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Verscherzen es sich die Landwirte mit Imker?

@ derDrohn #
derDrohn schrieb:

Verscherzen es sich die Landwirte mit Imker?

[www.agrar.basf.de]

Ich bin gespannt wie lange das noch gut geht bevor es öffentliche Aufrufe von Imkerverbänden gibt, die ihre Mitglieder dazu aufrufen Raps aus dem Wege zu gehen, zum Wohle der Bienen.

Cantus Gold besteht aus [sitem.herts.ac.uk] und aus [www.ncbi.nlm.nih.gov]

Der Drohn

Sehr geehrter Herr Drohn,
alles kein Problem, solange Sie deutsche Bienen in den Kästen haben. Ungarische als auch englische reagieren offenbar empfindlicher auf den Standort Raps, denn Deutschland war das einzige Land, das bei einer Studie keine erkennbaren Unterschiede bei der Überwinterung meldete. Ob man hier die Apis mellifera mellifera als Referenzbiene heranzog gab die Studie leider nicht her ;). Die Untersuchungsergebnisse für Mauerbienen und Erdhummeln hingegen waren identische und eine geringere Königinnenzahl und eine reduzierte Reproduktionsrate durch Raps nachgewiesen.
Allerdings werden die Landwirte hier genauso belogen wie die Imker, das sollte man stets bedenken...
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@ Hochfeld #
Hochfeld schrieb:


Mir ist übrigends kein Imker bekannt der gezwungen wäre anderer Leute Eigentum (hier Raps) anfliegen zu lassen.

War mir nun gänzlich neu das Imker nun die Honigproduktion selbst vornehmen bzw. einen Einfluß darauf haben welche Trachten von den Bienen beflogen werden. Herr Hochfeld mag recht haben bei denen, die Rapstrachten anwandern, unrecht hat er aber bei denen wo Raps im Flugkreis der Bienen des Heimstandes liegt und andersrum müsste man dann wohl argumentieren das der Landwirt, da von seinem Eigentum eine Gefährdung des Eigentumes anderer ausgeht, ein Befliegen durch Insekten unterbinden müsste?
Betroffen sind nicht nur Honigbienen, sondern alle Bestäuberinsekten. Letztere bilden wiederrum die Nahrungsgrundlage für Wirbeltiere und Vögel aller Art.
Wenn ich jetzt noch die Aussage von Dr. Josef Settele vom UFZ nehme, dass in vielen Gegenden auf 70% der PSM verzichtet werden könnte ohne wirtschaftliche Einbußen befürchten zu müssen stellt sich mir die Frage warum Landwirte derart unkritisch den Empfehlungen der Pflanzenschutzämter folgen?
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@ derDrohn #
derDrohn schrieb:
Mir geht es nicht um den Honig! Welche Unterstellung!
Mir geht es um wirksamen Bienenschutz!
Der Drohn

Mir sind beide Aspekte wichtig. Nachdem mir im Herbst 2017 die Problematik von PSM-Rückständen aus Raps bewußt geworden war, habe ich eine Frühtracht-Rückstellprobe (Bienenstand an Streuobstwiese / viel Löwenzahn; Raps in > 1,2 km Entfernung) nach Hohenheim geschickt. Ergebnis: 2 Fungizide nahe Grenzwert, was laut Hohenheim nicht allzu häufig vorkommt; bei Überschreitung wäre Honig "nicht verkehrsfähig".
In 2018 habe ich meine Völker in größerem Abstand von Rapsfeldern aufgestellt; bei einem Stand immer noch hoher Rapspollenanteil; 1 Fungizid (Boscalid) in Spuren nachweisbar, was laut Hohenheim sowie TEST, ÖKOTEST etc. wohl keine Ausnahme ist.

Der Bergische
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 17.02.19 um 20:25 Uhr.
@ obi11 #
obi11 schrieb:

War mir nun gänzlich neu das Imker nun die Honigproduktion selbst vornehmen bzw. einen Einfluß darauf haben welche Trachten von den Bienen beflogen werden. Herr Hochfeld mag recht haben bei denen, die Rapstrachten anwandern, unrecht hat er aber bei denen wo Raps im Flugkreis der Bienen des Heimstandes liegt und andersrum müsste man dann wohl argumentieren das der Landwirt, da von seinem Eigentum eine Gefährdung des Eigentumes anderer ausgeht, ein Befliegen durch Insekten unterbinden müsste?
Betroffen sind nicht nur Honigbienen, sondern alle Bestäuberinsekten. Letztere bilden wiederrum die Nahrungsgrundlage für Wirbeltiere und Vögel aller Art.
Wenn ich jetzt noch die Aussage von Dr. Josef Settele vom UFZ nehme, dass in vielen Gegenden auf 70% der PSM verzichtet werden könnte ohne wirtschaftliche Einbußen befürchten zu müssen stellt sich mir die Frage warum Landwirte derart unkritisch den Empfehlungen der Pflanzenschutzämter folgen?

