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Krümels Reiseträume

(46 Einträge)

Tibet
115 mal angesehen
22.05.2007, 21.07 Uhr

Reisetraum Nr. 2: Tibet

Ich weiß, ich greif gleich ganz schön nach den Sternen. Aber in den letzten Monaten habe ich immer wieder über das Land gelesen oder TV-Berichte gesehen und finde es einfach nur faszinierend!

Als erstes ist da natürlich der Himalaya, das Dach der Welt. Hier fühlt man sich dem Himmel wohl fast näher als der Erde. Ich habe sogar gelesen, das man sich einige Tage Zeit für Zwischenetappen nehmen soll, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen. Die Höhenkrankheit kann schließlich lebensgefährlich werden. Auf jeden Fall waren alle Landschaftsbilder, die ich bis jetzt zu Gesicht bekommen habe, einfach nur überwältigend.

Ein weiterer wichtiger Punkt für mich ist die Spiritualität von Tibets (Ur)Einwohnern - ihre Klöster, religiösen Handlungen, der Dalai Lama . Aufgewachsen in unserer rationellen Welt, interessiert es mich brennend auch andere Lebenseinstellungen kennzulernen. Ich bin absolut kein Experte in tibetischem Buddhismus, geschweige denn in anderen Richtungen des Buddhismus. Aber in dem Buch „Unterwegs in die nächste Dimension“ beschreibt der Autor Clemens Kuby sehr anschaulich das spirituelle Denken der Tibeter. Vor jeder Handlung oder Entscheidung wird die geistige Welt bzw. die Geister befragt. Kommunikation erfolgt vor allem auf der intuitiven Ebene, durch Blicke und Körpersprache. Überhaupt ist der Umgang der Menschen geprägt von Respekt, Freundlichkeit und Ehrlichkeit. Das spirituelle Denken geht sogar soweit, dass die Erfindung des Rades, als es den Tibetern mit der Einführung des Buddhismus vor 1300 Jahren angeboten wurde, bewusst abgelehnt wurde. Nach langem Nachdenken über die Folgen des Rades für den Alltag (weitere mechanische Errungenschaften, Rationalisierungen, Beschleunigung) entschieden sich die Tibeter gegen das Rad und für ein Leben im Einklang mit der geistigen Welt.

Erst die Chinesen brachten 1959/1960 bei ihrer Invasion das Rad ins Land. Gleichzeitig begann die Zeit der Unterdrückung und Verfolgung. Mönche und Nonnen wurden wegen ihrer Religion gefoltert, Klöster wurden zerstört. Viele Tibeter, die sich den Chinesen nicht unterordnen wollten, wurden einfach getötet, und tibetische Frauen zur Zwangsabtreibung gezwungen. Auch leben jetzt zahlreiche Chinesen in Tibet, die bei allen öffentlichen Angelegenheiten und bei der Vergabe von Arbeitsplätzen bevorzugt werden. Die politischen Verhältnisse kann man bei einer Tibet-Reise wohl nicht außen Acht lassen.

Trotz alledem lässt mich das Land nicht los und wenn nicht nächstes Jahr so werde ich es doch hoffentlich irgendwann in diesem Leben dahin schaffen... oder im nächsten
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kruemel

kruemel

Alter: 36 Jahre,
aus Südhessen
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Kommentare

23.05.2007 09:48 Katalin
klasse bericht: mir gehts da genauso mit tibet. hast du den film "kundun" gesehen? er ist von martin scorsese, und ich klinge jetzt hoffentlich nicht ignorant, wenn ich sage, dass ich einem ami-regisseur nicht so viel feingefühl bei der darstellung der tibet-kultur zugetraut hätte.

das kuby-buch habe ich leider noch nihct gelesen: will ich aber bald machen
23.05.2007 18:00 kruemel
Nee, Kundun habe ich leider nicht gesehen, ist aber auf meiner "To-See-Liste" vermerkt .

Ja, das Buch ist auch echt interessant, es geht ja um Geistheilung auf der ganzen Welt. Kann ich nur empfehlen.
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