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Bienen für Knackis Bienen für Knackis Bienen für Knackis
792 mal angesehen
14.02.2008, 11.54 Uhr

Bienen für Knackis

In den USA hat eine gemeinnützige Initiative einen Versuch gestartet, aus dem Gefängnis entlassene Straftäter zu Imkern auszubilden. Die Arbeit mit Bienen und die Herstellung von Bienenprodukten soll eine wesentliche Ursache für Rückfälle in Straftaten bekämpfen: die Arbeitslosigkeit.

‚Sweet Beginnings’, süße Anfänge nennt sich das Projekt, das im September 2006 in Chicagos West Side gestartet wurde ( [www.sweetbeginningsllc.com] ).
Teilnehmer: die Agentur mit der Leiterin Brenda Palms Barber, der Imker John Hansen und drei Kandidaten:

Tony, 30, das halbe Leben im Knast, gerade nach 15 Jahren (!) entlassen
Shelby, 22, mehrfach vorbestraft als Dealer
Gerald, mit 49 der älteste des Projekts, Heroin, Jahrzehnte seines Lebens in Gewalt und Abhängigkeit.

Sie übten mit dem Imker John Hansen die Regelmäßigkeit eines Arbeitsalltags ein, den sie noch nie in ihrem Leben hatten; wie sie auch nie gelernt haben Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die Arbeit wird bezahlt, sie erhalten pro Stunde 7,25 Dollar bei 30 Wochenstunden. Gemeinsam durchliefen sie das Bienenjahr, von der Überwinterung über das Aufsetzen der Honigräume und über die Ernte des Honigs bis zur Varroabehandlung. Nach zwei Monaten wurden sie einer ersten Prüfung durch den Imker unterzogen; alle drei schafften die Aufgaben und Fragen.

Unterstützt wird die Maßnahme von Sponsoren wie dem Flugzeugbauer Boeing.
Hintergrund: Allein in der Stadt Chicago (2,85 Mio. Einwohner) werden jährlich 20.000 verurteilte Straftäter in die Freiheit entlassen. ‚Freiheit’ meint oft: Hohe Arbeitslosigkeit, Gewalt, Drogen und neue Straftaten. Über die Hälfte der Entlassenen wird innerhalb der nächsten drei Jahre wieder in den Knast zurückkehren. Sie finden keine Chance, dem teuflischen Kreislauf zu entrinnen.

Die Journalistin Louise Kiernan hat das Projekt ein Jahr lang beobachtet und in der ‚Chicago Tribune’ in einer vierteiligen Reportage, die zwischen dem 27. und 31. Oktober 2007 erschienen ist beschrieben. Nach der Ausbildung im Umgang mit Bienen lernten die Männer die Herstellung von Kosmetika aus Bienenprodukten. Ein Teilnehmer (der junge Dealer) gab auf, der andere (Tony) schaffte den Sprung zum Profi, zum Teamleiter; der dritte, der heroinsüchtige Gerald schwankt zwischen Absturz und Hoffnung.

‚Sweet Beginnings’ will möglichst viele Teilnehmer auch anderweitig in Lohn und Brot bringen. Im ersten Jahr durchliefen 16 entlassene Strafgefangene, unter ihnen Frauen, eine dreimonatige Ausbildung bei den Bienen und in der Kosmetikwerkstatt.

Die Produkte werden unter der Marke „Bee-Line“ in den Geschäften der Stadt erfolgreich angeboten. Der Monatsumsatz hat nach einem Jahr immerhin 8.000 Dollar erreicht. Die renommierte McArthur Stiftung hat unter dem Eindruck des Erfolgs den Etat von ‚Sweet Beginnings’ um 400.000 Dollar aufgestockt.

Die ‚Süßen Anfänge’ wollen alles tun um zu überleben - wie es ihnen die Bienen vormachen.

Ihr Motto:
Bee Beautiful, Bee Sweet, Buy Beeline


Quelle (mit Video und Fotogalerie):
[www.chicagotribune.com]
Fotos: José M. Osorio für die Chicago Tribune

Übersetzung und Zusammenfassung: Bienenfreund

offline

Geschrieben von

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Schlagwörter

bienen, honig, imker, knackis und bienen, resozialisierung

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

15.02.2008 21:28 Biker
Schade das man keine Minuspunkte für Blogs geben kann. Kopieren und abkupfern ist echt einfach aber nicht wirklich sinnvoll. Was ist daran ein Blog ?
16.02.2008 08:12 anje
Eine tolle Initiative die in den USA ins Leben gerufen wurde!!!! Gibt es etwas in dieser Art auch in Deutschland?

