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Fragen an/vom Imkernachwuchs
1170 Themen, Moderator: Bienenalex, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Fragen an/vom Imkernachwuchs

Brutscheune

@ MAEX #
MAEX schrieb:
Angenommen man würde auch nach dem ersten Schleudern eine Brutentnahme machen?
Da die BS zu Ablegern verarbeitet wird, wäre bei der BS auch die Behandlung kein Problem.
Die Muttervölker hätten ~80% weniger Milben.
Und das Drohenschneiden könnte entfallen.
Wirkt sich die Brutverzögerung auf den Sommerhonig aus, oder kompensieren das die Beinen durch freiwerdende Pflegekapazität?
Guckst du mal
bei Radtke nach ...


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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.12.18 um 10:11 Uhr.
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@MAEX

Es gibt edliche Varianten, wie man eine TBE machen kann. Es findet sich fuer jeden Standort und jede Betriebsweise eine passende Loesung.

Wenn bei Dir bis Ende Juli der gesamte Honig reif ist, dann kannst Du freilich abschleudern und anschl. die TBE machen. Hier bei mir kann es jedoch passieren, dass der Honig noch bis Mitte oder gar Ende August braucht, ehe er reif ist. Da ist es fuer den Start einer TBE einfach zu spaet.

Aus diesem Grund verwende ich eine Duplex-Bannwabentasche, in welche ich die Koenigin samt einer brutfreien, halb gefuellten Futterwabe sowie eine Mittelwand stecke.

Damit gewinne ich alle Zeit der Welt. Die Waben in der Tasche funktionieren als Fangwaben. Wenn ich diese entnehme, sobald sie verdeckelt sind, und wieder durch eine Leerwabe oder Mittelwand ersetze, habe ich eine weitere Woche fuer die Honigreifung gewonnen (falls es mal noetig wird), ehe ich die Voelker behandeln muss. Zwischenzeitlich schluepft die Brut in den Fluglingen bzw. Brutscheunen und zieht sich dort eine neue Koenigin. Das zeitkritische, warum man eine TBE nicht zu spaet starten darf, sind die Brutscheunen. Vor allem, wenn diese selbst eine Koenigin ziehen sollen. Denn diese muss ja noch sicher begattet werden, was Ende August schon eng werden kann.

Zur OX: Richtig muss es heissen, Oxalsaeure soll nur einmal pro Bienengeneragtion angewendet werden. Im Sommer gibt es einen hohen Bienenumsatz, da sind Mehrfachspruehbehandlungen kein Problem. Im Winter gibt es kaum Bienenumsatz. Deshalb nur 1x.


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@ MAEX #
MAEX schrieb:

Hallo Imka,
Gut erklärt - Danke.
Zur OS habe ich eine Frage. Hab gelesen (Institut Celle), das OS nur 1x eingesetzt werden soll. Jetzt schreibst du 2x ist auch kein Problem. Evtl. sogar noch ein drittes mal im Winter mit OS?

Irritierend ist auch die Aussage, dass die MS Anwendung wie in der Dropbox beschrieben nicht so wirkte wie die Studie in seinem anderen Anhang das nahelegt. - Aber möglich.
Hast du herausbekommen, oder ahnst du, was der Grund sein könnte?

Brutentnahme mit Honigräumen.
Meine bescheidene Logik:
Würde man anfangs Juli trotz Honigräume die Brut entnehmen, so hätte man 8 Tage Zeit um zu schleudern.
Vor dem verdeckeln der neuen Brut muss ja behandelt werden.
In den 8 Tagen hätten die Bienen mehr Zeit Tracht zu sammeln.
Das Problem ist dabei immer die Witterung, das Trachtangebot (Trachtverzögerung) und man muss da Zeit haben.

Von daher erscheint es mir auch einfacher, die Honigernte abzuschließen, die Brutscheune(n) zu bilden und zeitgleich die Wabenhygiene durchzuführen sowie die Behandlung.

