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Königinnenzucht

Wer hat das schon mal so gemacht? (1 Eintrag)

Völker in der Alpenrosentracht Fahrbares Untergestell
4986 mal angesehen
26.12.2007, 01.30 Uhr

Königinnenzucht

Hallo Züchterkolleginnen und Kollegen
Habt ihr euch auch schon ob der mageren Ausbeute in der Anzucht von Königinnen verwundert? Darüber habe ich mir Gedanken gemacht und die Zucht im Anbrüteverfahren modifiziert. Die Verweildauer der frisch umgebetteten Larven beträgt bei mir nur noch max. 8 Stk. Das habe ich mit Erfolg die letzten zwei Jahre duch getestet. Die Ausbeute ist massiv gestiegen, die Freude ist gross! Ich ermuntere euch das ebenso zu versuchen. Folgend eine Beschreibung des Ablaufes:

Königinnenzucht


Dem Züchter der diese Anleitung zur Hand nimmt möchte ich vorab einige Tipps mit auf den Weg geben. Um körperlich einwandfreie Königinnen zu züchten ist grösste Sorgfalt am Platz. Die wichtigsten Tiere in der Imkerei sollen nicht einfach planlos und schnell zwischendurch erzeugt werden. Die Genetik ist neben der körperlichen Qualität natürlich die Hauptsache. Was für eine Zeitverschwendung wenn nicht von den besten Tieren die man bekommen kann nachgezüchtet wird! In der Regel ist das Beste Material nicht auf dem eigenen Bienenstand zu finden. Zuchtgruppen sind dazu da geeignetes Material zur Verfügung zu stellen.

Weiter gilt:

Exaktheit beim Züchten ist das A und O!!
Handgelenkmass ist hier am falschen Platz!!
Stoffauswahl, der erste Schritt zum Erfolg!
Es soll nur von bestem Material gezogen werden!
Zuchtgruppen oder erfahrene Züchter mit Zugriff zu geeignetem Material anfragen!
Der Aufwand soll sich lohnen, wenn zwei Züchter zusammen Arbeiten ist der Gesamtaufwand kleiner und der Erfolg grösser!
Der Züchter beeinflusst in grossem Masse durch seine Arbeit den Begattungserfolg!

Wichtig: Die Altersangaben in dieser Beschreibung können sich auf das Alter ab Eiablage der Königin im Stoffvolk oder ab Umlarvdatum beziehen!
Der jeweils gültige Bezug ist vermerkt.

Viel Spass und Erfolg wünscht,
Markus Lussi
Zuchtgruppenleiter Carnica Luzern, Königinnenzuchtkursleiter VDRB


