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Bienenkrankheiten, Bienenbiologie, Behandlungsmittel
Forum: Bienenkrankheiten, Bienenbiologie, Behandlungsmittel

Amitraz

Beitrag bearbeitet von Austeja am 26.11.09 um 19:39 Uhr.
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Ein paar Sachen über Amitraz hab ich im Internet recherchiert,
da ich auch schon über das Thema gefallen bin, vielleicht hilft es ja weiter:

- Amitraz wird genutzt zur Behandlung von Ektoparasiten (Einen kurzen Überblick bietet Wikipedia. In der Englischen Wikipedia werden gleich im ersten Absatz noch mehr Handelsnamen genannt, nach denen man recherchieren kann)
[de.wikipedia.org]

- In Deutschland findet es Anwendung in Flohbändern und Flohshampoos für Hunde (Beim Link die Warnungen beachten!) [www.amitraz-shop.com]

- Es ist - laut mehreren Quellen - hochgiftig für Pferde (Unter dem Link findet man auch eine generelle Beschreibung der Wirkungsweise)
[vptserver1.uzh.ch]

- Eine Wirksamkeitsstudie über Amitraz wurde in der Apidologie 32/2001 veröffentlicht (Link enthält nur Abstract)
[www.apidologie.org]


Ein möglicherweise auch für Imker interessanter Text ist folgender:
"Gesamt-Amitraz-Ruckstände in Bienenhonigen"
Ch. Hemmerling, B. Augustyniak und Ch. Risto
Erschienen in: Die Nahrung 35 (1991) 10,1047-1052. Herausgegeben vom Hygieneinstitut Frankfurt (Oder) (Leitende Chefarztin: MR Dr. Klinkenstein), Frankfurt (Oder), Bundesrepublik Deutschland.

Der Text ist als Online Ressource (deutsch) über meine Uni-Bibliothek verfügbar. Da er nur für Mitglieder zugänglich ist, trau ich mich nicht die Datei hier hochzuladen. Eine Kurzzusammenfassung kann ich aber gerne nach Anfrage zumailen, dauert aber dann vielleicht eine Woche.

Es geht um die Frage, welche Rückstände von Amitraz man in DDR-Honigen findet. In der DDR war Amitraz zugelassen.

Hier das Abstract:
"Es wird über Untersuchungergebnisse der Jahre 1986-1990 an insgesamt 330 Bienenhonigen berichtet. Die Honige wurden nach der Methode zur Amitraz-Gesamtrückstandsbestimmung durch Hydrolyse und Wasserdarnpfdestillation nach aufgearbeitet. 60% dcr Honige waren praktisch nicht kontaminiert 8,5 % der Honige enthielten über 0,05 mg/kg. Maximalwerte von 0,2-0,5 mg/kg wurden festgestellt. 54 % der Rapshonige enthielten mehr als 0,01 mg/kg, 19% mehr als 0,05 mg/kg."

Interessant ist vielleicht folgendes Zitat über Amitraz-Rückstände:
"Die Aussage, daß die Metabolite 1,5 Jahre im Honig erhalten bleiben, wird durch unsere Feststellung bestatigt, nach der ein Honig, den wir in 15 Monaten mehrmals untersucht hatten, praktisch einen konstanten Ruckstandswert aufwies. Damit scheint die Diskussion einer Karenzzeit nach Amitrazanwendung nutzlos. Auch nach völliger Einstellung der Amitrazbehandlungen konnte es zu Kontaminationen des Honigs kommen, da das mehrfach genutzte Wabenwachs durchaus Amitraz enthalten kann. In orientierenden Versuchen wiesen wir in Waben, die wahrend der Behandlung nicht entfernt worden waren, bis zu 2000 pg/kg Wachs nach."

"Die durchgeführten Untersuchungen geben einen Einblick in den Stand der Amitrazbelastung der Bienenhonige in den letzten 5 Jahren [1991!]. Naturlich ist die untersuchte Zahl, gemessen am Gesamtaufkommen an Honig in der ehemaligen DDR, sehr klein, denncch zeigen die Ergebnisse, daß eine große Zahl von Honigen erhebliche Rückstandswerte aufweist. Da zu vermuten ist, daß bei einigen Imkern noch Restbestände der amitrazhaltigen Mitac-20-Praparate vorhanden sind, sollten diese Untersuchungen in Zukunft im Rahmen der amtlichen Lebensmitteluberwachung
weitergefuhrt werden."

