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Umfrage

Teilnehmer: 50

Meint, glaubt oder vermutet Ihr, dass von importierten Kunstschwärmen (Paketbienen) eine Gefahr für die heimische Umwelt oder Imker ausgeht?
Antworten   Stimmen Prozent
Ja
40 80 %
Nein
10 20 %

Import von Kunstschwärmen

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Import von Kunstschwärmen
Hallo,

aufgrund einiger vermehrt auftretenden Beiträge würde ich gerne wissen, ob ihr meint (es geht um die persönliche Meinung) dass von importierten Kunstschwärmen eine Gefahr für Umwelt und die Imker ausgeht. Hierbei spielt es keine Rolle ob ihr eure Meinung begründen könnt oder möchtet, sondern nur um Euer Bauchgefühl, auf welches Ihr Euch ja durchaus auch in anderen Situationen leiten lasst.

Lieben Dank Tom

Schlagwörter dieses Themas: kunstschwärme paketbienen, hinzufügen »

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Halo Tom,
der Teufel treibt sein Spiel, und gerade vor 10 Minuten fiel mir beim Kramen der Infor-Brief aus Mayen vom 10.6.2010 in die Finger. Man mokiert sich da etwas über die Tatsache, daß der WDR eine Meldung über Import von Kunstschwärmen brachte, obgleich man doch mitten in der Schwarmzeit sei!
Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass der KS ein internationales Gesundheitszeugnis brauche UND dass der erwerbende Imker darüber hinaus auch ein Gesundheitszeugnis seines Veterinäramtes vorzulegen habe (klingt mir irgendwie unlogisch, aber wer weiß, vielleicht stimmt es ja). Dieser Passus ist mir damals irgendwie entgangen, aber im Lichte der Diskussion kann man das ruhig noch einmal thematisieren. Hast Du schon mal was von dieser Vorschrift gehört?

Im übrigen klingt im Infobrief an, dass die Einfuhr von Bienen "natürlich grundsätzlich" zulässig sei, aber aus fachlicher Sicht nicht zu befürworten, sondern sogar abzulehnen sei.

Warum die Geschichte seinerzeit im WDR so groß raus kam - darauf kann man sich einen Reim machen, wenn man gelernt hat, den Verkäufer etwas besser einzuschätzen. Normalerweise haben die WDR-Leute nur oberflächliches Interesse an und keine profunde Kenntnis von der Imkerei. Dass die Sache mehr oder weniger unrecherchiert verbreitet wurde, könnte ein Hinweis in diese Richtung sein.

pke
"Alle Menschen sind bestechlich", sagte die Wespe zur Biene.
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@ pke1951 #
pke1951 schrieb:
...
Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass der KS ein internationales Gesundheitszeugnis brauche UND dass der erwerbende Imker darüber hinaus auch ein Gesundheitszeugnis seines Veterinäramtes vorzulegen habe (klingt mir irgendwie unlogisch, aber wer weiß, vielleicht stimmt es ja). Dieser Passus ist mir damals irgendwie entgangen, aber im Lichte der Diskussion kann man das ruhig noch einmal thematisieren. Hast Du schon mal was von dieser Vorschrift gehört?

Im übrigen klingt im Infobrief an, dass die Einfuhr von Bienen "natürlich grundsätzlich" zulässig sei, aber aus fachlicher Sicht nicht zu befürworten, sondern sogar abzulehnen sei.
...


Ich kenne die Vorschriften nicht, habe aber nachdem ich über diese Umfrage gestartet hatte, überlegt diverse Links zur Information einzubinden, es dann aber gelassen, da ich es als zu starke Beeinflussung empfand. Erstaunlich finde ich, dass alle Institute aufgrund vermuteter Gefahre von Importen abraten, aber nie im Detail Gefahren benannt oder gar erläutert werden. Der Beutenkäfer ist sicherlich ein Anhaltspunkt, aber da das Importverbot aus "Käferländern" europaweit gilt, sollte diese Gefahr sicherlich nur theoretisch bestehen.
In Anbetracht der Möglichkeiten einer Einschleppung möglicher neuer Gefahren im Bereich der Pilz-, Bakterien oder Virenerkrankungen ist die latente Gefahr sicherlich Grund genug, davor zu warnen, aber die Möglichkeiten eines Verbotes aufgrund fehlender Beweislasten nicht möglich. Nosema ceranae hat es auch innerhalb einer recht kurzen Zeit aus dem asiatischen Raum nach Mitteleuropa geschafft. Ein Schelm, wer diese Krankheit mit Kunstschwärmen in Verbindung bringt, zumal sie bei unseren Wintern nur geringe Überlebenschancen hätte!