BS-Höhe:
Gibt es ausser der Ergonomie noch denkbare andere Gründe, warum von zu hohen Türmen abzuraten ist?


Angenommen man würde auch nach dem ersten Schleudern eine Brutentnahme macht?
Da die BS zu Ablegern verarbeitet wird, wäre bei der BS auch die Behandlung kein Problem.
Die Muttervölker hätten ~80% weniger Milben.
Und das Drohenschneiden könnte entfallen.
Wirkt sich die Brutverzögerung auf den Sommerhonig aus, oder kompensieren das die Beinen durch freiwerdende Pflegekapazität?

L.G.
M


Hallo Maex,

Sinn und Zweck der TBE ist die Schaffung eines brutfreien Zustandes, um in diesem engen Zeitfenster eine effektive Behandlung durchführen zu können. Die Entnahme der gesamten Brut ist aber ein gravierender Eingriff in den Bienenorganismus und hat somit immer Auswirkungen auf das Volk. Genau so wie das Käfigen einer Königin für die Dauer von 3 Wochen. Folglich machen diese Maßnahmen nur dann Sinn, wenn sie zu einer Zeit erfolgen, in der das Bienengefüge nicht übermäßig beeinträchtigt wird. Die alleinige Entnahme der Brut macht wenig Sinn, auch wenn damit bereits eine drastische Reduktion des Milbenbefalls möglich ist. Eine Behandlung, bei der sich durch die Maßnahme ergebenden Brutfreiheit, ist unabdingbar, sonst würde sich der ganze Aufwand gar nicht lohnen und der Restmilbenbestand bliebe zu hoch.

Behandlungen können aber nur erfolgen, wenn die Honiggewinnung abgeschlossen ist. Hierfür gibt es keinen festen Zeitpunkt und die Verhältnisse sind von Jahr zu Jahr und auch regional sehr unterschiedlich. Nach meiner Erfahrung ist die Brutentnahme bis spätestens Ende Juli problemlos möglich und es verbleibt noch genügend Zeit, in der sich ein Volk neu aufbauen kann. Für Imker, die bis in den August hinein noch Tracht nutzen können, bietet sich die Alternative des Käfigens der Königin über einen Zeitraum von 3 Wochen. Damit verschiebt sich auch der Behandlungstermin und bis dahin können die Honigräume belassen werden. Dies bringt aber einen größeren Arbeitsaufwand mit sich, weil zum Käfigen der Königinnen die Honigräume abgenommen und wieder aufgesetzt werden müssen.

Brutentnahmen zu einem früheren Zeitpunkt erachte ich als kontraproduktiv, weil dies Auswirkungen auf den Honigertrag haben kann. Zwar wäre die Behandlung der entnommenen Brut möglich, aber nicht der Altvölker.

Entgegen dem Träufelverfahren wird beim Sprühverfahren mit OS kein Zucker zugesetzt und die Lösung somit von den Bienen nicht aufgenommen. Dadurch erhöht sich die Verträglichkeit, ähnlich dem Bedampfen mit OS.
Nach meiner Erfahrung ist MS weniger wirksam als OS. Letztlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, welches Mittel er anwendet. Ich erhebe auch nicht den Anspruch, dass meine Verfahrensweise die einzig richtige ist. Ich führe das beschriebene Verfahren so durch, weil es für meine Situation am praktikabelsten und erfolgreichsten ist. Wichtig ist das Ergebnis. Theoretisieren bringt nichts!

Die Höhe der Bruttürme ist vorwiegend abhängig von der Völkerzahl und der angestrebten Verfahrensweise. Man muss nicht riesige Türme schaffen. Bei geringer Völkerzahl reichen 1 – 2 Zargen aus. Auf das Bienenverhalten hat dies alles keinen Einfluss.

LG
Imka
1
 
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Hallo Immenguru,
super Studie, sehr aufschlussreich, Danke.

