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Zukunft für die Landwirtschaft?

Beitrag vom Autor bearbeitet am 12.01.18 um 22:38 Uhr.
@ schaudichum #
schaudichum schrieb:

Ich denke jetzt schon gut 50Jahre zurück, und kenne keinen Hof, der "gestorben" ist. Die Ursachen der Aufgabe sind vielfältig.....von keinen bis unwilligen Nachkommen über Krankheits- und Todesfälle der Betriebsleiter u.s.w. Wohn- und Industriegebiete oder Autobahnbau ließen auch den ein oder anderen Hof "sterben".....
nur......all den Nachfahren/ Erben geht's jetzt besser, als wenn sie weiterwursteln würden.


Deutschland verliert seitüber dreißig Jahren jährlich mindestens 2% seiner landwirtschaftlichen Betriebe...ich weiß nich wie man das sonst nennt? Ganze Dörfer haben oft nicht einen landw. Betrieb mehr.
Die Hauptursache sind die wirtschaftlspolitischen Rahmenbedingungen.
Das Dorf, in dem ich wohne, war, bis 1945 ein absolutes, und sehr wohlhabendes, Großbauerndorf, das heißt, Großbauer war damals jemand über 20Ha. Der größte hatte 45ha. Heute sind Betriebe unter 100ha kaum überlebensfähig.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen."
(George Santayana)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
0
 
@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

In den letzten Tagen brachte der BR einen intertessanten Beitrag über die Stadtentwicklung von München. Es ging auch um die angedeutete Anwendung der SEM (städtebauliche Entwicklungsmaßnahme), die es der Politik erlaubt, die Bodenpreise auf Höhe des Bodenrichtwertes einzufrieren. Die Landwirte liefen sturm gegen dieses Vorhaben. Es wurden einzelne Landwirte gefragt und einer sagte inhaltlich: -Ein Einfrieren auf einen Betrag zwischen 10 und 20€/qm, würde zukünftige Investitionen in seinem Betrieb unmöglich machen-. Ich frage mich jetzt, durch welche ackerbauliche Maßnahme kann man eine Investition, die mit einer Fremdkapitalbelastung von 100.000 bis 200.000 €/ha einhergeht, jemals erwirtschaften? Der Hof auf dem diese Aussage gemacht wurde, sah mir nicht besonders "fortschrittlich" aus und der Landwirt war es, nach meiner Einschätzung, auch nicht. Die exorbitanten Steigerungen bei den Bodenpreisen, hat Fremdkapital in die Betriebe gespült, das bei vielen Betrieben durch eine normale Bewirtschaftung nicht zurückgezahlt werden kann. Das ist die eigentliche Gefahr, die viele Bauern gar nicht sehen. Das immer wieder ins Feld geführte Argument, dass man ja auch noch Flächen verkaufen könne, greift kaum, da die außergewöhnlichen Veräußerungsgewinne i.d.R. zum Spitzensteuersatz versteuert werden müssen. Da bleibt dann nur gut die Hälfte übrig. Wenn man Verschwörungstheorien etwas abgewinnen kann, könnte man meinen, dass da ein System dahinter steckt. Das dann anzunehmende Ziel, steht allerdings diametral zu den Aussagen der Politik.


Genau aus diesem Grund hat man die Landwirtschaft, und in vielen Ländern tut man das immer noch, nie in den normalen Markt entlassen.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

