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Helene Lieb - Imkerin im 19. J...

Aus alten Bienenzeitschriften (8 Einträge)

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07.12.2018, 20.47 Uhr

Totenkopfschwärmer im Bienenstock

Meine Erfahrungen über … den Todtenkopf als Bienenfeind.
….
Im verflossenen Herbste wurde mein Bienenstand von dem Todtenkopfschwärmer sehr stark heimgesucht, ja ich glaube, dass seinetwegen die Mehrzahl der Stöcke ihre Fluglöcher derart mit Vorwachs verbarrikadierten, dass die Bienen nur einzeln hindurch konnten; nur einige erbsengroße Öffnungen ließen sie. Drei dieser Diebe fand ich abermals todt in den Stöcken. Einen davon fand ich eines Morgens todt im Flugloche stecken. Sein Leib, so wie auch der Leib der beiden anderen, war hohl, und ist ihnen von den Bienen ihr Honigraub offenbar wieder abgenommen worden. Dadurch ist ein neuer Beweis geliefert, dass, wenn dieser Bienenfeind auch sein Unwesen in den Stöcken meist ungestraft treiben darf, er doch auch eben nicht selten von den Bienen getötet wird. Einige dieser Honigwölfe fing ich auf folgende Weise.

Ich wollte einige schwache Völker vereinigen, nahm jedem derselben während des Tages mit Ausnahme von nur einer Tafel, auf welcher sich die Bienen sammeln konnten, das Gebäude weg, sperrte die Mutter eines jeden Stockes in ein Weiselhäuschen und ließ den Tag über Stock und eingesperrte Weisel zur Beruhigung der Bienen auf ihrer gewohnten Stelle. Als es fast finster geworden war, ging ich mit der Laterne an den Bienenstand. Sofort hörte ich den schweren Flug eines Todtenkopfschwämers. Ich nahm die eingesperrten Mütter bis auf eine weg und schöpfte und schüttelte die Bienen in einen Stock zusammen, die nur wie gewöhnlich stark brausten. Da fing auch mein Schwärmer an, was man dem Tone nach leicht beurteilen konnte, uns in immer engeren und engeren Kreisen zu umfliegen, bis er endlich ganz ungeniert in den vor mir mit der Öffnung nach oben stehenden Stock hinein spazierte, wo er sich nun gleich an die Honigtafel machte. Es war mir sehr leicht, ihn an den Flügeln zu fassen und bis auf Weiteres einzusperren. Nach vielleicht kaum zwei Minuten kam ein zweiter angeflogen, der eben so leicht weggefangen wurde, und wäre ich nicht schon sehr müde gewesen und deshalb nach hause geeilt, ich hätte an jenem Abend sehr leicht jeden solcher Falter, der sich eben in der Nähe des Bienenstockes befand, wegfangen können.

Dieser Erfahrung zufolge glaube ich, dass man von diesem ungebetenen frechen Gaste sehr leicht eine gute Zahl vernichten könnte, wenn man in der Abenddämmerung die Bienen durch Abschütteln von ein paar Tafeln in einen leeren Stock zum Brausen veranlassen und sie so als Falle gebrauchen würde.

Jassy, 30.1.1860 Helene Lieb

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