Interessante Überlegungen lassen sich auch zu der vermeintlichen Sicherheitsgarantie von aus Deutschland stammenden Königinnen in Kunstschwärmen anstellen. Neben dem Unsinn aus rein wirtschaftlicher Sicht, werden die Königinnen mehrmals zwanghaft aus der Eiablage gebracht, ein Umstand den ein "normaler" Imker bemüht ist zu vermeiden, alleine schon aus dem Blickwinkel des an anderer Stelle geforderten fachgerechten Umgang mit Bienen oder Gedanken des Tierschutzes, von der in diesem Zusammenhang verbundenen Positionierung einiger Öko-Verbände, Bioland an erster Stelle, mal ganz abgesehen.
(Es macht sich gut beim Kunden, wenn man ihm auf die Frage warum man keinen Bio-Honig herstellt erklärt, dass es Verbände gibt, die einen tierquälerischen Bienenimport unterstützen und man deshalb einen selbstbestimmten, sicherlich konventionellen aber an höheren ethischen Gesichtspunkten orientierten Weg für sich selbst gewählt hat!)

In diesem Sinne Tom

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@ OnkelTom #

(Es macht sich gut beim Kunden, wenn man ihm auf die Frage warum man keinen Bio-Honig herstellt erklärt, dass es Verbände gibt, die einen tierquälerischen Bienenimport unterstützen und man deshalb einen selbstbestimmten, sicherlich konventionellen aber an höheren ethischen Gesichtspunkten orientierten Weg für sich selbst gewählt hat!)


eine super Begründung. Muss ich mir merken!!
Viele Grüße Alexander
Und im übrigen bin ich der Meinung, dass imkern bienengemäß, einfach, praktisch, zeitsparend und preiswert sein muss.
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@ Bienenalex #
Bienenalex schrieb:

eine super Begründung. Muss ich mir merken!!


Da wäre doch eine Gegendarstellung von Bioland angebracht

oder

Liebe Grüße
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@ Licht #
Licht schrieb:

Da wäre doch eine Gegendarstellung von Bioland angebracht

oder

Liebe Grüße



hallo,
für mich ist das tierquälerei.
wie schon angesprochen
"angeblich" heimische kö aus der eiablage raus und nach sizilien gekarrt
eingeweiselt, kunstschwarm gemacht und dann einen
nackten, nichtangepassten kunstschwarm ins kalte deutschland gekarrt( temperaturunterschied sicher über 10°c )
alles nur zur gewinnmaximierung.
das ist ein einfaches rechenbeispiel für einen berufsimker
kunstschwarm gekauft nach 15 kg bin ich in der gewinnzone
nach der spättracht volk abgefegt mit leeren kisten heimfahren und winterfutter und behandlung gespart.
und die wollen einen sachkundenachweis für hobbyimker,
aber nur um konkurenz auszuschalten.
noch ein paar links zum anschreiben
www.bioland.de
www.animals-angels.de
welches veterinäramt ist denn da zuständig?
wenn man da ein bisschen druck macht kümmern die sich auch.
gruss uki
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 16.02.11 um 09:49 Uhr.
@ OnkelTom #
OnkelTom schrieb:

...
(Es macht sich gut beim Kunden, wenn man ihm auf die Frage warum man keinen Bio-Honig herstellt erklärt, dass es Verbände gibt, die einen tierquälerischen Bienenimport unterstützen und man deshalb einen selbstbestimmten, sicherlich konventionellen aber an höheren ethischen Gesichtspunkten orientierten Weg für sich selbst gewählt hat!)

