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Helene Lieb - Imkerin im 19. J...

Aus alten Bienenzeitschriften (8 Einträge)

238 mal angesehen
08.12.2018, 17.51 Uhr

Es läuft nicht gut - aber kein Gedanke an Aufgeben

Herr Redakteur!
Sie werden mein langes Schweigen gütigst entschuldigen; ich habe so viel Arbeit, dass mir der Kopf schwindelt. Ich imkere in einer honigarmen Gegend habe schlechte Jahre gehabt und habe 300 Dzierzonstöcke und 200 Stöcke mit fixem Bau zu pflegen; schlechte Jahre machen mir aber immer viel mehr Arbeit als gute, in welchen den Stöcken viel Honig zu entnehmen ist; denn dort gibt’s ein ewiges Cassieren und Vereinigen, ein immerwährendes Nachsehen wegen der Wachsmotten verschiedener Größe etc.
Das Erziehen starker Stöcke gilt hier wenig; denn wenn die Ableger so volkreich gemacht werden, dass ich manchem derselben zu Anfang die Türen 7 – 10 Tage offen lasse, aus Furcht, die Bienen könnten trotz meiner Riesenwohnungen ersticken, so sind sie dennoch im September, ja August, schon entsetzlich zusammengeschmolzen.
Natürlich: die Bienen finden eben in der Nähe nichts, fliegen weit herum und sind eben deshalb mehr Zufälligkeiten ausgesetzt. Niemand hier will sich zum Anbau honigendender Pflanzen entschließen. Mein größter Bienenstand (200 Stöcke) ist von Mais- und Weizenfeldern umgeben. Die Weizensaat ist aber bei uns sehr rein, und auf der Maispflanze habe ich noch nie eine Biene gesehen; einige nicht allzu entfernt liegende Wiesen bilden unsere Haupttracht und unsere einzige Hoffnung.
So habe ich denn viele und schlecht lohnende Arbeit und muss froh sein, wenn die Mutterstöcke samt den wenigen Ablegern oder natürlichen Schwärmen ihre Winter- und Frühjahrsvorräte zusammenbringen.
Jetzt habe ich mehr als 200 Stöcke zu füttern und weil ein großer Teil ihrer Vorräte aus altem verzuckertem Honig besteht, mein Überwinterungslokal auch sehr trocken ist, so muss ich viel Wasser , Eis oder Schnee reichen.

Ich werde für Ihr viel gelesenes Blatt nächstens einige meiner letzten Erfahrungen mitteilen; denn auf großen Bienenstände hat man Gelegenheit genug, gar Manches zu erfahren. Es wird davon gesprochen, mich samt meinen Bienen in eine günstigere Gegend (12 Meilen weit auf Landwegen) zu übersetzen. Ich fürchte der Bienen wegen diese weite Reise.

Jassy, Februar 1874 Helene Lieb

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Kommentare

08.12.2018 21:17 Schupfaimker
Muss man mal Dankeschön sagen, für die Arbeit die du dir machst!
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