 Anbrüter erstellen. Den Anbrütekasten brauche ich hier nicht im Detail zu erklären. Grundsätzlich ist es ein Kasten für 4-5 Waben, es können dies Halbrahmen oder Ganzrahmen sein, welcher eine ausreichende Belüftung aufweist (ganzer Boden mit Lüftung ausgerüstet). Wichtiger sind die Waben mit denen er bestückt wird. Wir benötigen: zwei Pollenwaben, eine Futterwabe mit frischem und offenem Honig und eine Wasserwabe. Die Wasserwabe erstellen wir uns aus einer Wabe die total leere Zellen aufweist. Die Wabe wird beidseitig mit handwarmem Wasser gefüllt. Der Anbrüter kann ja nicht fliegen und sich das Wasser für das Brutgeschäft nicht holen. Dies müssen wir dem Anbrüter unbedingt beigeben. Die benötigten Waben werden am besten ein paar Tage vor Zuchtbeginn aus den Völkern entnommen. Dadurch verhindern wir, dass nachzuchtfähiges Material in den Waben vorhanden ist (Eier, Larven). Ein solchermassen bestückter Kasten wird nun mit Bienen vom eingeengten Erziehervolk bevölkert. Wir müssen unbedingt einengen, hier wird ja später ein Zuchtrahmen mit einem Teil der im Anbrüter angezogenen Zellen zur Weiterpflege eingesetzt. Die Bienendichte pro Wabe muss hoch, sehr hoch sein! Ein Volk das eine Zucht pflegt wird nie während der Zucht schwärmen. Das Wichtigste sind die Bienen! Wir entnehmen nur aus einem sehr starken bis überstarken Volk einen Anbrüter. Das Einhängen von schlüpfenden Brutwaben im Honigraum kann bei ungenügender Stärke in kurzer Zeit, 5-10 Tage, die erforderliche Stärke bringen. Diese Brutwaben dürfen nur über dem Absperrgitter gegeben werden, so dass diese vor Zuchtbeginn, nach dem Schlupf der Bienen, brutfrei entnommen werden können. Nachdem der Anbrüterspender/Endpfleger eingerichtet wurde, Königin abgesperrt und offene Brut für die Aufnahme des Zuchtrahmens bereitgestellt, wird von den abgesperrten Brutwaben 1’000gr. bis 1’300gr. Bienen in den Anbrütekasten gegeben. Nur Bienen ab Brutwaben abwischen, wir müssen mindestens 6-7 Brutwaben absperren. Wenn wir zuwenig eingeengt haben, kriegen wir diese Menge Bienen nicht zusammen!! Durch das Einengen steigt die Bienendichte pro Wabe! Der Anbrüter kann problemlos mit Bienen aus zwei Völkern gebildet werden.
 Bienenmenge. Beim Abfüllen des Anbrüters die Bienen wägen, denn zu viele oder zu wenig Bienen schaden dem Wärmehaushalt. Vor allem aber werden nicht genügend Arbeiterinnen im richtigen Alter für die Abgabe des Weiselfuttersaftes zur Verfügung stehen wenn der Anbrüter zu mager erstellt wird. Das Ziel ist Qualität, wir dürfen hier auf keinen Fall „sparen“. Es geht ja ohnehin nichts verloren, alle Bienen werden dem Spendervolk zurückgegeben. Für das Abfüllen der Apidea-Begattungseinheiten verwendet man z. B. einen 180g Joghurtbecher oder ähnlichen kleinen Behälter. Pro Begattungseinheit braucht es 100-110g Bienen, besser sind gute 100g wie weniger, hier lohnt das Sparen nicht. Die Apidea dürfen aber auch nicht übervölkert sein, es wird dringend empfohlen die jeweilige Bienenmenge pro Apidea mit einer günstig zu erstehenden elektronischen Waage zu wägen.
 Umlarven Das ist nicht so einfach, mit ein wenig Übung aber auch keine Hexerei. Die Larve muss immer von der gewölbten Seite her gefasst werden. Die Larve muss im Weiselbecher in derselben Lage wie in der ursprünglichen Zelle, zu liegen kommen. Das Überdrehen der Larve ist der sichere Tod dieser Larve. Der umgelarvte Zuchtstoff muss, wenn er nicht gleich in den Anbrüter gegeben wird, mit einem feuchten Tuch abgedeckt werden. Solchermassen vorbereiteter Zuchtstoff kann ca. 3 Stunden ohne Qualitätseinbusse transportiert werden. Wichtig ist, den Zuchtstoff feucht und kühl zu halten. Tiefere Temperatur verlangsamt die Entwicklung der Larve, dadurch nimmt sie keinen Schaden über diese Zeit! Wer mit dem Jenter arbeitet, muss sich an die Empfehlungen die beim Kauf mitgeliefert werden, halten. Der Anbrütekasten wird bei ca. 20°C - 22°C in einen total verdunkelten Raum gestellt. Der Anbrüter kann auch transportiert und mit dem Zuchtstoff beim Stofflieferanten beschickt werden. Wichtig ist die Wartezeit, wir müssen darauf achten den Stoff nach 7-10 Stunden Wartezeit seit dem Erstellen des Anbrüters zu geben. Beim Transport eines Anbrüters auf ausreichende Belüftung und Kühlung achten. Eine Fütterung ist nicht zwingend notwendig, wer füttert soll nur mit wenig Wasser verdünnten Honig verwenden.
 Zuchtstoff Es kommt nur Zuchtstoff aus einwandfreien, gekörten Völkern in Frage. Jeder Fehlgriff wäre fatal und alle Arbeit und Bemühung umsonst. Ziel ist, den Bienenbestand markant zu verbessern, in aller Regel finden wir die geeigneten Zuchttiere nicht im eigenen Bestand. Die Zuchtgruppe Carnica Luzern ist besorgt geeigneten Zuchtstoff zu beschaffen und zur Verfügung zu stellen. Es kommen auch Import-Königinnen von Bieneninstituten in Frage, die Herkunft muss erstklassig sein, z.B. Bieneninstitut Mayen oder Celle.
 Wartezeit Zuchteinleitung Unbedingt 7 - 10 Stunden warten, bis der Zuchtstoff in den Anbrüter oder die Zellen aus dem Jenter in das Volk gegeben werden. Das Volk wird sofort mit Aufbrausen reagieren (bleibt es still, ist möglicherweise eine Königin drin) und sich nach ca. 1 Stunde wieder total beruhigen.
Anmerkung für fortgeschrittene Züchter: Wartezeit 15 Stunden und Anbrüten während 7-8 Stunden ergibt eine hohe Ausbeute an angebrüteten Zellen. Der Rhythmus ist ideal, Anbrüter am Vorabend bilden, vor dem Mittag des nächsten Tages Zuchtstoff zugeben, am Abend desselben Tages die angebrüteten Zellen auf die Pflegevölker verteilen. Dieses Vorgehen erfordert starke Anbrüter, besser 1’300gr. Bienen. Wurden sehr junge Larven umgebettet ist nach 7-8 Stunden von blossem Auge der Fortschritt nicht erkennbar. Weiselsaft wurde aber mit Sicherheit verabreicht, Zellen in Endpfleger geben auch wenn diese den Eindruck machen dass noch nicht viel gelaufen ist!
