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Blüte und Biene - ein Blick zurück Christian Konrad Sprengel
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05.02.2008, 12.58 Uhr

Blüte und Biene – Christian Konrad Sprengel

Als erster hat Christian Konrad Sprengel (1750-1816) systematisch beschrieben, dass die Bienen aus gutem Grund Blütenstaub von Blüte zu Blüte transportieren. „Das entdeckte Geheimnis der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen“ hieß sein Werk von 1793, das 255 Seiten umfasste. An Hand von 25 Tafeln erläuterte er die biologischen Zusammenhänge zwischen Insekten und Blüten zum Zwecke der Vermehrung.

Anlockungsmittel sind die leuchtenden Blütenblätter und der Blütenduft. Die Bienen finden in den Blüten den eiweißhaltigen Pollen und den Blütennektar als Betriebsmittel von Kraft und Wärme. Sie kommen aber nicht als Zechpreller, sondern bezahlen durch die Bestäubung der Blüten.

1811 präzisierte Sprengel in einem zweiten Buch seine Erkenntnisse von der Blütenbestäubung; der Titel lautete:
„Die grundlegende Arbeit für die Lehre von der Bestäubung der Blüten und Insekten; die Nützlichkeit der Bienen und die Notwendigkeit der Bienenzucht, von einer anderen Seite dargestellt“

Einsam ragt er aus der wissenschaftlichen Literatur seiner Zeit. Zwar haben Carl von Linné oder Josef Gottlieb Koelreuter Vorleistungen erbracht, aber Sprengel formulierte die wichtige Erkenntnis:

„Der Gewinn an Honig und Wachs ist nicht der Hauptzweck der Bienenzucht, sondern nur eine Nebensache, ein bloßes Akzidens. Der Hauptzweck ist die Befruchtung der Blumen und die Förderung reicher Ernten. Der Staat muss ein stehendes Heer von Bienen haben.“

Zitat von E. Wunschmann aus 1893: [de.wikisource.org]
Unter dem Titel: „Das entdeckte Geheimniß der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen” gab S. 1793 die Resultate seiner fünfjährigen Beobachtungen in Druck, einen [295] stattlichen Folioband mit 25 Tafeln, die hunderte correct ausgeführte Detaildarstellungen von Blüthen und Blüthentheilen enthalten. Der Text, ein Muster von schlichter und doch prägnanter Darstellungsweise, bietet auf den einleitenden 46 Seiten eine vollständig neue Theorie der Blüthenanpassung an die Thätigkeit der Insecten und schließt daran im speciellen Theil deren Begründung durch Erläuterung an zahlreichen Beispielen. Jahrtausende hindurch blieb es unbekannt, inwiefern die bunten Farben, die Wohlgerüche vieler Blumen und ihre mannichfaltigen Gestaltungen in Wechselbeziehung zum Leben der Pflanze selber stehen, und während am Ende des 17. Jahrhunderts Camerarius überhaupt erst Geschlechtsunterschiede der Pflanzen nachwies und ungefähr ein halbes Jahrhundert später Koelreuter (A. D. B. XVI, 493) durch künstliche Bastardirungen die Befruchtungsverhältnisse wissenschaftlich untersuchte, war es S. vorbehalten, in seinem berühmten Werke den Nachweis zu liefern, in wie engen Beziehungen mit der Sexualität auch die Structurverhältnisse der Blüthen stehen.

Die zeitgenössischen Botaniker hielten nichts von den Studien Sprengels. Erst Charles Darwin würdigte die Leistung Sprengels in seinem 1859 erschienenen Buch „Die Entstehung der Arten“ (engl. On the Origin of Species), das weltberühmt werden sollte und es bis heute geblieben ist.
Zu diesem Zeitpunkt war Christian Konrad Sprengel schon 43 Jahre lang tot, arm und vergessen verstorben. Nicht einmal sein Grab ist bekannt.

In der Imkerliteratur wird gelegentlich an Sprengel erinnert, auch Prof. Tautz nennt ihn in seinem Buch „Phänomen Honigbiene“.

Der Imker Olaf Müller hat das Werk Sprengels von 1793 mit seinen 255 Seiten im Internet kostenlos zugänglich gemacht, wofür ihm unser Dank gebührt.
Es ist zu finden unter www.biohonigbonn.de

Von Charles Darwin kann man übrigens fast alle Texte unter www.darwin-online.org.uk einsehen, darunter die Notizen über die Reisen mit dem Schiff Beagle. Die University of Cambridge hat damit rund 20.000 Fotos, wissenschaftliche Arbeiten und andere Dokumente online frei zugänglich gemacht.

Quelle: Jahrgänge 1950, 1954 und 1956 des Südwestdeutschen Imkers
Danke an "Crabro" für die Anregung zu diesem Eintrag
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