Zur mobilen Version wechseln »
AktuellesWetterShopAboMediaserviceKontaktDie besten Seiten der ImkereiImkerzeitschriften
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
Gift im Wachs
313 mal angesehen
30.01.2008, 11.10 Uhr

Gift im Wachs

In den 1950er Jahren wurden bei uns in Landwirtschaft und Tierhaltung starke Gifte verwendet; das entsprach der Einstellung der Zeit und dem Stand der Technik. Hochgefährliche Gifte wie DDT-Lindan wurden verbreitet, in der damaligen DDR sogar mit Hilfe von Sprühflugzeugen. Die Aufwandmenge im Raps betrug beispielsweise drei Liter pro Hektar (100 x 100 Meter), zur Abwehr von „Kohlschotenrüßlern“ und „Kohlschotenmücken“. Zeitweise bewertete man, natürlich uneingestanden, hohe Ernteerträge stärker als die Sicherheit von Anwendern und Verbrauchern. Häufig kam es bei der Anwendung auch zu so genannten „Bienenschäden“. Traurige Berühmtheit erlangte das Präparat E 605, das nicht nur Insekten oder Ratten töten sollte, sondern sogar bei Giftmorden Verwendung fand. Auch manche Imker setzten es ein, um ihre Wabenvorräte gegen den Befall der Wachsmotte zu schützen. Ein Schweizer Imker bestückte seine Honigräume mit Waben, die im Vorjahr mit E 605 beräuchert worden waren. Drei Stunden später waren alle Völker tot. Auch Waben, die den Bienen erst nach drei Jahren Wartezeit gegeben wurden, schwächten die Völker erheblich (Quelle: Südwestdeutscher Imker 1/1955, S. 22). Früher hat die Imkerpraxis allergrößten Wert auf die Wiederverwendung gebrauchter Waben gelegt; das rechnete zur Tugend der Sparsamkeit, auf die man stolz war. Das Wabenlager nannte man das Kapital des Imkers.
Heute sollte nicht nur das richtige Verständnis von der Biologie der Bienen dazu veranlassen, so viele Waben wie möglich bauen zu lassen, sondern eben auch die Eigenschaft des Wachses, unerwünschte Stoffe zu speichern. Dies sind Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe und allgemeine Umweltgifte. Man muss sich vorstellen: die gesamte Wachsoberfläche einer Zanderwabe, die zwei Kilogramm Honig umhüllt, beträgt einen Quadratmeter! Wie sehr belastetes Wachs den Honig kontaminieren könnte, leuchtet dabei unmittelbar ein! Viele Imker setzen auf einen eigenen Wachskreislauf, weil sie nur „reine“ Mittelwände verwenden wollen. Rückstände im Wachs, auch im eigenen, lösen sich aber nicht von selbst auf, Bienenwachs vergisst nichts. Manche Imker stellen deshalb sogar das Prinzip des Kreislaufs in Frage, weil den Bienen ja gebrauchtes Wachs zum Ausbau gegeben wird; ihre Bienen sollen ausschließlich auf frisch erzeugten Waben sitzen.
Wie auch immer der Imker sich verhält, sollte an erster Stelle gelten: „Bei mir werden die Altwaben dem Schmelzer zugeführt!“.

offline

Geschrieben von

Schlagwörter

ddt, e 605, gift im wachs, kohlschotenmücken, schmelzer, wabenlager

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Zum Seitenanfang