In verschiedenen Ländern wird/wurde es auch durchaus gegen die Varroa eingesetzt - was nicht heißen soll, der Einsatz wäre sinnvoll und unproblematisch

- z.b. Polen [www.biowet.pl] (Apiwarol)
- z.B. USA als TAKTIC (wurde aber vom Markt genommen, da scheinbar die Wirkung auf Bienen ebenfalls tödlich war, glaubt man den Forenbeiträgen war das Mittel 2007 auch nicht mehr legal)
In einigen Forenbeiträgen von Beesource.com findet man eine Diskussion der Vor- und vieler Nachteile (Reistenzbildung, Kontamination von Wachs) [www.beesource.com]
- z.B. in Kanada als Apivar für Notfälle zugelassen [beekeeping4beginners.blogspot.com]
- Vertrieben wird es auch in Neuseeland [www.apivar.co.nz]

Sucht man nach Apivar über Google findet man noch weiteres. Wer zumindest Englisch spricht kann auf viele weitere Studien zugreifen, viele der genannten Links sind auch Englisch. Zum Übersetzen fehlt mir aber leider die Zeit.

Viele Grüße,

Austeja

Everything takes on that meaning which we ourselves give it.
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Beitrag bearbeitet von metalsheet am 30.11.09 um 00:26 Uhr.
@ NeuERimker #
Hier ein schöner Lehrreicher Film über die Anwendung von Amitraz

[www.youtube.com]

von dem kaufe ich keinen Honig.
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@ Lu #
Lu schrieb:

Hallo NeuERimker,

für ein gutes Behandlungskonzept kann ich Dir die Broschüre Varroa unter Kontrolle der Bieneninstitute empfehlen.
Als Winterbehandlung sind dort angegeben: Milchsäure zum besprühen und Oxalsäure zum beträufeln.
Amitraz ist illegal, aber natürlich trotzdem grundsätzlich beschaffbar. Es macht aber gar keinen Sinn illegale Mittel bei den Bienen anzuwenden wenn es genügend gute und erprobte legale gibt die zudem keine Rückstände produzieren.

Herzliche Grüße
Ute

Hallo LU,
danke für deinen Hinweis. Die Broschüre, sie ist sehr aufschlußreich und macht mir die Entscheidung einfach. Habe mich entschlossen beim örtlichen Veterinäramt ein Mittel für die Winterbehandlung einzukaufen. Perizin ist bei entsprechender Temperatur, ein Mittel.

Gruß neuERimker
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@ Hochfeld #
Hochfeld schrieb:

Hallo NeuErimker,
bei Imkern mit sachgerechter Anwendung von Perizin ist kaum eine Rückstandsspur zu finden. DEET sollten sich die Leute mit dem gefühlten Wissen hinter die Ohren schreiben.
Brutfreiheit ist für eine sichere Winterbehandlung unerlässlich. Wie Hoch stehst du? Bei mir 145 NN ist sichere brutfreiheit nur im Dezember möglich.
Haben die Völker eine hohe Varroalast wie Beispielsweise nach dem goldenen Oktober 2000 gehen sie überhaupt nicht aus der Brut. Weise Bienenbeine sind mit der Lupe auf der Unterlage zu sehen.
In einem solchen Fall muß man im Folgejahr aufpassen und rechtzeitig eingreifen.

Gruß Hochfeld



Hallo Hochfeld,
meine Bienen stehen 35 NN. Ich warte die entsprechende Temperatur ab und werde beim örtlichen Veterinäramt ein Mittel einkaufen.

Gruß neuERimker
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Perizin ist ein zugelassenes Mittel, leider kommt es dabei immer wieder zu Rückständen in Honig und Wachs. Es ist heute nicht mehr zu empfehlen. Es war ein Mittel der 80er Jahre, damals wusste mansnoch nciht besser.

Konzentriere dich doch auf Oxalsäurelösung träufeln. Die Vorgehensweise ist geansuo wsie bei Perizin, nur gibt es hier keine Rückstände zu beanstanden.
Viele Grüße Alexander
Und im übrigen bin ich der Meinung, dass imkern bienengemäß, einfach, praktisch, zeitsparend und preiswert sein muss.
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@ Austeja #
Austeja schrieb:
Ein paar Sachen über Amitraz hab ich im Internet recherchiert,
da ich auch schon über das Thema gefallen bin, vielleicht hilft es ja weiter: (...) (...) (...)
Sucht man nach Apivar über Google findet man noch weiteres. Wer zumindest Englisch spricht kann auf viele weitere Studien zugreifen, viele der genannten Links sind auch Englisch. Zum Übersetzen fehlt mir aber leider die Zeit. Viele Grüße, Austeja


Hi Austeja,

vielen Dank für Deine hervorragende Übersicht.

Wenn man die Brisanz und giftigen Potenziale von Amitraz bedenkt, kann man sich schon wundern, dass das Mittel in Frankreich erlaubt ist und von den Imkern genutzt wird.

Gerade dort, wo die Imker ganz vorne gegen den Einsatz der modernen PSM, wie es die Neonicotinoide sind, kämpfen und wo solche Mittel wie Imidacloprid auch verboten wurden, weil sie für Bienenverluste verantwortlich gemacht werden.