In diesem Sinne Tom


Hallo Onkel Tom,

das Zitierte ist zusammen mit dem Beitrag von uki etwas besser zu verstehen. Aber wen meinst Du mit "Verbände" und wie ist die Haltung zum Thema dort?
pke
"Alle Menschen sind bestechlich", sagte die Wespe zur Biene.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 16.02.11 um 10:08 Uhr.
@ uki #
uki schrieb:

hallo,
für mich ist das tierquälerei.
wie schon angesprochen
"angeblich" heimische kö aus der eiablage raus und nach sizilien gekarrt
eingeweiselt, kunstschwarm gemacht und dann einen
nackten, nichtangepassten kunstschwarm ins kalte deutschland gekarrt( temperaturunterschied sicher über 10°c )
alles nur zur gewinnmaximierung.
das ist ein einfaches rechenbeispiel für einen berufsimker
kunstschwarm gekauft nach 15 kg bin ich in der gewinnzone
nach der spättracht volk abgefegt mit leeren kisten heimfahren und winterfutter und behandlung gespart.
und die wollen einen sachkundenachweis für hobbyimker,
aber nur um konkurenz auszuschalten.
noch ein paar links zum anschreiben
www.bioland.de
www.animals-angels.de
welches veterinäramt ist denn da zuständig?
wenn man da ein bisschen druck macht kümmern die sich auch.
gruss uki


Hallo uki!
Bei Bienen redet man nicht von Tierquälerei!

Was hier verkauft wird, das sind abgearbeitete Völker z. B. aus Neuseeland.
Dort ist jetzt Nachsommer . Der Imker hat seine Honigernte und hier schreien Imker nach Bienenvölker!
Verluste , tote Völker, die Kästen leer aber ich brauche SOFOERT wieder Bienen! Ich habe alles richtig gemacht, so wie immer!!!! Und hier sind die Völker zu teuer! Sind sie es wirklich?
Man vergleicht Äpfel mit Birnen!
Jetzt Packetbienen in die Kisten und der Vereinskollege soll nichts von diesem Missgeschick erfahren!
Er könnte ja vielleicht auch mit ein paar Ablegern helfen. Natürlich gegen Bezahlung!
Packetbienen sind ja auch so richtig teuer! Wer meint, mit diesen Völkern Erfolg zu haben, der irrt heftig.
Ein Berufsimker kauft keine Paketbienen um seine Verluste auszugleichen!!!! ... auch wenn er rechnen kann. Es gibt welche, die diese Verkaufen und so ihr Geld verdienen! Ich finde das nicht gut!

Wir, alle Imker, könnten uns durch genügend überwinterte Ableger helfen und diesen Bedarf selbst decken! Durch diese Importe kommen auch Probleme mit!
Doch die Gefahren und Probleme werden unterschätzt. Die Besteller können diese auch nicht einschätzen. Auch das notwendige Grundwissen fehlt da, oder die Vernunft ist blockiert!
Wir haben eine freie Marktwirtschaft und jeder meint er könne hier auf dieser Welt machen was er wolle. Vernünftig ist das nicht. Aber jeder einigermaßen informierte Imker hat doch schon von den Problemen gehört.Trotzdem blüht der Paketbienenhandel!

Geschäftemacher bedienen den Markt. Es wird ein Bedarf gedeckt.
Ja, es läuft auch genau so auf der Bioschiene! Da gibt es keine Unterschiede!
Wer Tiere hält hat auch Verantwortung! Besonders bei Bienen!
Gruß!
Honiglang
Freunde sind wie Sterne, Du kannst sie nicht immer sehen, aber trotzdem sind sie da.
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Hallo,

