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Fragen an/vom Imkernachwuchs
1185 Themen, Moderator: Bienenalex, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Fragen an/vom Imkernachwuchs

Honig vom Deutschen Imkerbund demnächst bei Aldi Süd

Beitrag vom Autor bearbeitet am 18.05.19 um 22:12 Uhr.
@ altilla #
altilla schrieb:

Viele arbeiten mit relativ kleinen, regionalen Genossenschaften. Stimmt, gute Idee!

Wie Winzer ihre Produkte anbieten, verkosten, Auslieferungsfahrten zu den Stammkunden.....
Weinfeste, Straußwirtschaft....
Ganze Busladungen werden da unterhalten und fast alle Kaufen....
Wir Imker stöhnen nur, dass ich mein ZEUG nicht verkaufen kann und verlangen von Anderen, dass sie etwas für unsere Vermarktung tun müßten.
So ein Gejammere habe ich bei den Winzern noch nie gehört.
Freunde sind wie Sterne, Du kannst sie nicht immer sehen, aber trotzdem sind sie da.
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@ Honiglang #
Honiglang schrieb:

Wie Winzer ihre Produkte anbieten, verkosten, Auslieferungsfahrten zu den Stammkunden.....
Weinfeste, Straußwirtschaft....
Ganze Busladungen werden da unterhalten und fast alle Kaufen....
Wir Imker stöhnen nur, dass ich mein ZEUG nicht verkaufen kann und verlangen von Anderen, dass sie etwas für unsere Vermarktung tun müßten.
So ein Gejammere habe ich bei den Winzern noch nie gehört.


Das ist schon richtig, nur der Vergleich IMKER - WINZER hinkt. Die Imker sind vorwiegend im Hobby- oder semiprofessionellen Bereich angesiedelt, ohne großes Marketing-Budget und ohne Möglichkeit, ganze Busladungen zu unterhalten. Ohne Hofladen, großzügigem Betriebsgelände mit Gebäuden und Genossenschaften für den Vertrieb. Der gemeine Hobbyimker hat doch nur die Wahl, sich Privatkundschaft aufzubauen, sich auf dem Wochenmarkt die Füße in den Bauch zu stehen oder sich billig vom Aufkäufer abspeisen zu lassen. Was ist denn aus den vielen HEG's geworden? Heute alle in privater Hand und nicht besser als die Abfüllbetriebe...

Und der Freizeitimker- und Bienenretter-Boom macht die Situation nicht besser.
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@ altilla #
altilla schrieb:

Ich stelle fest: Imker und Landwirte haben im Prinzip sehr ähnliche Probleme: fehlender Zugang zu den Kunden. Das sollte nicht nur dem Imkern und den Landwirten zu denken geben.



Weil das Angebot zu schmal ( nicht vielseitig) ist. Was willst mit nur wenigen Produkten an Werbung, im wirtschaftlichen Verhältnis zum Erlös, einsetzen?
Ich hatte vor fast 25 Jahren das Glück dass ich in einem nur einmal im Jahr stattfindendem Markt einsteigen konnte und pro Tag (der Markt geht 6 Tage am Stück) ca 50 kg Honig/Tag vermarkten kann. Natürlich noch mit Zusatzprodukte. Und das völlig ohne Werbung. Aber was machst ohne solchen Zugang?
Von den Winzern weiß ich dass private Winzer(sog. Selbstvermarkter) und auch größere Winzergenossenschaften mit dem Rücken zur Wand stehen bzw kurz vor der Insolvenz stehen. Also nix mit Friede Freude Eierkuchen oder man muss nur Wollen.

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@ schwabenimker #
schwabenimker schrieb:

Das ist schon richtig, nur der Vergleich IMKER - WINZER hinkt. Die Imker sind vorwiegend im Hobby- oder semiprofessionellen Bereich angesiedelt, ohne großes Marketing-Budget und ohne Möglichkeit, ganze Busladungen zu unterhalten. Ohne Hofladen, großzügigem Betriebsgelände mit Gebäuden und Genossenschaften für den Vertrieb. Der gemeine Hobbyimker hat doch nur die Wahl, sich Privatkundschaft aufzubauen, sich auf dem Wochenmarkt die Füße in den Bauch zu stehen oder sich billig vom Aufkäufer abspeisen zu lassen. Was ist denn aus den vielen HEG's geworden? Heute alle in privater Hand und nicht besser als die Abfüllbetriebe...

Und der Freizeitimker- und Bienenretter-Boom macht die Situation nicht besser.


Doch, der Boom macht etwas besser, und zwar die Honigpreise.
Die Imker der neueren Generation halten ihr eigenes Produkt für wertvoll und sind zurecht stolz auf ihre Arbeit. Beides vergessen die älteren scheinbar oft.

Sie haben im Kurs von der richtigen Vermarktung gehört, und setzen das auch entsprechend um. Lektion 1 Was billig ist, ist nichts wert. Wer billig kaufen will ist nicht mein Kunde. Lektion 2 teurer Honig in ansprechender Aufmachung und schön präsentiert verkauft sich besser als nachlässig hingestellte (Einheits-)Ware. Lektion 3 Regional schlägt Bio um Längen ich muss es aber auch auf dem Glas herausstellen.. Lektion 4 Wo Handarbeit gekauft und honoriert wird, stelle ich auch meinen Honig hin. Nicht zum Kettenbäcker, sondern zum Konditor. Nicht in den Supermarkt, sondern in den Hofladen, in den Blumenladen, zum Friseur, ins Hotel, ins In- oder Edelrestaurant. Da gehen Leute hin, denen gute Arbeit gutes Geld wert ist. