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Aufgeschnappt

Was die Medienwelt so hergibt (37 Einträge)

Michael Lerchenberg als Fastprediger auf dem Nockherberg 2008
191 mal angesehen
24.02.2008, 10.41 Uhr

Nockherberg-Narren, Barbie-Pupperl und Land-Schabracken

Für alle Nichtbayern: Es gibt ein alljährlich in der Fastenzeit auf dem Münchner Nockherberg stattfindendes Spektakel, eine Politiker-Schelte, bei der im allgemeinen (Ausnahme letzes Jahr Django Asyl) ein Starkbier brauender Mönch den Damen und Herren in der Politik die Leviten liest. Das nennt man auf gut bayerisch "Derblecken", und es ist viel beleidigender für die öffentlichen Menschen, nicht beleidigt zu werden - sprich überhaupt nicht vorzukommen in der Gardinenpredigt - als tatsächlich eine reingewürgt zu bekommen. Diese alljährliche öffentliche Watsch`n hat vergangenen Donnerstag nun die bayerischen Gemüter erhitzt, denn: der Fastenprediger (Schauspieler Michael Lerchenberg, Text: Lerchenberg und Christian Springer) hat diesmal härter zugeschlagen als Django Asyl 2007. Und das will was heißen. Stein des Anstoßes sind seine "Macho-Sprüche". Der zornige Mönch bezeichnete nämlich die neue CSU-Generalin Christine Haderthauer als "CSU-Barbie" und legte dem CSU-Chef Huber in den Mund, der hätte sich bei der Wahl für das "Barbiepupperl" gegen die CSU-üblichen "Land-Schabracken" entschieden.
Das konnten weder Haderthauer noch die Landfrauen-Vereinigung auf sich sitzen lassen, und die Abendzeitung griff mutig zu. Sie zauberte die hübschen Mädels aus dem Jungbauernkalender hervor und ließ sie - vor dem Hintergrund der erotischen Bilder aus der Kalender-Edition -verlautbaren: "Wir sind keine Schabracken".
Wundern wird man sich da schon dürfen, dass das die Schlagzeilen sind, während wir gerade die grundsätzliche Vertrauenskrise in Politik und Wirtschaft durchleiden und durchwüten.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, die 70er Jahre etwa, als das Nockherberg-Spektakel so richtig ernst nicht genommen wurde, weil es in der Politiker-Schelte im Grunde eine Anerkennung der "Hund samma scho"-Mentalität unserer bayerischen Politik war. Und zur selben Zeit gabe es eine ebenfalls nicht ernst genommene Münchner Frauenbewegung, der ich mich damals zumindest zeitweise zurechnete. Und mit diesem Hintergrund und meiner Kindheit auf dem Land und meinen über 50 Jahren auf dem Buckel sage ich: "Ich bin gern eine Landschabracke".
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Philine

Philine

Alter: 62 Jahre,
aus Schönau
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Kommentare

25.02.2008 12:01 lilli
also ich bin ja der Meinung, dass keiner den Bruno Jonas toppen kann.

nichts desto trotz hat mir die Rede von Lerchenberg SAUGUT gefallen. Ja es war böse, ja es war teilweise sehr schwere Kost und dem Huber und dem Beckstein ist das Gesicht gefroren. Trotzdem was soll er anders tun???

Er hats auf den Punkt gebracht, das was er hier verzapft ist Ausdruck der blanken Wut.

Sie brauchen sich ja nur mal ihre Wahlergebnisse anschauen und das ist doch die gleiche Klatsche.

Und Philine..........ich bin auch eine "Schabracke". Dass ein Jungbauernkalender hier hergenommen wird um gegen Lerchenbergs Äußerungen was zu haben ist doch jämmerlich!!!

Tut mir leid, auch Frauen wollen in der Politik gleich behandelt werden und da wird halt bei der Hadertauer auch keine Ausnahme gemacht.

Der beste Nockerbergauftritt war doch der des Doubles von der Merkel: "Ich bin die Zuckerpuppe, aus der Schwarzgeldtruppe!"

LG Lilli
27.02.2008 09:29 Sophie
Also ich finde auch, das hat er gut gemacht, der Lerchenberg
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