grundsätzlich bin ich nicht für solchen Bienenhandel.
Was machst aber als Förderer der Imkerei (Fachberater) wenn du in Deutschlang einfach nicht genügend Kunstschwärme bekommst um Anfänger damit zu versorgen? Wenn die größeren Imker in D einfach nicht bereit sind welche zu produzieren? Hier lesen ja auch größere Imkereien mit. Ich bin sicher, wenn ihr euch zusammentätet würdet ihr die Menge sicher zusammenbekommen. Gutes Geld wäre das doch auch, oder?
Es ist ja nicht so, dass diese Kunstschwärme immer NUR von den schlampigen Imkern gekauft werden um ihre Winterverluste auszugleichen. Darüber hinaus gibt es auch Völkerverluste die nicht auf Nachlässigkeit zurückzuführen sind, deren Gründe einfach derzeit nicht zu klären sind. Was macht so ein Kollegen wenn sich der Verein/Kollegen querstellt?
Servus
Bavaricus
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@ bavaricus
ich habe mal auf einem Grab auf dem Münchner Waldfriedhof gelesen: "Extra bavariea non vita est", heiß soviel wie: Ausserhalb Bayerns gibt es kein Leben. Also auch kein Bienenleben.

Ich hatte in einem anderen Thread mal angedeutet, dass Imker ungern bei anderen Imkern Völker kaufen. Zu dem was Honiglang sagt (Eingeständnis von fachlicher Schwäche bei Verlusten) kommt wohl auch, dass man dem Kollegen das Glück nicht gönnt, seine Bienen gut über den Winter gebracht zu haben, und erst recht nicht, dass er auch noch Gewinn daraus zieht. Ich habe immer wieder Bienen verkauft, und kann mit Fug und Recht behaupten, dass die besseren Imker und diejenigen, die auch noch einen Rat mitnehmen wollten unter den Käufern alle zufrieden waren (den anderen paar Stümpern hätte ich erst gar keine Bienen geben sollen, aber das weiss man erst später).

Ich kann es fast nicht glauben (ohne Deine Glaubwürdigkeit anzuzweifeln), dass ein Jungimker bei uns keine Bienen erhalten kann. OK, vielleicht im frühesten Frühjahr nicht, aber als Jungimker fange ich eh' besser im Frühjahr mit einem Schwarm oder im Sommer mit einem Ableger an, nicht? Vielleicht ist das örtliche Angebot auch beschränkt, aber im Umkreis von 25 km müssten Bienen (im Sommer wenigstens) erhältlich sein. Vielleicht fehlt es an der Vernetzung? Vielleicht macht man sich zu spät auf die Suche? Ich mache gerne auch Ableger auf Bestellung..... aber wenn ich im Juli meine Jahresplanung abgeschlossen habe, gebe ich auch nicht gerne ein Reservevolk ab! Da schneidet man sich ins eigene Fleisch!


@ all.
Der Redakteur (ich nenne den Namen nicht, weil ich keine ausdrückliche Genehmigung habe, das Zitat zu verwenden) einer Fachzeitschrift hat mir, nachdem ich das Problem mal in einem Leserbrief angeschnitten hatte, geantwortet: " .... ich habe, ausgelöst durch die Anzeige einmal nachgehakt, um welche Größenordnung es sich denn bei diesen Kunstschwärmen .................... handeln könnte – es sind wohl zwischen 300 und 500 Stück. Da ist es lächerlich, wenn ich höre, dass derartige “Einfuhren” notwendig seien, um unsere Verluste auszugleichen. Wenn ich etwa 1 Million gehaltene (auch nicht gemeldete) Bienenvölker in Deutschland annehme, sind es höchstens 0,05 Prozent. Wenn ich weiter annehmen, dass es noch ein zwei weitere Händler mit diesen, eventuell auch höheren Stückzahlen gibt, erreichen wir vielleicht ein halbes Prozent. Wir ......... haben daher in der Vergangenheit den Schwerpunkt immer auf praktische Beiträge gelegt, die die Völkervermehrung beschreiben."


Fazit: Wir brauchen den Import eigentlich nicht. Die Größenordnung rechtfertigt nicht, die beschriebenen Risiken einzugehen. Es liegt an uns, dass alle Imker in Deutschland dies wissen und entsprechend handeln.

pke
"Alle Menschen sind bestechlich", sagte die Wespe zur Biene.
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