 Verschulen in Erziehervolk Nach 10-12 Stunden wird der Zuchtstoff ins weiselrichtige Pflegevolk (das ganz eng gehalten wird) eingehängt. (die Empfehlung 24 Std. ist überholt, nach dieser Zeit werden bereits wieder angezogene Zellen abgebaut) Wir füttern den Erzieher nur bei ausbleibender Tracht mässig mit verdünntem Blütenhonig (9 Teile Honig + 1-2 Teile Wasser). Das Umhängen des Stoffes nach 10-12 Stunden hat sich in der Praxis gegenüber des bis 24-stündigen Verbleibens im Anbrüter besser bewährt!
 Zellen schützen Am 6en Tag nach dem Umlarven (Königinnenalter ca. 9,5 Tage) müssen die Zellen mit einem Zellschutz versehen werden. Mit diesem Eingriff soll das Entfernen des Absperrgitters verbunden werden, die Königin kann wieder frei legen. Variante ohne Brutschrank: bis zum 14en Tag im Erziehervolk belassen und sofort in die Begattungseinheiten verschulen. Variante mit Brutschrank: am 6en Tag nach dem Umlarven Zellen in den Brutschrank geben.
 Achtung, bei späten Zuchten Vor allem wenn die Tracht im Sommer einsetzt, wird der Brutschrank empfohlen. Starker Bienenflug entvölkert die Brutnester massiv. Die Temperatur sinkt dramatisch tief ab, die Königinnenzellen erkalten, vor allem wenn die Zellen zusätzlich geschützt werden. Ungeschützte Zellen würden sowieso verbaut und dann auch erkalten. Das Thema Brutschrank ist im Sommer wichtiger wie im Frühling. Im Frühling sind die Völker im Aufbau und die Wabengassen voll junger Bienen. Wer nicht über einen Brutschrank verfügt soll die Zellen nicht schützen und dafür sorgen dass die Erziehervölker warm eingedeckt werden (im Sommer sehr wichtig, siehe oben) und bei Tracht verbaute Zellen sofort von überbautem Wachs befreien.
 Wichtig, Sorgfalt mit Zuchtstoff! Zuchtstoff sehr sorgfältig behandeln. Zuchtrahmen muss total mit Bienen behangen sein. Wenn die Zellen am 6en Tag (Königinnenalter 9er bis 10er Tag) nicht mit einem Zellschutz geschützt werden laufen wir Gefahr des Ausräumens bei einem Stimmungsumschwung im Volk. Zudem wird die erste schlüpfende Königin alle ihre Schwestern in den Zellen töten. Denke nicht, dass dir das nie passiert, leicht ist ein Termin zu spät angesetzt, die Königinnen alle dahin! Das frühe Schützen der Königin ermöglicht das Entfernen des Absperrgitters. Das Erziehervolk funktioniert wieder wie vorher, die Königinnenzellen brauchen nur noch Wärme und die richtige Feuchtigkeit. Durch den Einsatz des Brutschrankes kann sofort aus einem zweiten Anbrüter nach der Entnahme der Zellen eine zweite Serie zur Pflege gegeben werden. Dann bleibt das Absperrgitter natürlich an der Stelle wo es ist. Vielfach ist die Pflege der zweiten Serie qualitativ besser als die Erste! Nach der Entnahme der zweiten Zuchtserie wird das Erziehervolk wieder erweitert. Vor diesem Schritt kontrollieren wir alle Waben auf eventuell angezogene Weiselzellen, auch auf den Waben die abgesperrt waren. Eventuell angezogene Zellen werden entfernt. Leicht füttern, damit die Königin wieder zügig weiter Eier legt.. Die Pflegedauer der Weiselzellen im Erziehervolk ist nur ca. 4 Tage, am fünften bis sechsten Tag ab Umlarvtermin kommen die Zellen in den Brutschrank oder werdem ,mit dem Zellenschutz geschützt.. Von diesen fünf oder sechs Tagen waren die zukünftigen Königinnen noch ca. 10-12 Stunden im Anbrüter. Im Erziehervolk wird die Königin während maximal 6 Tagen abgesperrt (bei zwei aufeinanderfolgenden Serien 11-12 Tage).
 Achtung bei Zucht in entweiselten Völkern! Es ist unerlässlich, diese mit einem Königinnenabsperrgitter am Flugloch vor dem Zuflug einer fremden Königin zu schützen! Schon manch wunderbar angesetzte Zucht wurde auf diese Weise zerstört.
 Ab dem 8. Tag kann die Königinnenlarve einige Tage absolut keine Erschütterung ertragen. Wenn die Zellen von der Zuchtlatte entnommen werden, die Bienen nur mit langhaarigem Besen oder besser mit einer Feder abwischen. Der Transport in den Brutschrank ist trotzdem recht unproblematisch wenn folgendes Vorgehen angewendet wird.
 Königinnentransport zum Brutschrank. Die verdeckelten Zellen, das heisst am 6en Tag ab dem Umlarven (9er bis 10er Tag Königinnenalter), werden dem Erziehervolk entnommen und in eine Transportbox eingebettet. Als Transportbox nehmen wir eine isolierende Kühlbox. Die funktionieren wir durch das Einlegen einer oder zwei Bettflaschen in eine Wärmebox um. Das Wasser darf nicht kochen, soll aber ca. 80°C warm sein. Darüber legen wir ein mittelgrosses Badetuch. Dieses legen wir in Falten so über die Bettflaschen, dass die mit dem Zellschutz geschützten Zellen in vertikaler Lage in die Falten gesteckt werden können. Der Abstand zur Wärmeflasche ist dadurch gegeben, die Zellen dürfen nie direkt auf der Bettflasche aufliegen. Ca. 5-10 cm Abstand ist erforderlich. Die Zellen decken wie dann mit einem etwas feuchten aber leichten Tuch ab, so dass nichts verrutschen kann. Die Handprobe ist immer noch das Beste um die Temperatur im Badetuch zu überprüfen. Nicht zu warm, aber auch nicht einfach lauwarm! Die Larven werden durch zu hohe Temperaturen geschädigt, kurzzeitig tiefere Temperatur schadet nicht. Die ganze Einrichtung mit der Isolierbox müssen wir zu Hause in aller Ruhe vorbereiten. Nie darf man im Bienenhaus das vergessene Badetuch einlegen. Dieses wäre dann nicht aufgewärmt, die Zellen könnten Schaden nehmen. Natürlich fällt beim Gebrauch eines Brutschrankes das Zellen schützen mit dem Termin der Zellenentnahme für den Brutschrank zusammen. Wir öffnen das Erziehervolk, entnehmen die Zellen und stecken diese gleich in den Zellschutz und ohne Verzögerung gleich in die Wärmebox. Sobald alle Zellen geerntet wurden nehmen wir ohne Verzögerung den Weg zum Brutschrank unter die Füsse. Das Aufräumen im Bienenhaus kann man nachher besorgen. Auf diese Weise transportierte Zellen unterliegen keiner Beeinträchtigung, vorausgesetzt, dass beim Transport keine starken Erschütterungen auf die Box einwirken. Am besten und sichersten ist es, wenn eine Begleitperson die Box während der Fahrt in den Händen hält.
