Zur mobilen Version wechseln »

Die schönsten Advents - und Weihnachtsgedichte

#
Ich entzünde das Licht der Freude mit dem Wunsch:
Lasst euch anstiften zur Freude!
Lasst uns Freudenstifter sein!
Und es finden hier und heute viele Leute wieder Freude,
und kein Mensch ist mehr allein,
denn Gott selbst wird bei uns sein.

Ich entzünde das Licht der Hoffnung mit dem Wunsch:
Lasst euch anstiften zur Hoffnung!
Lasst uns Hoffnungsstifter sein!
Und es finden hier und heute viele Leute wieder Hoffnung,
und kein Mensch ist mehr allein,
denn Gott selbst wird bei uns sein.

Ich entzünde das Licht des Friedens mit dem Wunsch:
Lasst euch anstiften zum Frieden!
Lasst uns Friedensstifter sein!
Und es finden hier und heute viele Leute wieder Frieden,
und kein Mensch ist mehr allein,
denn Gott selbst wird bei uns sein.

Ich entzünde das Licht der Liebe mit dem Wunsch:
Lasst euch anstiften zur Liebe,
denn dann findet Frieden statt!
Weil im Stall das Kind, das kleine, ganz alleine
Zu der Liebe alle angestiftet hat.
Und es findet Frieden statt.

Stiftet an mit hellem Leuchten,
tragt es in die Welt hinein!
Als das Kind im Stall geboren, so verloren,
kam ein Leuchten mit ihm in die Welt hinein,
denn Gott selbst wird bei uns sein.


3
 
#
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin- bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

-R. M. Rilke-

6
 
#
Gab's bestimmt schon....

Ist trotzdem immer wieder gut!
Hat der Jäger nix geschossen,
hat er dennoch frische Luft genossen!
4
 
#
Im Dunkel dieser Zeit sehnen wir uns nach
deinem Kommen. Öffne uns die Augen,
dass wir deine Spuren nicht übersehen.

Wenn die erste Kerze leuchtet,
sagt sie uns macht Euch bereit.
Lange müsst ihr nicht mehr warten
dann ist Weihnachtszeit

Wenn die zweite Kerze leuchtet
mahnt sie uns, denkt auch daran.
Viele Menschen leiden Hunger
wie man ihnen helfen kann.

Wenn die dritte Kerze leuchtet
muss fast alles fertig sein.
Stollen und die Pfefferkuchen
duften schon, ist das nicht fein!

Wenn die vierte Kerze leuchtet
findet Ruhe in dem Herrn
der uns seinen Sohn gesendet
er ist uns auch heut nicht fern.
5
 
#
Advent von Loriot

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, von ferne her durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein
Am Niklasabend muss es sein.

Und als das Häslein ging zur Ruh,
das Rehlein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.
Und packt sodann, es geht auf Vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Von Ferne tönt´s wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
so spät noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf goldnem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten.
Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
s' ist alles, was ich geben kann.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise,
die Silberschellen klingen leise,
im Försterhaus die Kerze brennt,
die Glocke klingt, es ist Advent.

(Loriot, Vicco von Bülow, 1923-2011, deutscher Humorist)
6
 
@ gerueu #
siehe "oben"
Hat der Jäger nix geschossen,
hat er dennoch frische Luft genossen!
2
 
@ FarmFritz #
... das wurde heute auch bei der Tafel-Weihnachtsfeier vorgetragen
1
 
@ Gento #
....... unser Forstamt verschickt das auch immer wieder gern - pünktlich zum Nikolaustag.
3
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 19.12.17 um 09:08 Uhr.
@ gerueu #
Das ist mal ein Gedicht, dass niemand in der Schule auswendig lernen musste...
Und trotzdem kenne ich es auswendig und lache immer noch darüber! Ebenfalls leicht zu behalten (In der Kürze liegt die Würze):

Vent, vent, Lichtein brennt
Drei, vier, Christkind Tür.


3
 
#
Wer nimmt sie auf ?

Winkend stehen sie am Straßenrand:
Die Nachsicht, die Geduld,
das Verstehen und das Verzeihen.
Viele fahren vorbei,
aber nur wenige beachten sie.
„Schert euch weg, ihr haltet uns nur auf“,
sagen die einen,
„Ihr seid zu anstrengend, zu kompliziert“,
meinen die anderen.

Wer ist schon bereit,
so unbequeme Gesellen aufzunehmen?
Ein Stück weit vielleicht dürfen sie mitfahren,
aber nicht den ganzen Lebensweg.
Das wäre zuviel verlangt.
Ihr Gepäck ist zu schwer für das kleine Gefährt
des menschlichen Denkens.

So stehen sie wieder winkend am Straßenrand:
Die Nachsicht, die Geduld,
das Verstehen und das Verzeihen.
Aber kaum einer will sich ernsthaft
mit ihnen befassen.
Die Liebe jedoch,
die einst vertrauensvoll
sie zu den Menschen geschickt,
zieht sich zurück nun
und weint.
6
 
Werde Mitglied der Community Land und Natur, um an dieser Diskussion teilzunehmen!
Zum Seitenanfang