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Erziehung im modernen Zeitalter

@ kraeterfee #
Ja, zu später Stunde habe ich die korrekte Ausdrucksweise mal vergessen. Bei uns in NRW und auch in anderen Bundesländern ist es nicht so, dass nur Heillerziehungspfleger, Heiilpädagogen, Motopäden oder Logopäden Kinder und Menschen mit Behinderung betreuen würden. Und deshalb weiß ich auch als Erzieherin, was beispielsweise Eltern alles unternehmen müssen, um von ihrer Krankenkasse dringend benötigte Hilfsmittel für ein Kind bewilligt zu bekommen. Inklusion als Sparmodell ist sehr fragwürdig.

Könnte meine leider verstorbene KLassenlehrerin noch unterrichten, hätte sie ganz gewiss ihre Schüler auf auf etliche von der Presse nicht behandelte Fehlentwicklungen aufmerksam gemacht.

Ich würde sehr gern an einer Erzieherfachschule unterrichten. - Um Ihren Beruf beneide ich Sie!

Dass ich nicht unbedingt den größten Respekt vor Lehrern, Hochschullehrern und anderen so genannten Autoritätspersonen habe, liegt wohl daran, dass ich mir gern eigene Gedanken mache. Die Schemata, nach denen in der Erzieherausbildungen Planungen geschrieben werden sollen, schätze ich nicht. Mit Grausen erinnere ich mich an den an meiner Schule gebräuchlichen Begriff "Grobziel"... Die Vorbildfunktion von Fachlehrern der Erzieherfachschulen ist mir wichtig und daran hapert es oft, finde ich. Dazu ein Beitrag von meiner Webseite: [www.kindergartenkritik.de]

Der Titel des Threads soll bitte nicht den Eindruck erwecken, dass ich meinen würde, früher sei alles besser gewesen. Mir gefällt es, dass Kinder heute viel unbefangener auf fremde Erwachsene zugehen können. In meiner KIndheit waren Kinder oftmals schüchtern. Gut auch, dass das Schlagen von Kindern verboten ist.

Freundliche Grüße

amaria






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Ich finde, die Erwartungshaltung mancher Eltern nimmt zu und ist grenzwertig (wohlgemerkt: MANCHER Eltern).

Kleine Kinder werden in die Kita´s gebracht, sollen dort "sauber" werden und Umgangsregeln erlernen. Es soll hier am Tisch mit Besteck essen gelernt werden, hingegen Zuhause vor dem Fernseher mit Fast Food aus der Hand.
Wenn das nicht klappt, ist die Erzieherin unfähig.

Weiter in der Schule wird von den Lehrern erwartet, dass Kinder in allen Fächern gute Noten haben (schlechte Noten werden eh von den Eltern angezweifelt und zur Diskussion gebracht) und sich anstandslos eingliedern. Wenn es Probleme gibt, sind immer andere Kinder Schuld bzw. die Lehrkräfte unfähig.

Eltern erwarten Erziehung ihrer Sprößlinge in jeder Einrichtung.
Gute Kinder werden vorgezeigt, an Problemkindern haben immer die Einrichtungen (Erzieher/Lehrer) Schuld.

Und genau diese Kinder bzw. "Problem-Eltern" rauben den Einrichtungen Zeit für die unauffälligen Problemlosen.

Weder Erzieherinnen noch Lehrkräfte haben es heutzutage leichter - trotz guter Ausbildung, Fortbildungsangeboten etc.....
Sitte, Anstand, Erziehung, die Werte des Anderen achten und schätzen...all diese Dinge lernen die Kinder nicht mehr im Elternhaus.

Das Elternhaus - mit gutem Beispiel voran?