 Inbetriebnahme des Brutschrankes. Der Brutschrank muss ein paar Tage, ca. eine Woche vor dem Beschicken mit Zellen, genau eingestellt werden. Das eingebaute Thermometer erlaubt eine problemlose Einstellung der erforderlichen Temperatur von 35°C, die Toleranz soll nach oben einreguliert werden, besser 35,3°C. Die Luftfeuchtigkeit soll zwei Tage vor dem Einsetzen der Zellen einreguliert werden. Am besten wird ein kleines Badetuch gut befeuchtet für 12 Stunden eingelegt. Der kleine Wasserbehälter wird nach Entnahme des Tuches eingesetzt, Wasser nur bis zur Hälfte auffüllen. Darauf achten dass der Schwamm eingesetzt ist und genügend weit aus dem Wasser ragt (Oberflächenvergrösserung für problemlose Verdunstung des Wassers.) Es kann normales Leitungswasser verwendet werden. Der Brutschrank soll nach dem Beschicken mit Zellen möglichst nicht mehr geöffnet werden. Wenn ein Öffnen nötig ist soll mit der Innenbeleuchtung die Temperatur wieder erhöht werden, so lange auf den Taster drücken bis die Temperatur wieder steigt.
 Begattungskästchen vorbereiten. Die in dieser Beschreibung angegebenen Werte beziehen sich auf das Apidea Begattungskästchen. Es empfiehlt sich, die Vorbereitung der Begattungskästchen etwa mit dem Start der Zucht gleichzusetzen. Nichts Lästigeres als in letzter Minute Kästchen herzurichten. Die Arbeit soll in guter Qualität und deshalb in Ruhe gemacht werden. Die drei Rähmchen müssen mit einem Leitwachsstreifen von ca. 2cm Länge bestückt werden. Darauf achten dass mit genügend flüssigem Wachs der Streifen angelötet wird. Der Futtertrog wird mit Futterteig bis zum Niveau Bienen-Einstiegsöffnung gefüllt. Es empfiehlt sich Hefefutterteig zu verwenden. Es wird aus seuchenhygienischen Gründen empfohlen keinen Honigfutterteig zu verwenden, Empfehlung des VDRB ab 2006. Die Verschleppung der Faul- und Sauerbrut wäre fatal. Das Königinnenabsperrgitter beim Futtertrog einsetzen. Das Gitter verhindert der Königin den Zutritt zum Futtertrog. Normalerweise bauen die Bienen in Kürze eine Wabe in den Futtertrog. Die Königin wird unweigerlich angezogen, wenn wir die Königin aus dem Käschen nehmen möchten ist diese vielfach im Futterabteil und damit fast nicht zu fassen. Gebrauchte Kästchen mit ausgebauten Wäbchen müssen vor dem Bestücken gereinigt werden. Darauf achten dass das Lüftungsgitter frei ist, verschlossene Löcher mit Zahnstocher öffnen. Die Wäbchen auf ca.2-3cm zurückschneiden und so einsetzen dass die Zelle gesteckt werden kann. Beim Apidea Kästchen ist das Stecken nicht mehr möglich wenn die Ausschnitte für die Zelle nicht an der richtigen Stelle sind. Beim Einsetzen der Kunststoffabdeckung ebenfalls darauf achten dass die Zellöffnung über der Öffnung der Rähmchen zu liegen kommt.
 Kunstschwarm für das Füllen der Begattungseinheiten erstellen. Unbedingt beachten!! Für die Kunstschwarmbildung verwenden wir am besten eine tote Königin im Zusetzer. Von der Verwendung des Bee-Boost wird gewarnt, das auf das Röhrchen eingebrachte Königinnenferomon täuscht eine Königin vor. Die Intensität ist vermutlich zu hoch, so dass anschliessend zugesetzte Königinnen gefährdet werden. Für das Abfüllen der Kästchen werden weder Bienen vom Honigraum entnommen noch von der Fensterwabe abgewischt. Pflegebienen sind auf den Brutwaben zu finden; unbedingt diese Jungbienen zum Abfüllen verwenden. Durch die Qualität der Bienen die wir in die Begattungseinheiten füllen beeinflussen wir die Qualität der Königin und den Begattungserfolg wesentlich. Verwenden wir zu alte Bienen kann die Königin gar nicht wesensgerecht ernährt werden. Junge Bienen sind unbedingt erforderlich, die produzieren sofort den richtigen Futtersaft und sind in der Lage die Wäbchen zu bauen. Zu alte Bienen sterben nach und nach, die Begattungseinheit entvölkert sich, die Königin wird bestimmt schlechterer Qualität sein, sogar ein Totalverlust ist wahrscheinlich.
 Begattungseinheiten bevölkern. Am 14en Tag, spätestens aber am 15en Tag müssen die Königinnezellen in die Begattungseinheiten verschult werden. Der 15e Tag ist bereits risikoreich, je nach Alter des Zuchtstoffes und den Temperaturen während der Entwicklung können die Königinnen bis zu 24 Std. früher schlüpfen. Der Kunstschwarm für die Bevölkerung der Begattungskästchen wird max. 24Std. vor dem Abfüllen erstellt. Die Füllmenge wurde oben bereits beschrieben, es muss genau gearbeitet werden! Die Bienen, werden von unten eingefüllt, für die Auffuhr auf Gebirgsbelegstellen immer die obere Grenze Bienenmenge einfüllen. Bei den Apidea sind das 120gr., sonst 100gr. Bienenmenge am besten mit einer elektronischen Küchenwaage abwägen, es lohnt sich! Das Kästchen wird vor dem Einfüllen der Bienen mit den mit ca. 20mm breiten Leitwachsstreifen versehenen Rähmchen und einer Futterbox gefüllt.

