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Helene Lieb - Imkerin im 19. J...

Aus alten Bienenzeitschriften (8 Einträge)

286 mal angesehen
09.12.2018, 20.26 Uhr

"Für die Bienen"

Verschiedenes

Über giftigen Honig habe ich die Ehre folgendes zu berichten:
Dass der Honig, selbst wenn er bedeckelt ist, den Bienen sehr schädlich werden kann, haben ich und die Bienenzüchter meiner Gegend im Winter 1855 erfahren. Unsere Stöcke waren gut, und zwar mit bedeckeltem Honig versorgt; dessen ungeachtet starben den ganzen Winter über die Bienen weg, und zwar so großartig, dass manche Bienenzüchter, welche 50 – 60 Stöcke hatten, fast um alle ihre Stöcke kamen, andere einen größeren, andere wieder einen geringen Teil ihrer Völker einbüßten, und manche Stöcke noch im Frühjahr aus Volksarmut eingehen mussten. Die armen Bienen kamen immer und immer wieder mit dicken und aufgedunsenen Leibern aus ihren Stöcken und gingen auf dem Boden unserer Erdgruben zu Grunde. Der Honig war zähe und übelschmeckend, und nahm man aus einem zu Grunde gegangenen Stocke eine Honigtafel heraus, so sah man, wie die armen Tierchen die bedeckelten Honigzellen unordentlich, teils halb nur, teils noch weniger aufgerissen und in ihrer Not gleichsam nach etwas Besserem gesucht hatten. In den aufgebrochenen Zellen sah man kleine Bläschen, als wenn der Honig in Gährung begriffen wäre. Hier also kann man sagen, dass der Honig auf die armen Bienen wie Gift gewirkt hatte.
…....
Nur allzu wahr ist es, dass die Stöcke noch im Mai oft den größten Hunger leiden müssen. Bei uns wenigstens, wo die Obstbäume meistens im April schon blühen und die Blüten eben so rasch, als sie sich entfalten, auch wieder abfallen – in 7/8 Tagen ist der Hauptblütenschmuck unserer Obstbäume vorüber, nur hin und wieder sieht man einen später blühenden Obstbaum - ist dies häufig der Fall. Sind nämlich diese wenigen Tage stürmisch, wie das nur gar zu oft zu geschehen pflegt, so ziehen die armen Bienen aus dieser ersten Tracht nur wenig Nutzen, auch schon deshalb,, weil um diese Zeit der Arbeiter nur wenige sind, und der eingetragene Nektar fast unmittelbar für die Brut verwendet werden muss. Nach dem Abblühen der Obstbäume aber, im Monat Mai, scheinen die Wiesenblumen, wenn sie auch schon ziemlich zahlreich vorhanden sind, noch wenig Honig zu liefern; Blumenmehl liefern sie schon mehr. Sind die Bienen um diese Zeit nicht noch mit vorjährigem Honig versorgt und herrscht einen Teil im Mai schlechtes Wetter, wie dieses auch oft der Fall ist, so weiß der Bienenzüchter nicht mehr, woher er den vielen Honig oder Zucker für seine hungernden Völker nehmen soll; dann freilich mag oft die Hungerkrankheit die sogenannte Maikrankheit sein. Im verflossenen Frühjahr fand ich im Mai bei mehreren Stöcken sogar mit Höschen beladene Bienen vor den Fluglöchern liegen, an welchen die bei der Maikrankheit vorkommenden Symptome sich zeigten, nämlich eine Art Krampf und Zuckungen. Ich nahm einige davon in die Hand, erwärmte sie, gab ihnen etwas Honig, und munter und lustig flogen die kranken Bienen davon.
…..
Jassy. 7.4.1859 Helene Lieb *)

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*) Erfreuen Sie uns, Verehrteste, bald wieder mit Beiträgen
Die Redaktion

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Kommentare

11.12.2018 14:49 NorbertDorn
Unsachliche Darstellung und Verzerrung der Realität, bzw. Verschleierung von eigenen Fehlern!
Der Honig beginnt zu gären, wenn zu viel Feuchtigkeit durch die Wachsdeckel zum Honig kommt. Forschungen berichten über die Diffundieren von Wasser durch diese Kappen.
Deshalb ist es wichtig, die Beuten artgerecht zu gestalten, damit die Luftfeuchtigkeit nicht auf den Waben kondensiert.
Auch Imker sollten sich weiterbilden und am Stand der ImkerWissenschaft sein.
11.12.2018 16:23 Hankenuell
NorbertDorn schrieb:
Unsachliche Darstellung und Verzerrung der Realität, bzw. Verschleierung von eigenen Fehlern!
Der Honig beginnt zu gären, wenn zu viel Feuchtigkeit durch die Wachsdeckel zum Honig kommt. Forschungen berichten über die Diffundieren von Wasser durch diese Kappen.
Deshalb ist es wichtig, die Beuten artgerecht zu gestalten, damit die Luftfeuchtigkeit nicht auf den Waben kondensiert.
Auch Imker sollten sich weiterbilden und am Stand der ImkerWissenschaft sein.


Du faselst doch immer davon, dass "die Alten" alles besser gewusst haben.
Also bitte etwas Demut vor einer Dame, die seit ca. 120 Jahren tot ist und zu Lebzeiten sich bemüht hat, ihre Bienen nach dem Stand der Zeit über die Runden zu bringen.
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