Die Empfehlung der Ämter ist immer auf Schadschwellen zu achten, das überprüfen liegt dann am Landwirt.
Nun ist es halt so, dass beim maximalem Naturalertrag auch die Bruttosumme am höchsten ist und man sich somit ein Polster aufbaut.
Bin selber Landwirt und habe Bienen, sowie etwas Raps, habe aber in 15 Jahren noch nie eine Blütenspritzung gebraucht /gemacht, weil wir erstens nicht soviel Raps in der Flur haben und mir zweitens nicht die optimale Technik zur Verfügung steht.
Denke dass sich das über die Jahre ausgleicht, mal fahre ich ökonomoisch schlechter, dann auch mal besser als meine Kollegen.
Aber unter 38 dt war ich noch nie, maximal war 48 dt, hier nicht schlecht, gibt aber Bezirke da spricht man erst ab 50 dt über den Ertrag.
70% der PSM vielleicht bei Fungizid, allgemein finde ich die Zahl aber hoch.
Wir Landwirte gehen ja davon aus, dass die Behandlung bei der Unkrautbekämpfung die Bienen und andere Insekten nicht schädigt.
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Ob eine Blütenspritzung wirklich nötig ist lässt sich wirklich nur sehr schwer beurteilen .
Das die letzten Jahre so viel Blütenbehandlungen gefahren wurden ist zum einen der Tatsache geschuldet, das inzwischen jeder rapsanbauer über entsprechende Technik , sprich Arbeitsbreiten über 24 m verfügt !
Ich mache schon seit 3 Jahren keine spritzung mehr , denn warum soll ich noch ein Fungizid in die Blüte aplitiziren wenn ich es nicht mehr schaffe meinem Raps einen Insektiziden Schutz zu gewährleisten durch die stark reduzierten Wirkstoffe und Beiz Verbote !?
Aber keine sorge liebe Möchtegern Imker , der rapsanbau in der EU besonders in Deutschland ist eh blad Geschichte weil wir nach einem neonic Verbot keine Möglichkeit mehr haben den tierischen Schädlingen entgegen zu wirken .
Es soll zahlreiche Imker geben die behaupten das Raps die höchste Tracht bringt und eine wichtige Grundlage der Imkerei ist , aber ob es wirklich so ist vermag ich nicht zu sagen , denn dazu fehlt mir die nötige Fachkompetenz !
das bessere ist der feind des guten
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@ stripptiller #
Hallo an obi 11 und den Bergischen,
gern erkläre ich wie schon öffters unsere Grundlagen des miteinanders beim Pflanzenschutz.

Im unserem Grundgesetz wird Eigentumsrecht mit sozaler Verpflichtung festgeschrieben. Den Widerspruch zwischen Rapseigentümer und Bieneneigentümer löst das Pflanzenschutzgesetz in Verbindung mit der Bienenschutzverordnung. Dies ist für alle verbindlich.

Wer auf Augenhöhe reden möchte und ernst genommen sein will kommt an dieser Regelung nicht vorbei.

Speziell zum Raps, der am meisten Pflanzenschutz bedüftigen Ackerkultur. Für eine ganze Reihe Schädlinge gibt es Schadschwellen ab wann eine insektizide Behandlung Sinn macht. Die Schadschwellen gibt es ja auch bei Honigbienen.

Dazu eine ganze Reihe von Schaorganismen (z.B. Pilze) gegen die gut, weniger gut, oder garnicht wirksame Fungizide eingesetzt werden. Also kein Universalmittel für alles. In unserer Bienenzeitung haben mal zwei mit starken gefühlten Wissen ausgestattete Kakademiker Tipps für Rapsanbauer veröffentlicht. Mit einem Wort verantwortungsloser hochgradiger Unfug.

Eine gefürchtete Raps-Pilzerkrankung ist die Sclerotinia, auch als Rapskrebs oder Weisstängelikeit bezeichnet. Die Pilzsporen liegen im Boden und werden von einem Regentropfen aktiviert. Die Infektion erfolgt in der Blütezeit.
Der Anbauer kennt in der Regel das Infektionpotenzial seiner Böden. Er wird daher Cantus oder Cantus Gold einsetzen. Die Aplikation erfolgt zur Vollblüte.