In den letzten Tagen brachte der BR einen intertessanten Beitrag über die Stadtentwicklung von München. Es ging auch um die angedeutete Anwendung der SEM (städtebauliche Entwicklungsmaßnahme), die es der Politik erlaubt, die Bodenpreise auf Höhe des Bodenrichtwertes einzufrieren. Die Landwirte liefen sturm gegen dieses Vorhaben. Es wurden einzelne Landwirte gefragt und einer sagte inhaltlich: -Ein Einfrieren auf einen Betrag zwischen 10 und 20€/qm, würde zukünftige Investitionen in seinem Betrieb unmöglich machen-. Ich frage mich jetzt, durch welche ackerbauliche Maßnahme kann man eine Investition, die mit einer Fremdkapitalbelastung von 100.000 bis 200.000 €/ha einhergeht, jemals erwirtschaften? Der Hof auf dem diese Aussage gemacht wurde, sah mir nicht besonders "fortschrittlich" aus und der Landwirt war es, nach meiner Einschätzung, auch nicht. Die exorbitanten Steigerungen bei den Bodenpreisen, hat Fremdkapital in die Betriebe gespült, das bei vielen Betrieben durch eine normale Bewirtschaftung nicht zurückgezahlt werden kann. Das ist die eigentliche Gefahr, die viele Bauern gar nicht sehen. Das immer wieder ins Feld geführte Argument, dass man ja auch noch Flächen verkaufen könne, greift kaum, da die außergewöhnlichen Veräußerungsgewinne i.d.R. zum Spitzensteuersatz versteuert werden müssen. Da bleibt dann nur gut die Hälfte übrig. Wenn man Verschwörungstheorien etwas abgewinnen kann, könnte man meinen, dass da ein System dahinter steckt. Das dann anzunehmende Ziel, steht allerdings diametral zu den Aussagen der Politik.


Genau aus diesem Grund hat man die Landwirtschaft, und in vielen Ländern tut man das immer noch, nie in den normalen Markt entlassen. Zumindest wenn man Wert auf eine möglichst hohe Eigenversorgeung der Gesellschaft, und damit auf politische Unabhängigkeit und Entscheidungsfähigkeit legte.......also nich das heutige Deutschland..
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@ altilla #
altilla schrieb:

Du ignorierst jetzt aber geflissentlich die Unwirtschaftlichkeit vieler kleiner Betriebe. Um größere, wirtschaftliche Einheiten zu schaffen, mussten diese Betriebe "sterben"!
Unbenommen: den Nachkommen dieser "gestorbenen Betriebe" geht es heute oft viel besser, als wenn sie jemals weiter gewirtschaftet hätten!


"Wirtschaftlichkeit" istz in diesem Zusammenhang eine rein ideologisch/theoretische Größe.
Was wirtschaftlich ist, udn was nicht, bestimmen die politischen Rahmenbedingungen, und die sind kein Naturgesetz.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 12.01.18 um 22:48 Uhr.
@ altilla #
altilla schrieb:

So lange die Direktzahlungen bei den Landwirten ca. 2/3 oder manchmal sogar 100 % des Gewinns ausmachen, sehe ich für die Landwirtschaft keine sinnvolle Zukunft. Zumindest nicht als Broterwerb, höchstens als Hobby.


Die Landwirtschaft dient eigendlich vornehmlich der Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Nahrungsmittel, und ist damit die Grundlage alles weiteren Handelns und Wirtschaftens
Das heißt, auch wenn die Landwirtschaft zu 100% öffentlich finanziert würde, spielt es letztlich keine Rolle, denn ohne funktioniert keine Gesellschaft, kein Staat. Das ist neoliberales Lillifeedenken.
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

In den letzten Tagen brachte der BR einen intertessanten Beitrag über die Stadtentwicklung von München. Es ging auch um die angedeutete Anwendung der SEM (städtebauliche Entwicklungsmaßnahme), die es der Politik erlaubt, die Bodenpreise auf Höhe des Bodenrichtwertes einzufrieren. Die Landwirte liefen sturm gegen dieses Vorhaben. Es wurden einzelne Landwirte gefragt und einer sagte inhaltlich: -Ein Einfrieren auf einen Betrag zwischen 10 und 20€/qm, würde zukünftige Investitionen in seinem Betrieb unmöglich machen-. Ich frage mich jetzt, durch welche ackerbauliche Maßnahme kann man eine Investition, die mit einer Fremdkapitalbelastung von 100.000 bis 200.000 €/ha einhergeht, jemals erwirtschaften? Der Hof auf dem diese Aussage gemacht wurde, sah mir nicht besonders "fortschrittlich" aus und der Landwirt war es, nach meiner Einschätzung, auch nicht. Die exorbitanten Steigerungen bei den Bodenpreisen, hat Fremdkapital in die Betriebe gespült, das bei vielen Betrieben durch eine normale Bewirtschaftung nicht zurückgezahlt werden kann. Das ist die eigentliche Gefahr, die viele Bauern gar nicht sehen. Das immer wieder ins Feld geführte Argument, dass man ja auch noch Flächen verkaufen könne, greift kaum, da die außergewöhnlichen Veräußerungsgewinne i.d.R. zum Spitzensteuersatz versteuert werden müssen. Da bleibt dann nur gut die Hälfte übrig. Wenn man Verschwörungstheorien etwas abgewinnen kann, könnte man meinen, dass da ein System dahinter steckt. Das dann anzunehmende Ziel, steht allerdings diametral zu den Aussagen der Politik.