 Wartezeit gefüllte Begattungseinheiten. Die mit Bienen gefüllten Kästchen ca.2-3 Stunden an einem total dunklen Ort bei einer Temperatur von ca. 20-22°C aufstellen. Die Kästchen nicht zu kühl stellen, ein richtig kalter Keller ist nicht der geeignete Ort. Während dieser Zeit wird sich das Miniaturvölkchen der Weisellosigkeit bewusst. Dies ist die Voraussetzung für eine problemlose Annahme gesteckter Königinnenzellen. Ugeschlüpfte Zellen werden sofort von den Bienen besetzt, das heisst die Bienen pflegen die Zelle weiter und erzeugen die erforderliche Temperatur. Dies bedingt, dass sich das Völkchen der Weissellosigkeit bewusst ist und sich auch schon ein wenig in der Begattungseinheit organisieren konnte. Die Regelung der Temperatur und Luftfeuchte ist ein aufwändiger und komplizierter Vorgang der Zeit beansprucht. Es ist unproblematisch abgefüllte Kästchen bis zu 24 Stunden, ohne dass eine Zelle gegeben wird, aufzustellen. Spätestens nach 24 Stunden muss eine Zelle rein oder die Bienen wieder raus!
 Schlupf der Königinnen. Auf diesen Moment haben wir natürlich lange gewartet. Grundsätzlich sollen die Königinnen in den Begattungseinheiten schlüpfen. Alleine die Bienen bieten die erforderliche Pflege für eine frisch geschlüpfte Königin. Die Meinungen gehen auseinander ob es sinnvoll ist, die Königinnen vor dem Zusetzen in die Begattungseinheiten zu begutachten. Der Qualität zuliebe sollen die Königinnen in den Begattungsvölkchen schlüpfen, viele Königinnen werden durch unsachgemässe Handhabung bereits beim Zusetzen ernsthaft gefährdet.
 Zusetzen Königin, Zellen. Bereits geschlüpfte Königinnen besprühen wir mit ein wenig Wasser und lassen diese durch die Öffnung für den Zellenstopfen in das Begattungskästchen einlaufen. Reife Zellen in die Begattungseinheiten stecken und die Kästchen an einen total dunklen Ort mit einer Umgebungstemperatur von ca. 20- maximal 22°C. Kästchen aufstellen. Ab dem errechneten Schlupftermin wird alle 12 Std. eine Schlupfkontrolle durchgeführt. Königinnen die 24 Std. über diesem Termin nicht geschlüpft sind, werden nicht mehr weitergepflegt. Königinnenzelle entnehmen und hinten öffnen, eine mögliche Fehlerquelle lässt sich eventuell feststellen, die Bienen einem Volk auf das Flugbrett kippen. Es macht keinen Sinn zu spät geschloffene Königinnen auf die Belegstelle zu bringend. Diese werden versagen, die Entwicklung zu einer vollwertigen Königin ist nicht gegeben.