He Biker! Dir kann mans scheinbar nicht recht machen. In einen Thread hätte dieser Artikel nun wirklich nicht gehört und ich finde die Sache super interessant.
16.02.2008 10:33 Bienenfreund
anje schrieb: Eine tolle Initiative die in den USA ins Leben gerufen wurde!!!! Gibt es etwas in dieser Art auch in Deutschland? (...)


Mir ist eine Resozialisierung über Bienenhaltung bei uns nicht bekannt.
Das wäre aber sicher eine gute Idee.
Wenn wir Imker hätten, die zum Beispiel im Strafvollzug oder in der Bewährungshilfe arbeiteten, könnte man da etwas anstoßen und unterstützen.
So ganz von außen sehe ich eher geringe Chancen.
Beste Grüße von Bienenfreund

17.02.2008 20:15 anje
Hier noch was zum schauen:

[www.chicagotribune.com]
18.02.2008 00:17 Hans_Hagen_Theimer
Lieber Bienenfeund,

als Sozialarbeiter habe ich jahrelamg mit Haftentlassenen zu tun gebabt, eine Resozialisierungseinrichtung geschaffen mit 30 Plätzen und Werkstätten, in den die Haftentlassenen bis zu einer Festanstellung außerhalb des Hauses beschäftigt wurden. Gegen Entgeld 1-Euro-Job, damals waren es 2 Mark oder ABM.

Imkerei ist aber ein eher brotloser Job. Wer soll die Absolventen eines solchen Kureses denn anstellen? Selbsbtändig machen geht auch kaum.

Bei einer anderen Einrichtung für Alkholoker, war bei einem entsprechneden Haus die Überlegung da, sie im Rahmen der Beschäftigungstherapie einzusetzen, weil in der Umgebung Hauses einsprchende Obstbaumplantagen (=Streuobswiesen) vorhanden waren. Allerdings wurde aus dem Hauskauf an dieser Stelle nichts, sonderen ein Haus an anderer Stelle gemietet. (siehe Diakonisches Werk Rosenheim, Haus Sebastian)

Gruß, Hans-Hagen
18.02.2008 10:55 Bienenfreund
Hans_Hagen_Theimer schrieb: Lieber Bienenfeund,
als Sozialarbeiter habe ich jahrelang mit Haftentlassenen zu tun gebabt, eine Resozialisierungseinrichtung geschaffen mit 30 Plätzen und Werkstätten, in den die Haftentlassenen bis zu einer Festanstellung außerhalb des Hauses beschäftigt wurden. Gegen Entgeld 1-Euro-Job, damals waren es 2 Mark oder ABM.
Imkerei ist aber ein eher brotloser Job. Wer soll die Absolventen eines solchen Kureses denn anstellen? Selbständig machen geht auch kaum. (...)(...)
Gruß, Hans-Hagen


Lieber Hans-Hagen, vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ich denke auch, dass sich eine Imkerei nicht als Angebot für eine Lebensperspektive eignet.
Sie kann aber schon dazu dienen, Verantwortung einzuüben.

Ich habe selbst mehrere Jahre ehrenamtlich in einer großen Einrichtung für Arbeitstherapie mitgeholfen. Es gab über 100 Plätze für Rehabilitanden im Bereich Computerarbeitsplätze (kaufmännisch und Mediengestaltung), Schlosserei, Gärtnerei, Druckerei, Hauswirtschaft, Kunsthandwerk u.a., alle als Meisterbetriebe vorgehalten.
Würde es dort eine Imkerei geben, liesse sich sicher was machen, um das Übernehmen von Verantwortung einzuüben, natürlich unter fachlicher Leitung.

Ich habe dort übrigens mit Entsetzen gesehen, dass das Einstiegsalter für Drogenkarrieren auf etwa 12 Jahre gesunken ist. Ich habe 17-Jährige betreut, die noch nie gelernt hatten, einen geregelten Tagesablauf zu organisieren, oder früh um 9 Uhr sich zu einer Arbeit einzufinden, oder nicht einfach wegzulaufen, wenn sie keinen "Bock" mehr hatten.
Zwar habe ich ab und zu angeregt, die Ausflüge auch einmal zu einer Imkerei zu lenken, aber man entschied sich dann letztlich doch immer wieder für den Besuch eines Freizeit- und Vergnügungsparks.
Tja, so war das.
Herzlicher Gruß, Bienenfreund
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