Kenn den Fall, da geht's in meinen Augen um andere Dinge. München ist absolute Zuzug Region Wohnraum ist knapp und die Mieten steigen ins unendliche. Die Stadt hat kein Geld mit den billigen Grund der Bauern könnte man Sozialwohnungen bauen in dem man einen Teil des Grundes am Freien Markt verkauft.
Der Bauer hat das Problem das er für 20 € keinen Ersatzgrund bekommt geht bei 25 € los nach oben keine Grenzen gesetzt. Die Stadt München hat selber große Güter. Aber Tauschgrund dafür anbieten wollen sie auch nicht. Im Gegenteil man droht den Bauern mit Enteignung.
Tyr mag es mir Verzeihen aber das ist für mich Kommunismus in seiner reinsten Form.
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@ Fauli #
Fauli schrieb:


Tyr mag es mir Verzeihen aber das ist für mich Kommunismus in seiner reinsten Form.


Ihr Wessis und Jungspunde habt nur keine Ahnung was Kommunismus ist, nach eurer definition war dann schon immer Kommunismus, mindestens seit der Antike.
Schau Dir mal die bundesrepublikanische Landwirtschaftspolitik vor 1970 an, alles reiner Kommunismus
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen."
(George Santayana)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.01.18 um 23:38 Uhr.
@ tyr #
tyr schrieb:

Ihr Wessis und Jungspunde habt nur keine Ahnung was Kommunismus ist, nach eurer definition war dann schon immer Kommunismus, mindestens seit der Antike.
Schau Dir mal die bundesrepublikanische Landwirtschaftspolitik vor 1970 an, alles reiner Kommunismus

ich wünsche mir das Versorgungssystem Landwirtschaft für die Industrie oder auch nur für meine Branche.
Zuwendungen für unternehmerisches Unvermögen!
Wenn durch menschliches Verschulden ein Geschöpf geriet in Not. Ein qualvoll Leiden einem wunden Wilde droht! Wenn des Geistes hohe Stufe und des Menschen Kunst nicht reicht, folgte der Hund dem bangen Rufe, seine Nase schaffte es leicht.

Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner.
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@ Valsorey #
Valsorey schrieb:

ich wünsche mir das Versorgungssystem Landwirtschaft für die Industrie oder auch nur für meine Branche.
Zuwendungen für unternehmerisches Unvermögen!


Diese Aussage hättest du besser vorher noch einmal überdacht. Gerade die Industrie wird in D. an allen Stellen gepampert. Da gibt es z.B. die Verschonung der energieintensiven Verarbeitungsindustrie vom Bezahlen des Durchleitungsentgeltes beim elektrischen Strom. Das Sponsoring an die Autoindustrie, bei der Einführung der E-Automobilität. Die finanzielle "Hilfe" bei der Ansiedlung von Industriebetrieben u.v.a.m.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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@ Valsorey #
Um deinen Beitrag zu verstehen würde ich gerne wissen, in welcher Branche du zu Hause bist und was du genau unter landwirtschaftlichem Versorgungssysthem verstehst. Und wenn du es für die Landwirtschaft so einfach findest, was hindert dich dort einzusteigen?
Man lebt entspannter, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt was man hört und über den Rest lächelt.
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