.2007 18:04 Bienenalex
Gedanke:
ich füttere die Bienen mit einer 11 l fassenden Waschschüssel in einer Leerzarge. Daneben ist Platz und manchmal bauen sie Hügel und Berge. Wenn man da eine kleine Vase als Aufstiegshilfe zur Waschschüssel hinlegt ... müßte man mal probieren.
11.12.2007 18:11 Bienenfreund
Bienenalex schrieb: Gedanke:
ich füttere die Bienen mit einer 11 l fassenden Waschschüssel in einer Leerzarge. Daneben ist Platz und manchmal bauen sie Hügel und Berge. Wenn man da eine kleine Vase als Aufstiegshilfe zur Waschschüssel hinlegt ... müßte man mal probieren.


Ja, an sowas habe ich auch schon gedacht.
Gerade für die Öffentlichkeitsarbeit könnte man was Spektakuläres brauchen, immer nur Naturbau herzeigen geht schon, aber so eine Vase...
Was ich selber aus dem Text nicht verstehe: wie sieht so eine Vase innen aus?
12.12.2007 16:56 Bienenfreund
Nach weiterem Nachforschen bin ich auf das dritte Foto gestoßen, ganz rechts.

Es zeigt nach meiner Meinung eindeutig, dass der Designer eine Form aus Mittelwänden gebaut hat und den Bienen zum Aus- und Weiterbauen gegeben hat.

Meine Frage wäre aber: wie macht man das? Leere Zarge oben drauf?
Was ist, wenn die Bienen die Vase gleich mit Nektar füllen?

Dann kriegte man eine Honigvase zum Reinbeissen... wenn die MW rückstandsfrei wären
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