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Die Tücken des Alltags

(44 Einträge)

Weihnachten
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18.12.2007, 19.21 Uhr

Traum und Trouble - Weihnachten

Nicht, dass ich jetzt in das wohlfeile Weihnachtsgejammere einsteigen möchte, im Gegenteil: ich möchte jetzt mal über das Jammern jammern. Und frag mich, wie es kommt, dass seit Jahrzehnten die Medien und die Gespräche voll sind von Kritik am Weihnachtsrummel, und trotzdem Jahr für Jahr das selbe Weihnachts-Spiel abläuft. Jammern und mitmachen scheint eins zu sein. Zumindest bei mir und meiner Umgebung. Wir schmähen die frühen Lebkuchen und Nikoläuse - aber irgendeiner muss sie ja wohl im Oktober schon kaufen, sonst wären sie nicht da. In den politischen 70ern war es sowíeso klar, dass wir den Konsumterror verdonnerten - und trotzdem enttäuscht waren, wenn der ausgeguckte Mantel oder die neuen Skier nicht unterm Christbaum lagen. In schöner Regelmäßigkeit taucht alle Jahre wieder die Frage auf, warum keiner mehr weiß, warum Weihnachten eigentlich gefeiert wird. Und wir nehmen uns vor, es dieses Jahr anders zu machen und den Anlass mal wieder zu bedenken. Bis die Kinder nölen und der atheistische Patchwork-Schwager ein energisches Veto einlegt und alles nur peinlich wird. Jedes Jahr denke ich mir, diesmal wird Weihnachten wie damals in der Kindheit: Zum Essen gibt es Wiener Würstl mit Kartoffelsalat, ganz einfach, ganz schnell. Und wir lesen uns Geschichten vor und warten aufs Christkind. Und dann brüte ich über der Nachspeise und schwanke zwischen Mandelcreme und Erdbeer-Granite mit Vanillesahne und von "warten" kann keine Rede sein. Ich krieg`s nicht auf die Reihe: Weihnachten schafft mich. Es ist der Widerspruch in sich... und ich nähre die Hoffnung, er wird sich lösen, wenn Weihnachten mit Ostern zusammenfällt.
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Philine

Philine

Alter: 62 Jahre,
aus Schönau
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