Wie einfach und bequem ist da ein Roboter!
Baby in der Wiege, Roboter übernimmt das Schaukeln, kann Lieder singen, meldet volle Hosen..... das ist aber einfach
Kinderkriegen leicht gemacht?
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@ KaffeePott1 #
[quote]KaffeePott1 schrieb:

Ich finde, die Erwartungshaltung mancher Eltern nimmt zu und ist grenzwertig (wohlgemerkt: MANCHER Eltern).
Eltern erwarten Erziehung ihrer Sprößlinge in jeder Einrichtung.
Gute Kinder werden vorgezeigt, an Problemkindern haben immer die Einrichtungen (Erzieher/Lehrer) Schuld.
Und genau diese Kinder bzw. "Problem-Eltern" rauben den Einrichtungen Zeit für die unauffälligen Problemlosen.

Es gibt keine "Problem - Eltern / Kinder". Es gibt pädagogische Herausforderungen

Sitte, Anstand, Erziehung, die Werte des Anderen achten und schätzen...all diese Dinge lernen die Kinder nicht mehr im Elternhaus.

Das ist auch anstrengend, unangenehm, nervtötend, länger als jeder Arbeitstag, ohne Urlaub- und Krankheitstage und ohne jede Anerkennung/Wertschätzung
Ganz nach dem Motto: Wer Arbeit kennt und nach ihr rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.


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@ KaffeePott1 #
KaffeePott1 schrieb:

Ich finde, die Erwartungshaltung mancher Eltern nimmt zu und ist grenzwertig (wohlgemerkt: MANCHER Eltern).

Kleine Kinder werden in die Kita´s gebracht, sollen dort "sauber" werden und Umgangsregeln erlernen. Es soll hier am Tisch mit Besteck essen gelernt werden, hingegen Zuhause vor dem Fernseher mit Fast Food aus der Hand.
Wenn das nicht klappt, ist die Erzieherin unfähig.

Weiter in der Schule wird von den Lehrern erwartet, dass Kinder in allen Fächern gute Noten haben (schlechte Noten werden eh von den Eltern angezweifelt und zur Diskussion gebracht) und sich anstandslos eingliedern. Wenn es Probleme gibt, sind immer andere Kinder Schuld bzw. die Lehrkräfte unfähig.

Eltern erwarten Erziehung ihrer Sprößlinge in jeder Einrichtung.
Gute Kinder werden vorgezeigt, an Problemkindern haben immer die Einrichtungen (Erzieher/Lehrer) Schuld.

Und genau diese Kinder bzw. "Problem-Eltern" rauben den Einrichtungen Zeit für die unauffälligen Problemlosen.

Weder Erzieherinnen noch Lehrkräfte haben es heutzutage leichter - trotz guter Ausbildung, Fortbildungsangeboten etc.....
Sitte, Anstand, Erziehung, die Werte des Anderen achten und schätzen...all diese Dinge lernen die Kinder nicht mehr im Elternhaus.

Das Elternhaus - mit gutem Beispiel voran?

Wie einfach und bequem ist da ein Roboter!
Baby in der Wiege, Roboter übernimmt das Schaukeln, kann Lieder singen, meldet volle Hosen..... das ist aber einfach
Kinderkriegen leicht gemacht?


Die trägt der Roboter dann aus. Halt.....dann gibts keine Kinder mehr......macht doch keinen Spass, einem Blechkasperl ein Kind zu machen.
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Was Kinder von ihren Eltern lernen, hängt sehr stark vom Elternhaus und der Gegend ab, in der sie leben. Lassen in einer noblen Wohngegend viele der Spitzen-Doppelverdiener ihre Kinder von Kinderfrauen oder Au-pairs abholen, dann ziehen andere Eltern nach. Obwohl heute selbst die Kleinsten in den Einrichtungen oft schon über die gesamte Öffnungszeit betreut werden, geht nach deren Ende dann die Fremdbetreuung in manchen Haushalten (ich habe jetzt mal bewusst nicht "Familien" geschrieben) weiter. - Kein Wunder, dass psychische Erkrankungen in der Bevölkerung zunehmen.