Unterstützt werden die Imker von führenden bekannten und häufig zitierten Wissenschaftlern, an erster Stelle wohl Jean-Marc Bonmatin, aber auch Luc Belzunces oder Bernard Vaissière. Ihre Namen tauchen in der Literatur und den Medien immer wieder auf.
Und die haben keinen Erfolg, um die Anwendung von Amitraz bei den Bienen zu unterbinden?

Wenn man wie wir direkt an der Grenze zu Frankreich lebt, kann es schon sein, gelegentlich von den eigenen Imkern zu hören: das Mittel Amitraz ist in Frankreich zugelassen, und meine Bienen fliegen nur 500 Meter neben der Grenze. Und da soll ich es nicht anwenden dürfen? Was soll man da entgegnen.

Also muss eine weitergehende europäische Regelung her, die solche Absurditäten ausschließt,

meint Bienenfreund
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Beitrag bearbeitet von bross am 30.11.09 um 19:46 Uhr.
@ Bienenfreund #
Bienenfreund schrieb:

Hi Austeja,

vielen Dank für Deine hervorragende Übersicht.

Wenn man die Brisanz und giftigen Potenziale von Amitraz bedenkt, kann man sich schon wundern, dass das Mittel in Frankreich erlaubt ist und von den Imkern genutzt wird.

Gerade dort, wo die Imker ganz vorne gegen den Einsatz der modernen PSM, wie es die Neonicotinoide sind, kämpfen und wo solche Mittel wie Imidacloprid auch verboten wurden, weil sie für Bienenverluste verantwortlich gemacht werden.

Unterstützt werden die Imker von führenden bekannten und häufig zitierten Wissenschaftlern, an erster Stelle wohl Jean-Marc Bonmatin, aber auch Luc Belzunces oder Bernard Vaissière. Ihre Namen tauchen in der Literatur und den Medien immer wieder auf.
Und die haben keinen Erfolg, um die Anwendung von Amitraz bei den Bienen zu unterbinden?

Wenn man wie wir direkt an der Grenze zu Frankreich lebt, kann es schon sein, gelegentlich von den eigenen Imkern zu hören: das Mittel Amitraz ist in Frankreich zugelassen, und meine Bienen fliegen nur 500 Meter neben der Grenze. Und da soll ich es nicht anwenden dürfen? Was soll man da entgegnen.

Also muss eine weitergehende europäische Regelung her, die solche Absurditäten ausschließt,

meint Bienenfreund



Oder so viel Augenmaß und Eigenverantwortung besitzen daß man so ein Mittel nicht anwendet. Warum muß alles Verboten sein um es nicht anzuwenden? Wenn mir als Imker bekannt ist daß ein Mittel Rückstände verursacht brauche ich absolut kein Verbot sondern benutze meinen Kopf um selbst eine Entscheidung in die richtige Richtung zu treffen.
Werde mich aus dem Forum verabschieden da mir das pauschale verteufeln der Landwirtschaft zuwider ist. Schade.
Meint Bross
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@ Bienenalex #
Bienenalex schrieb:

Perizin ist ein zugelassenes Mittel, leider kommt es dabei immer wieder zu Rückständen in Honig und Wachs. Es ist heute nicht mehr zu empfehlen. Es war ein Mittel der 80er Jahre, damals wusste mansnoch nciht besser.

Konzentriere dich doch auf Oxalsäurelösung träufeln. Die Vorgehensweise ist geansuo wsie bei Perizin, nur gibt es hier keine Rückstände zu beanstanden.

Hallo Bienenalex,
wer hat dir denn diesen Floh ins Ohr gesetzt das OS keine Rückstände hinterläst?

Groß Hochfeld
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Beitrag bearbeitet von Bienenalex am 03.02.10 um 14:21 Uhr.
@ Hochfeld #
Hochfeld schrieb:

Hallo Bienenalex,
wer hat dir denn diesen Floh ins Ohr gesetzt das OS keine Rückstände hinterläst?

Groß Hochfeld

ich habe "zu beanstanden" geschrieben
das solle man von einem zugelassenen Mittel das es in der Apotheke gibt erwarten können.

Wenn es neben der Sommerbehandlung in Form von Brutentnahme eine Winterbehandlung ohne irgendwas geben würde wäre mir das am liebsten.


Viele Grüße Alexander
Und im übrigen bin ich der Meinung, dass imkern bienengemäß, einfach, praktisch, zeitsparend und preiswert sein muss.
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Hallo,

wer hat Erfahrungen bei der Behandlung der Bienenvölker
mit Amitraz ?
Wie verhält es sich mit Rückständen im Wachs?

Peschetz
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