Cantus Gold enthält zusätzlich zu Wirkstoff Boscalit Dimoxstrobin. Für beide sind Rückstands "Höchstmengen" in Honig festgelegt. Wenn ich es noch recht im Kopfe habe sind dies 200 und 50 ppb. Die Maßeinheit bezieht sich auf eine US Billion. Ein Eurocent sind 10 ppb von einer Million Euro.
Die Festlegung beruht auf Untersuchungsdaten aus den Zulassungsuntersuchungen und stellt den Bereich dar der in etwa zu erwarten ist. Diese Begrenzung gilt für die Verkehrfähigkeit. Eine sehr sichere Begrenzung für die menschliche Gesundheit mit hohem Sicherheitspolster ist der ADI Wert.
Raps wächst nicht über Nacht, man kann dann in aller Ruhe selber entscheiden was man möchte.

Mit der Tropplektechnik versucht man Rapsbehandlungen durchzuführen die zu weniger Rückständen führen. Dabei wird der Wirkstoff stärk er auf die Pflanzenmasse und weniger direkt in die Blüte apliziert. Dies ist möglich weil die Wirkstoffe systemisch wirken. So eine Geräte Einrichtung kostet 6000 €
Aber in der Bienen 11/18 wird schon wieder gegen systemische Mittel gestänkert. Erinnert mich irgend wie an die Tipps für Rapsanbauer.

Marktpreis des Rapses, und "deutlich starkerer kostspieliger Pflanzenschutz" durch wegfall der Beizmöglichkeiten werden dem Rapsanbau weiter stärker einschränken. Von Klugen Imker gewollt?
Womöglich wird der Raps mit noch mehr Ennergielügen-Mais erstzt.

Noch ein Wort zu den Fruchtweselschwätzern, seit man nach einer markfähigen Wechselfrucht fragen darf, sind sie auf Tauchstation gegangen.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 18.02.19 um 13:00 Uhr.
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"Noch ein Wort zu den Fruchtweselschwätzern, seit man nach einer markfähigen Wechselfrucht fragen darf, sind sie auf Tauchstation gegangen."

Ich habe im Umfeld eine Genossenschaft, bekannt für unbedenklichen Einsatz von Dünge- wie Bekämpfungsmitteln, aber auch einen Landwirt. Der setzt auf Fruchtwechsel (was Du wohl gemeint hast?) - wahrscheinlich, weil man bei uns im Flachland nicht auf Tauchstation gehen kann.

Was das Argument mit Raps als (ergiebige) Tracht angeht:
Wenn Imker Raps anwandern, dann tun sie das in der Regel in guter Zusammenarbeit und Absprache mit dem Landwirt. Dann kann das ganz gut klappen.
Es gibt aber auch Beispiele von Imkern, die angeben die Rapsfelder ihrer Umgebung lieber abzuwandern. Denn tatsächlich gehört Rapshonig zu den gefährdesten Honigsorten (haben hier ja einige schon belegt).
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@ Hochfeld #
Zum letzten Satz, volle Zustimmung, die Fruchtfolge sollte halt bei jeweilger Fruchtart positiv im Geldbeutel ankommen.
Aber glaub mir das mit mehr Fruchtfolge wird zwangsläufig kommen, zumindest bei erfolgreichen Betrieben.
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@ Seebauer #
Seebauer schrieb:

Zum letzten Satz, volle Zustimmung, die Fruchtfolge sollte halt bei jeweilger Fruchtart positiv im Geldbeutel ankommen.
Aber glaub mir das mit mehr Fruchtfolge wird zwangsläufig kommen, zumindest bei erfolgreichen Betrieben.


Moin

Na wenn du da mal nicht irrst!
Ein Bio-Betrieb hier in der weitläufigen Gegend; wirtschaftlichste Fruchtfolge ohne Beregnung auf D2 um die 30 BP, W-Roggen mit Weißklee-Untersaat in EC31-32, dann Körnermais und wieder von vorn. Das auf ca. 400 ha!
Mais wird in der hauseigenen Biogasanlage getrocknet, Roggen nach Bedarf auch.
Mais geht dann an einen Bio- Hänchenmäster/Pute, Mist kommt zurück. Hohe Technisierung wenig AK-Bedarf guter Gewinn!(echter Gewinn nach Steuer)

Gruß Gundermann
Das Wachstum hat immer Recht!- kommt uns doch bekannt vor alles hat sein Ende nur das Wachstum nicht.Jedenfalls ist das öffentlich-politisch-MEDIALE Neuholsprech schon auf den Niveau der dahinphrasierenden Zentralkommitees-Mitglieder mit angeschlossener Aktueller Kamera angekommen.(Gedanken eines Freundes)
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