Als Angela Merkel für das Ressort als Ministerin zuständig war, kam es zur Betreuungsplatzgarantie für Kinder ab drei - und da man zu wenig Plätze und zu wenig Erzieherinnen hatte, wurde diese erst mal ausgesetzt. Ganz anders lief es dagegen unter von der Leyen. Betreungsplätze mussten um jeden Preis geschaffen werden, die Qualität war Nebensache und trotzdem würde die Schaffung der Plätze von der Presse bejubelt.

Früher bekamen viele Eltern angesichts der damals noch verbreiteten Schließungen der Kitas über Mittag mit, wie müde ihre Kinder nach nur einem halben Tag im Kindergarten waren. - Diese Erfahrung fehlt heute vielen Eltern. Morgens werden den Erzieherinnen zum Teil noch schlafende oder schläfrige Kinder übergeben und wie müde Kinder in der Mittagszeit inmitten einer lauten Einrichtung sein können, bekommen die Eltern auch nicht mit. Leider. In den Dokumentationen wird nicht selten schöngeschwätzt. Dann muss man auch nicht mit Eltern diskutieren. Dank der im wertschätzenden Stil abzufassenden Bildungsdokumentationen können sie leicht glauben, was sie glauben möchten, denn es ist natürlich nicht schön für Eltern, sich vor Augen zu halten, dass die Grundbedürfnisse ihres Kindes in einer Einrichtung keineswegs stets erfüllt werden.

Allein schon die ausufernde Selbstverständlichkeit, mit der Kinder aus demSchlaf geholt werden! (Ihren Chef würden Eltern nicht einfach wecken...)

Wir können uns selbst eigentlich auch fragen, inwieweit wir fremdbestimmt handeln und somit einiges mit einem Roboter gemeinsam haben.
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@ amaria #
Hallo amira,
da werden die kinder doch gleich auf das leben vorbereitet!
auf pc handy etc. mehr braucht der mensch doch nicht mehr
ausser genügend taschengeld

mfg
michael
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@ holzbockjager #
Also die Kleinsten sträuben sich schon mal vehement gegen diese "Vorbereiitung". Trotz der Eingewöhnung nach einem "Modell" kommt es immer wieder vor, dass sich die Jüngsten an den Beinen ihrer Eltern festklammern oder sich hinter die Tür werfen, durch die Mutter oder Vater aus dem Raum gegangen sind. Andere Kinder müssen dies mitansehen und bekommen dadurch quasi vorgeführt, wie hilflos Mütter und Väter sind. - Es ist schließlich nicht so, dass Eltern nicht auch leiden würden, wenn ihr Kind partout nicht von ihnen allein zurückgelassen werden will.

Die mit jeder Faser ihres Körpers protestierenden Kinder verhalten sich authentisch. Von den Erwachsenen lässt sich das nicht gleichermaßen sagen. Bezeichnenderweise konnte ich in den Personalzimmern von Kindergärten öfter den Satz hören "Wenn das meine Kind wäre..." Und der Satz wurde oft genug dahingehend beendet, dass es für das Kind besser wäre, wenn es weniger lange im Kindergarten betreut würde. Längst nicht alle Kinder verkraften es gut, dass sie mehr Zeit im (meist lauten) Kindergarten verbringen müssen als ihre Eltern auf ihrer Arbeitsstelle.

Ein Beispiel dafür, dass Erzieherinnen sich übermäßig an die Absurditäten des Betreuungssystems anpassen:
Nichts gegen die Betreuung der Kinder in offenen Gruppen, wenn genug Personal vorhanden ist. Es kann eine tolle Alternative zur herkömmlichen Betreuung in festen Gruppen sein. Aber wenn der Träger entscheidet, dass Erzieherinnen im Wechsel wochenlang nur in einem bestimmten Bereich Dienst haben, dann kann das Auswirkungen haben, die den Eltern kaum bewusst sind. Für mehrere Wochen im Kreativraum zu arbeiten, mag ja noch angehen. Der schlecht gedämmte Turnraum ist schon weniger angenehm. Aber wochenlang alle Kinder wickeln zu müssen, empfinden betroffene Erzieherinnen als Zumutung. "Wickeltisch und Wasserspiele" heißt es nach dem Dienstplan. - Vonwegen jedes Kind hat seine Bezugserzieherin, die es wickelt und für es vor den anderen zuständig ist.

