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Imker David Hackenberg
775 mal angesehen
15.01.2008, 17.05 Uhr

Imker David Hackenberg meldet erneut 80 % Verluste

Erste Schreckensmeldung aus Kalifornien.

Der Großimker David Hackenberg, der bei uns in den Imkerzeitschriften des DLV schon in einer ausführlichen Reportage vorgestellt wurde (Heft 12/2005), hat erneut bereits 1.600 Völker von 2.000 Völkern verloren. Das berichtet der Chefredakteur Kim Flottum vom Bee Culture Magazine von der USA-weiten Bienenkonferenz.
Die Symptome sind wie im Vorjahr. Auch dort hatte Hackenberg als erster Alarm geschlagen, als er auf einem Überwinterungsplatz einen ersten Totalverlust hunderter Völker verzeichnen musste.

Die Umstände sind seither hinlänglich beschrieben worden und werden als Colony Collapse Disorder (CCD) bezeichnet. Die Bienen sind verschwunden, Brut, Königin und wenige Jungbienen bleiben zurück. Die großen amerikanischen Verluste wurden 2007 mit Mühe begrenzt, auch durch Einfuhr von zehntausenden Paketbienenvölkern aus Australien.

Die Ursachen von CCD sind bislang nicht eindeutig festgestellt, die Forschungsmittel sind trotz Versprechungen der Regierung nicht erhöht worden. Die Imker fühlen sich als die „hässlichen Stiefkinder“ der Landwirtschaft, wie es Jerry Hayes, der Imkereibeauftragte des Staates Florida, formulierte.

Die US-Honigernte 2007 ist eine der schlechtesten überhaupt; waren es vor zehn Jahren noch durchschnittlich 120.000 t pro Jahr, sind die Erntemengen jetzt auf etwa die Hälfte gesunken.
(Zum Vergleich: Die Jahresernte in Deutschland beträgt 20.000 t)

Derzeit, Anfang Januar, werden die meisten Völker der amerikanischen Bestäubungsimker nach Kalifornien gefahren, damit sie für die bevorstehende Mandelblüte bereitstehen. Man benötigt etwa 1 Mio. Bienenvölker (siehe „Bittere Mandeln?“, ADIZ/die biene/Imkerfreund 07/2007.)

Die Konferenz in Sacramento, die vom 8. bis 13. Januar 2008 stattfand, liefert eine Reihe von Informationen, die auch für die Bienenhaltung in Europa wichtig sind.
Der Großimker Dave Ellingson beklagte, dass das gleichzeitige Ausbringen von verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, das in USA praktiziert wird, die Giftigkeit der Substanzen nicht nur erhöhe, sondern teilweise vervielfache.
Dies wiederum führt David Mendes, Imker mit 7.000 Völkern, auf die in den USA übliche Praxis zurück, dass die Zulassungstests für Pflanzenschutzmittel von den Herstellern selbst durchgeführt würden und die Überwachungsbehörde EPA (Environmental Protection Agency) dann nur noch der Freigabe zustimmen muss.

Autor (Übersetzung, Zusammenfassung): Bienenfreund
Quelle: The Daily Green vom 13. Januar 2008

Foto: Theo Barth in ADIZ/biene/Imkerfreund 12/2005
offline

Geschrieben von

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Kommentare

15.01.2008 20:21 Bienenalex
Bin mal gespannt, ob das unsere Presse wieder ausschlachtet. Dieses mal gibts sogar von heimischen Verlusten zu schreiben. Gibt bestimmt eine tolle marktschreierische Informationsmischung. Mals chauen wie die Kunden am Marktstand das auffassen.
Alerxander
15.01.2008 20:56 Bienenfreund
Bienenalex schrieb: Bin mal gespannt, ob das unsere Presse wieder ausschlachtet. Dieses mal gibts sogar von heimischen Verlusten zu schreiben. Gibt bestimmt eine tolle marktschreierische Informationsmischung. Mals chauen wie die Kunden am Marktstand das auffassen.
Alerxander


Ja sicher, ich finde, wir müssen in Hinsicht auf die Öffentlichkeit das beste draus machen. Im letzten Jahr waren die Imker auch zu spät dran, ich habe diese Meldung deshalb gleich weitergegeben und bleibe am Ball. Besser wäre, die Imker geben die Infos raus als fachfremde Presseleute, die eher vereinfachen und schwarz/weiß malen.
Oder was meinst Du?
16.01.2008 09:48 Honiglang
Bienenfreund schrieb:

Ja sicher, ich finde, wir müssen in Hinsicht auf die Öffentlichkeit das beste draus machen. Im letzten Jahr waren die Imker auch zu spät dran, ich habe diese Meldung deshalb gleich weitergegeben und bleibe am Ball. Besser wäre, die Imker geben die Infos raus als fachfremde Presseleute, die eher vereinfachen und schwarz/weiß malen.
Oder was meinst Du?