Hallo Postkugel,
Das mit dem Honig ist auch bei mir so eine Sache, 2018 war bei mir Anfang Juli Schluss, wegen der Trockenheit. Nicht selten gibt's aber auch bis Mitte August noch deftig Waldonig.
Zu OS: Das ist einleuchtend, was das Bienenleben angeht. Wie sieht das mit Rückständen im Wachs aus?


Hallo Imka,
für mich steht erstmal die ausgereizte Honiggewinnung (noch?) nicht im Vordergrund. In dem Fall könnt ich mir ja 1 bis... Völker mehr halten.

Für mich ist erstmal wichtig, zu verstehen, ob es unter den Varroabehandlungen verfahren gibt, die möglichst wenig Chemieeinsatz verlangen und halbwegs praktikabel sind.
Das sich dies dann in mehr Arbeit, häufigere Störung der Bienen bis zu "Nicht Anwederfreundlich für z.B. Berufsimker" auswirken kann, ist mir bewusst.

Beispiel:
Bei der OS Anwendung Träufelung, wird das Bienenvolk um einiges weniger gestört, als mit MS Blöcken, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen. Dafür ist OS schädlicher für Bienen.
So nun ist die Frage, was kann man den Bienen eher zumuten.?

Bleibt es am Schluss Jacke wie Hose, oder überwiegen die Vorteile des einen oder anderen?
Bei all den Meinungen zur Behandlung, tut so einiges an Mittel und Verfahren ihren Zweck, und ist scheinbar auch eine Glauben- / Wissensfrage . Dann die Abweichungen des Wetters, des Anwenders, des Standortes usw.

Da wär doch mal ein Versuch an der BS wie folgt nicht schlecht:
Man behandelt gleichstarke Völker, am selben Standort, mit selber Milbenzahl (Sommer, Herbst und Winter) je
mit OS träufeln,
mit OS Sprühen,
mit AS,
mit MS
und sinnvolle Kombinationen daraus.

Auswertung:
- Milbenfall nach den Anwendungen
- Todenfall der Bienen, was sich in Einwinterungs- und Auswinterungsstärke wieder spiegelt sollte.
- Gesundheit der Bienen (Vieren, Bakterien)
- Rückstände im Wachs
- Honigertrag
- Evtl. Rückstände im Honig, soweit nicht schon getestet.
- und vermutlich gibt noch da eine oder andere.
Somit hätte man einen guten Überblick, wie das Gesamtbild ist, ob den Bienen mehr geholfen ist, sie weniger zu stören, oder eben das anderes.

Widerholt man das, entweder an feuchten, trockenen, kalten und warmen Standorten oder über mehrere Jahre, sollte das einen Trend erkennen lassen, dass mehr Klarheit schafft.

Da sich dies im Honigertrag, Zeitaufwand und Einsatzmittelkosten auswirken kann, kann dann jeder selber entscheiden, welche Ziele der einzelne verfolgt möchte und ob für seinen Standort geeignet.

Versteht man das warum das bei einen tut, und evtl. bei einen anderen nicht?
Scheinbar noch nicht, weil es sonst nicht so viele verschiedene Meinungen zu dem Thema gäbe.

Das geht als einzelner Imker kaum.
Mir liegt es fern, irgendjemand in Frage zu stellen, ich möchte einfach nur verstehen.


Allen eine Glückliches und Gesundes Neues Jahr.
M.


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Hallo Maex,

nach meiner Meinung bringt es nichts, wenn du dich mit einem Berg von Fragen überhäufst. Am Ende siehtst du den Wald vor Bäumen nicht mehr.
Erfolgreiches Imkern ist keine Hexerei, wenn man die bienen- und milbenbiologischen Gegebenheiten zugrunde legt und man es hinbekommt, die Milbenbelastung auf einem sehr niedrigem Nievau zu halten. Jeder Imker muss aber selbst seinen Weg finden und aus den Erfahrungen lernen. Bienengesundheit, und dies bedeutet vorrangig, dass ein niedriger Milbenstatus gegeben sein muss, muss das oberste Ziel sein. Honigertrag ergibt sich dann von allein.
Ich wünsche für das neue Jahr ein glückliches Händchen.