 Problembehandlung
 Hitzeschäden im Brutschrank. Wird zu lange mit dem Verschulen geschlüpfter Königinnen zugewartet, werden diese Schaden nehmen. Zum einen wenn kein Futter in den Zellenschutz gegeben wurde, Königinnen ohne Futterversorgung sind nach wenigen Stunden tot. In die kleinen Vertiefungen des Deckels am Nicot Zellenschutz kann wenig Hefefutterteig oder flüssiger Blütenhonig gegeben werden. Die Fläche des Deckels darf nicht mit Futter verschmiert sein sonst laufen wir Gefahr dass sich die Königin verklebt. Zum anderen bedeutet die hohe Temperatur von 35°C Stress, geschlüpfte Königinnen halten diese Temperatur nicht sehr lange ohne Schaden aus. Geschlüpfte Königinnen benötigen nur noch eine Temperatur von 29°C. Zum Aufbeissen der Zelle im Brutschrank braucht es Zeit und viel Energie. Braucht die Königin zu lange um sich aus der Zelle zu befreien kann sie verhungern. Ein weiterer Punkt der für den Schlupf in der Begattungseinheit spricht. Im Begattungskästchen bekommt die schlüpfende Königin noch vor dem eigentlichen Schlupf Futter durch den ersten feinen Schlitz den sie in die Zelle beisst. Die so gepflegte Königin ist selbstverständlich problemlos angenommen.
 Keine Königin sichtbar. Frisch geschlüpfte Königinnen suchen sofort die Zelle wieder auf aus der sie geschlüpft sind, um sich am Rest des Weiselfuttersaftes im Zellenboden zu verproviantieren. Bei der Schlupfkontrolle der Zellen in den Begattungseinheiten ist der Blick in die entnommene geöffnete Zelle obligatorisch. Vielfach halten sich Bienen darin auf um die Zelle vom Rest des Weiselfuttersaftes zu befreien. Ab und zu wird aber die Königin darin sein, fatal also wenn die Zelle einfach achtlos auf die Seite gelegt wird. Die nicht beachtete Königin ist somit verloren ohne dass es der Züchter bemerkte! Beim Schlupf von Königinnen im Brutschrank ist dasselbe zu beachten. Keine Angst also wenn der Zellendeckel offen ist und keine Königin im Zellenschutz herumläuft. Sie ist dann bestimmt in der Zelle am Jungfernmahl.
 Gemeinschaftsarbeit Arbeitsteilung und Vertretung in Abwesenheit, es sind viele Vorteile anzuführen wenn sich zwei Züchter die Arbeit teilen. Dabei entstehen interessante Diskussionen, Anregungen werden ausgetauscht, neue Ideen werden eingebracht. In der Regel werden so auch grössere Serien gezogen. Die Fehlerquelle sinkt weil zwei Züchter gemeinsam die Termine bearbeiten und die Qualität der Zucht durch doppelte Begleitung beeinflussen.
 Permanente Schlupfkontrolle. Wir überprüfen die Begattungseinheiten alle 12 Stunden auf Schlupf der Königinnen. Sollte wie oben beschrieben eine oder mehrere Königinnen nicht schlüpfen, das heisst nach 24 Stunden nachdem der Grossteil aller Anderen geschlüpft sind, werden diese Zellen entnommen und zwecks Analyse hinten geöffnet. Die Bienen dieser Begattungskästchen kippen wir einem Bienenvolk auf das Flugbrett.
 Zeichnen der Königinnen. Die Königinnen werden in aller Regel nach der Auffuhr gezeichnet, das ergibt sich auch aus dem Schlupf der Königinnen in der Begattungseinheit.. Werden Königinnen zwecks Weiterzucht auf A-Belegstellen gebracht empielt es sich die frisch geschlüpften Königinnen vor dem Zusetzen in die Begattungseinheiten zu zeichnen. Ein Verflug der Königinnen auf der Belegstelle ist nicht auszuschliessen, bei Königinnen für die Weiterzucht wäre es fatal auf fremd eingeflogenes Material zu setzen. Die Prozedur des Zeichnens nach dem Schlupf erfordert stete Anwesenheit damit die Königinnen sofort verschult werden können um die oben beschriebenen Pferdefüsse zu umgehen.
 Zweite Zucht im selben Kästchen. Wird ein Kästchen zum 2en Mal für die Auffuhr benutzt, kann problemlos, nachdem im Kästchen eine Zelle angezogen wurde, diese ausgebrochen und durch eine Zuchtzelle ersetzt werden. Dabei ist auf die Drohnenfreiheit zu achten, mit Absperrgitter vor dem Flugloch arbeiten während die Einheiten zu Hause stehen! Die Kästchen können dann, sofort nach Schlupf der Edelzelle, auf die Belegstelle gebracht werden. Dann muss natürlich das Absperrgitter wieder entfernt werden. Auf genügende Verproviantierung achten, vor dem Stecken der Edelzellen den Futtertrog auffüllen.
 Aufstellungsdauer der Begattungseinheit. Wenn Königinnen längere Zeit im Zuchtkästchen aufbewahrt werden, hin und wieder eine Wabe voll Brut entnehmen um dem Schwärmen vorzubeugen. Futtervorrat kontrollieren. Generell soll darauf geachtet werden dass die Königinnen nicht zu früh verwertet werden. Zu junge Königinnen werden von den Empfängervölker schlecht akzeptiert. In Ableger können die Königinnen verschult werden sobald die Brut in den Begattungseinheiten gedeckelt ist. Für die Umweiselung von Standvölkern soll die Jungkönigin mindestens 3 Wochen alt sein. Der ideale Zeitpunkt für das Verwerten einer Königin richtet sich demnach nach dem Verwendungszweck, es spielt eine grosse Rolle wie und wo die Jungkönigin eingesetzt wird.