Wenn von den Erzieherinnen erwartet wird, dass sie nach den Plänen anderer funktionieren, können Kinder sie leider nicht mehr als Menschen erleben, die im Einklang mit ihren Gefühlen leben. Kinder aber wollen Originale und keine zusammengestauchten, geschmeidig ans System angepassten Kopien. (Letztere aber lassen sich besonders oft "zertifizieren".)
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@ amaria #
am Schlimmsten fand/finde ich noch nach Jahrzehnten, wie mir die Kindergärtnerinnen/Tanten/Erzieherinnnen erzählten, wie gut mein Ältester sich in die Gruppe einpassen würde sobald ich da Haus verlassen hätte - er fühlte sich dort nicht wohl , wollte nicht bleiben, jammerte und wollte mit zurück nach Hause.
nDaß sie damals überlegt haben, ihn noch ein Weilchen zurück zu stellen berichtete die Leiterin mir bei seiner Einschulung
ich habe mich als Kind im Kindergarten auch nie wohl gefühlt, es war furchtbar dort, und hatte mir als kleines Mädchen geschworen, meine Kinder nie und niemals zu zwingen, im KiGa zu bleiben wenn sie wirklich nicht dort sein wollen.
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Wenn ich mir ansehe, das "unsere lieben Kleinen" noch vor der Windel um den Arsch ein Smartphone oder ein Tablett in die Fingerchen gedrückt bekommen, dann weiß ich wohin der Zug fährt.

Roboter voran, staatliche "Verblödungsanstalten" fördern... Kinderchen als Schmuckstücke bzw. weil's "In" ist, aber Zeit für Kinder/Familie haben wir nicht mehr/nehmen wir uns nicht mehr!
Hat der Jäger nix geschossen,
hat er dennoch frische Luft genossen!
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@ fuchsjaegerin #
fuchsjaegerin schrieb:

ich habe mich als Kind im Kindergarten auch nie wohl gefühlt, es war furchtbar dort, und hatte mir als kleines Mädchen geschworen, meine Kinder nie und niemals zu zwingen, im KiGa zu bleiben wenn sie wirklich nicht dort sein wollen.


Den Satz hätte ich gern mehrfach geliked, aber das ist nicht möglich. Viele Eltern machen sich keine Vorstellung davon, wie routiniert manche Erzieherinnen behaupten, ein Kind habe nicht mehr geweint, nachdem die Eltern die Einrichtung verlassen haben. Dabei ist die stumme Resignation sogar noch schlimmer als das Weinen und Toben der Kinder, die die Hoffnung, etwas zu bewirken, noch nicht aufgegeben haben.

Jesper Juul informierte in einem Interview darüber, dass in Dänemark 24% der Jungen und 10% der Mädchen angegeben haben, dass es ihnen im Kindergarten nicht gut ginge. [www.fr.de]
Nach meinem Eindruck dürfte der Prozentsatz der Kinder, die ihre Kindergartenzeit definitiv nicht als eine glückliche erleben, hier nicht niedriger sein.

Es ist so wichtig, dass Eltern sensibel sind und nicht von ihrem Kind erwarten, dass es ihm im Kindergarten gefällt. Die Gruppen sind zu groß. Statt guter Gespräche und individuellem Eingehen auf jedes Kind bieten Erzieherinnen mehr Bespaßung und verschultes Lernen nach Bildungsplan, was aber selbstverständlich als "spielerische Förderung" bezeichnet wird. - Das Sipiel aber ist seinem Wesen nach frei!

Und nach dem Kindergarten sollen die Kinder auch noch alle in die OGS oder eine andere Nachmittagsbetreuung. - Schrecklich! Sie haben kaum Rückzugsmöglichkeiten, immer müssen sie Teil einer Gruppe sein.
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