LG
Imka
1
 
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Maex
Mach es dir nicht so schwer. Wenn du als einzelner Imker nach diesen Kriterien eine Studie erstellen willst, dann brauchst du 200 Völker und eine objektiven Sichtweise.

Die meisten deiner Fragen hat schon irgendwer erforscht oder herausgefunden. Die Bieneninstitute sind da ein guter Wissensvermittler.
Mit Grüßen aus Nürnberg
Thomask
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Hallo Reichswaldimker,
ich mach mir nix schwer, ich frag nur, und das Wertungsfrei weil das nicht die einzigen Faktoren sind, die eine Rolle spielen.
Wo ist das Problem, wenn man ein Thema von verschiedenen Standpunkten aus durchleuchtet?
Soll dann jeder selber entscheiden wie man es machen will.
Die Differenzierung geht dahin, das jede Varroa die weniger ist, gut für die Bienen ist. Und jede Biene die nicht auch noch durch die Behandlung stirbt auch gut ist.
Dazu finde ich z.B. nix im Netz.
Mann könnte maximal von der Verträglichkeit versuchen ableiten, da wird mir aber zu viel vermutet.

Hallo Imka,
Hast du nach jeder Sprühbehandlung OS, schon mal auf den Todenfall der Bienen geachtet. Da es besser verträglich ist als Träufeln, würd mich interessieren, ob du welchen hast und wenn man eine Skala heranziehen würde, in der AS Block mit 10 bewertet ist, und MS 1x mit 0, wie das bei OS Sprüh einzustufen ist?

Bei dir funktioniert es, was die Milben angeht, gut. Dann steht der Erfolg schon mal ausser Frage.
Ich versuche Fakten zu finden, welches Kontra das bekannte Pro hat.
Hat ja leider alles ein Pro und Kontra.


L.G.
M







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Dieser Beitrag wurde am 06.01.19 um 00:08 vom Autor gelöscht.
Beitrag vom Autor bearbeitet am 05.01.19 um 20:31 Uhr.
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Anker schrieb:
Die Sorge um einen hohen Totenfall bei den Bienen ist bei sachgemäßer Anwendung (egal bei welcher)
unbegründet. .
Diese "Sorge"
entfällt für die meisten Imker nur deshalb,
weil die Bienen den Totenfall still und heimlich selber entfernen ...
Vor allem bei "bestimmten" Anwendungen.
Und das auch dann, wenn diese voll "ord-
nungsgemäß " durchgezogen werden .....

Aber hier ging es "MAEX" um die VERMEIDUNG von anwendungsbedingtem Totenfall bei den Bienen ...


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@ MAEX #
MAEX schrieb:

.............................

Hallo Imka,
Hast du nach jeder Sprühbehandlung OS, schon mal auf den Todenfall der Bienen geachtet. Da es besser verträglich ist als Träufeln, würd mich interessieren, ob du welchen hast und wenn man eine Skala heranziehen würde, in der AS Block mit 10 bewertet ist, und MS 1x mit 0, wie das bei OS Sprüh einzustufen ist?

Bei dir funktioniert es, was die Milben angeht, gut. Dann steht der Erfolg schon mal ausser Frage.
Ich versuche Fakten zu finden, welches Kontra das bekannte Pro hat.
Hat ja leider alles ein Pro und Kontra.
L.G.
M


Hallo Maex,
ich habe bislang nicht gestellt, dass sich nach Sprühbehandlung mit OS kein erhöhter Totenfall einstellt.
Am Besten ist, man probiert es selbst aus und bildet sich eine eigenes Urteil. Erfahrung macht klug!
LG
Imka
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