Wie sicher ist diese neue Meldung über Verluste in den Staaten?
Gruß
Hans-Dieter
16.01.2008 10:14 Honiglang
Bienenalex schrieb:

Bin mal gespannt, ob das unsere Presse wieder ausschlachtet. Dieses mal gibts sogar von heimischen Verlusten zu schreiben. Gibt bestimmt eine tolle marktschreierische Informationsmischung. Mals chauen wie die Kunden am Marktstand das auffassen.
Alerxander





Es ist doch gut, wenn unsere Kunden um die Bienen und die Imker besorgt sind. Letztes Jahr wurde ich immer begrüßt und gefragt.... leben Ihre Bienen noch?
Meine Antwort: "Ja, aber in Amerika ..... .. erst stirbt die Biene, dann der Mensch."
Und das selbe Desaster wieder in diesem Jahr?
Da wurde weiterhin von der Politik der Chem.- und der Gentechnikindustrie weiter Tor und Tür geöffnet, damit diese ihre dreckichen Geschäfte machen können! Auch hier bei uns.
Die Bienen sind einfach zu sensibel und sterben und was tun wir Imker?
Gruß
Hans-Dieter
16.01.2008 10:15 Bienenfreund
Honiglang schrieb: Wie sicher ist diese neue Meldung über Verluste in den Staaten?
Gruß Hans-Dieter


David Hackenberg hat in Sacramento öffentlich vor der Imkerkonferenz darüber berichtet.
Dies schreibt Kim Flottum, Chefredakteur des "Bee Culture Magazine" in seinem Artikel vom 13. Januar 2008, also vom letzten Tag der Konferenz. Es ist ausdrücklich eine Einzelmeldung von Herrn Hackenberg, viele andere Imker sind sich noch nicht sicher. Herr Hackenberg hatte seine 2.000 Völker in der 1. KW aus dem Norden nach Florida gebracht und dort festgestellt, dass die meisten Bienenvölker "verschwunden" waren.
Ich stehe in E-Mail Austausch mit Herrn Kim Flottum. Er meint, nach seiner derzeitigen und vorläufigen Einschätzung wird es wieder etliche von CCD Betroffene ähnlich wie im Vorjahr geben, aber die Verluste würden insgesamt wohl etwas geringer ausfallen.

Für diejenigen USA-Berufsimker, die das zweite Mal in Folge betroffen sind, könnte es den Bankrott bedeuten. So formulierte es Dennis vanEngelsdorp, staatlicher Imker-Berater von Pennsylvania in einem Dok-Film, der mir in Kurzform vorliegt.


16.01.2008 10:23 Honiglang
Bienenfreund schrieb:

David Hackenberg hat in Sacramento öffentlich vor der Imkerkonferenz darüber berichtet.
Dies schreibt Kim Flottum, Chefredakteur des "Bee Culture Magazine" in seinem Artikel vom 13. Januar 2008, also vom letzten Tag der Konferenz. Es ist ausdrücklich eine Einzelmeldung von Herrn Hackenberg, viele andere Imker sind sich noch nicht sicher. Herr Hackenberg hatte seine 2.000 Völker in der 1. KW aus dem Norden nach Florida gebracht und dort festgestellt, dass die meisten Bienenvölker "verschwunden" waren.
Ich stehe in E-Mail Austausch mit Herrn Kim Flottum. Er meint, nach seiner derzeitigen und vorläufigen Einschätzung wird es wieder etliche von CCD Betroffene ähnlich wie im Vorjahr geben, aber die Verluste würden insgesamt wohl etwas geringer ausfallen.

Für diejenigen USA-Berufsimker, die das zweite Mal in Folge betroffen sind, könnte es den Bankrott bedeuten. So formulierte es Dennis vanEngelsdorp, staatlicher Imker-Berater von Pennsylvania in einem Dok-Film, der mir in Kurzform vorliegt.





Danke für die schnelle Antwort.

Wenn man als Berufsimker sollche Verluste mehre Jahre hinter einander erleidet, dann ist man bankrott.
Gruß
Hans-Dieter
16.01.2008 19:19 Bienenalex
Bienenfreund schrieb:

Ja sicher, ich finde, wir müssen in Hinsicht auf die Öffentlichkeit das beste draus machen. Im letzten Jahr waren die Imker auch zu spät dran, ich habe diese Meldung deshalb gleich weitergegeben und bleibe am Ball. Besser wäre, die Imker geben die Infos raus als fachfremde Presseleute, die eher vereinfachen und schwarz/weiß malen.
Oder was meinst Du?


DAs heist, bevor es die Kunden wissen, müsste ich mir schon mögliche Fragen und fundierte, verständliche Antworten zurechtgelegt haben.
Alexander
18.01.2008 19:17 honigmayerhofer
Danke Gilbert für die Arbeit, die du dir gemacht hast!
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