Wer sich den Beitrag als PDF holen will kann das unter folgendem Link tun:

www.carnica.ch/70-Dokumente/Königinnenzucht_über_Anbrüter_Endpfleger.pdf
offline

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Carnicazuechter

Carnicazuechter

Alter: 61 Jahre,
aus der Schweiz, CH-6034 Inwil
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Schlagwörter

anbrüter, endpfleger, königinnenzucht, umlarven, umweiseln, zucht

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Kommentare

26.12.2007 01:39 Carnicazuechter
Es ist ja Winterzeit. Also Zeit etwas zu lesen, zu studieren. Deshalb ein etwas längerer Beitrag. Ich möchte aber niemanden langweilen, auf keinen Fall. Versucht das mal in der nächsen Saison, die steht ja sozusagen vor der Türe. Oder meldet mir wenn ihr das schon so mal gemacht habt.

Gruss Markus
26.12.2007 16:52 Bienenalex
Uff, ist das viel Text!!
26.12.2007 17:37 Bienenhaus
Ein sehr Interessanter Bericht. Na, da haben wir ja einen echten Experten in Sachen Zucht unter uns. Herzlich Willkommen im Forum Markus.

Beste Grüße

Dieter
26.12.2007 19:02 Carnicazuechter
Hallo Bienenalex

Natürlich ist's viel Text, die Tage sind auch kurz und die Nächte lang. Was macht man denn anderes wie lesen......
Ich kann's für lesefaule Kollegen auch kürzer machen, sozusagen ein Extrakt. Hast du Lust darauf?
26.12.2007 19:10 Carnicazuechter
Salü Bienenhaus

Ist irgendwie komisch mit einem Haus zu kommunizieren, aber ich werde mich daran gewöhnen dass das Haus eher menschlicher Natur ist.
Danke für die Rosen, Experte bin ich in gewissen Bereichen, das darf ich frank und frei auch so in Anspruch nehmen. Ich leite eine der grössten, wenn nicht die grösste Zuchtgruppe in der Schweiz. Die Zuchtgruppe Carnica Luzern habe ich mit einer Hand voll Imkerkolleginnen und Kollegen im 2000 gegründet, nun sind es über 60 Mitglieder. Ich denke, dass ich meine Daten ein bisschen anpassen muss damit das gleich so rüber kommt. Dass ich die Weisheit nicht mit Löffeln fresse, das ist doch jedem klar. Macht vermutlich meinen Ärger kleiner hier über die Fehler die ich so mache zu berichten.
26.12.2007 19:19 Saarschleifenimker
Hallo Züchterkollege,

schöner Bericht.
Hast Du dir mal überlegt, die Zucht komplett ohne Anbrüter zu versuchen ?
Ich finde die Zucht nach Br. Adam sehr durchdacht und arbeite seit Jahren mit gutem Erfolg damit.
Anbrüter finde ich persönlich zu wenig bienengerecht.
26.12.2007 19:25 Carnicazuechter
Hallo Saarschleifenimker
Ich bin offen und möchte das mal studieren. Im Internet gibt's ja eine Menge Vorträge zum Runterladen die Bruder Adam gehalten hat.
==>==> Hast du mir einen speziellen Typ, welche Seite soll ich mir mal anschauen?
26.12.2007 19:43 Bienenhaus
Carnicazuechter schrieb:

Salü Bienenhaus

Ist irgendwie komisch mit einem Haus zu kommunizieren, aber ich werde mich daran gewöhnen dass das Haus eher menschlicher Natur ist.


Ja, wo du recht hast, hast du recht. Mein richtiger Name war bei der Anmeldung nicht mehr frei, was blieb mir anders übrig als mein geliebtes Bienenhaus als Nicknamen zu wählen.

Sozusagen aus der Not heraus geboren.

Herzliche Grüße

Dieter

26.12.2007 20:25 Kaufmann
Salu Carnicazuechter


Hier ist ein Profi am werk mit Zuchtköniginnen

Herzliche Imkergrüsse von Bruno
26.12.2007 20:35 Saarschleifenimker
Ich weiss nicht, wo er darüber referiert hat, ich habe es aus seinem Buch "Meine Betriebsweise" übernommen. Schlag da vielleicht mal nach.
In Kürze geht es so:

Um vollwertige Königinnen zu bekommen werden Pflegevölker erstellt.

Ich nehme von 10 guten Völkern je 1 Brutwabe weg und stelle diese mit 2 Futterwaben in einen Dadantkasten.

Dieser wird nun 10Tg. auf ein starkes Volk mit zweijähriger Königin über Absperrgitter gestellt.

Das bewirkt das alle jetzt noch offene Brutzellen gedeckelt sind und durch den großen Schlupf von Jungbienen das Volk zum Schwärmen (sich vermehren) angeregt wird.

Nach 10 Tg. setze ich das obere Volk auf einen separaten Boden, schaue es auf Weiselzellen durch und schüttle von dem Hauptvolk fast die gesamten Jungbienen vom Brutraum dazu.

Gleichzeitig wird das Volk noch auf Weiselzellen kontrolliert.

Das erstellte Zuchtvolk (eigentlich ein Riesenanbrüter) kommt auf den Platz des alten Volkes und nach 2 Stunden wird belarvt.
Ich habe jetzt einen Anbrüter mit 12 Dadantwaben, aber den Jungbienen von 24 Waben, das heißt, es ist Weiselfuttersaft im Überfluss vorhanden.
Von 50 zugegebenen Larven werden in der Regel 45 angenommen und gepflegt.
Nach dem Verdeckeln kommen sie bei mir in den Brutschrank, und eine zweite Serie kann belarvt werden.
Nach dem Schlupf der Königinnen löse ich das Volk in Begattungsableger auf.
27.12.2007 19:15 ernesto
ernestos Königinnenzucht:
Schon seit Jahren gebe ich mich mit Leidenschaft der Königinnenzucht ab. Um es richtig zu stellen, es ist dies eine Vermehrung von Königinnen. Auch hier kam ich durch das Fotografieren an diese wunderbare Tätigkeit. In einem Bieneninstitut habe ich sporadisch fotografiert und für diese Arbeiten wurde und werde ich mit dort besamten Königinnen honoriert. Es sind dies Königinnen mit erlesenen Eigenschaften.
Als Züchter käme man vielleicht nach Jahren und einer grösseren Anzahl von Völkern auch auf solche Qualität, so aber wurde ich durch Arbeiten von Könnern mit einer Auslese von Königinnen konfrontiert, die jede Kritik standhält.
Nun meine eigentliche Tätigkeit. Früher habe ich nach bekannten Regeln mit Apidea oder anderen Begattungskästchen gearbeitet. Seit Aufkommen der Mini-pus Kästchen, etwa halb so gross wie ein Normalmass-Beute, werden so nun ganzjährig, auch im Winter Königinnen gehalten.
Zu Anfang werden zwar mehr Bienen gebraucht, aber dann gibt es keine nennenswerten Arbeiten, oder weiteres Bienenmaterial. Nach erster Bestückung mit halbtägigen Larven aus dem Volke einer Zuchtmutter erfolgt ohne weiteres zutun die Begattung im eigenen Völckchen. Bei Bedarf an Königinnen ( witterungsbedingt bereits ab April ) werden diese entnommen und nach 2-3 Stunden erneut mit 1 -2 halbtägigen Larven einer Zuchtmutter bestückt. Wenn die oder das Weiselnäpfchen angenommen wurde, zu sehen an den weissen Rändern am Näpfchen, überlässt man wieder alles diesem Völkchen. Ohne dass der Imker seine Finger rührt, gedeihen so Königinnen wie sie die Natur erschaffen läst.Durch diese Arbeitsweise kann mit dem Empfänger der Königin schon vorher der genaue Liefertermin vereinbart werdern.

Nun zur Begattung dieser jungen Königinnen. Schon gebetsmühlenhaft schreibe und rede ich davon, lasst das Ausschneiden der Drohnenwaben.Vornehmlich im Früjahr, denn zu dieser Zeit werden die kräftigsten und vitalsten Drohnen von den Bienen gepflegt.Diese werden auch dringend zu Begattung der jungen Königinnen gebraucht Seit Jahren unterlasse ich das Töten der Drohnen, zwei Drohnenwaben in jedem Volk und noch nie ein Volk an Varroa verloren.
Vorausgegangen ist eine sehr frühe und intensive Behandlung gegen die Varroa.So habe ich gesunde Winterbienen, bei der Winterbehandlung dürfen dann kaum noch MIlben fallen. So entwickeln sich die Milben viel langsamer, weil es nur sehr wenige in den Monaten Januar - Mai sind.
ernesto


27.12.2007 20:21 Carnicazuechter
Hallo Saarschleifenimker

Das von dir beschriebene Verfahren ist praktisch identisch mit der bei uns praktizierten Zucht über den Sammelbrutableger. Ich entdecke, dass vor allem die Magazinimker dieses Verfahren bevorzugen, die Imker mit Hinterbehandlungskästen haben da aus mehr oder weniger verständlichen Gründen mehr Hemmschwellen zu überwinden. Obwohl das natürlich auch in einem Gebilde zusammengestellt aus Brutwaben von Hinterbehandlungskästen funktioniert. Nachteil, dieser kann dann nicht zum Bienenabsaugen aufgesetzt werden.
Ich werde nächstes Jahr diese Variante mal versuchen, ehrlich gesagt, ich habe noch nie einen Sammelbrutableger aus meinen Magazinen erstellt. Ich imkere nach einer Pause von ca. 4 Jahren seit 2 Jahren wieder mit dem Magazin. Meine Völker halte ich zum Teil in CH-Hinterbehandlungskästen und Zander Magazinen.
Frage: Was meinst du, für wieviele Zellen reicht ein Zanderzarge? Sollte man da eher zwei Zargen übereinanderstellen, alle mit frisch gedeckelten oder dem Deckeln nahe Brutwaben?
Ist es möglich die Bienen aus dem Sammelbrutableger, zum Zeitpuntk der Ëntnahme der Weiselzellen, für das Füllen der Begattungseinheiten zu verwenden? Ich imkere in einem Gebiet das keine rassentypische Standbegattung zulässt, ich bin auf eine Belegstelle angewiesen.

Gruss Markus
28.12.2007 11:58 Saarschleifenimker
Hallo Markus,

gerne vertiefe ich dieses tolle Thema mit Dir.
Da es jedoch sehr ausführlich zu werden scheint, schreibe ich Dir bei Gelegenheit eine pm.

Danke

Michael
28.12.2007 18:08 igelstadsbi
Saarschleifenimker schrieb:

Hallo Markus,

gerne vertiefe ich dieses tolle Thema mit Dir.
Da es jedoch sehr ausführlich zu werden scheint, schreibe ich Dir bei Gelegenheit eine pm.

Danke

Michael


Gerade weil es ein tolles Thema ist, welches sicher viele Imker hier interessiert, sollte man es vielleicht als Forenthema weiterführen - nur ein Vorschlag.

Gruß Robert
31.01.2008 21:51 Carnicazuechter
Hallo Michael
Jetzt ist denn schon bald wieder Zeit an die Zucht zu denken. Mindestens für das Bereitstellen der Materialien. Im grunde genommen brauchts wenig, das Wichtigste ist eh der Zuchtstoff, auf den kommt's doch an! Freue mich auf die Zeit wo's richtig los geht.... wir hören voneinander, Gruss Markus
21.04.2010 21:55 Austeja
Hallo,

danke für den informativen Text! Echt super, die Mühe die du dir gemacht hast!
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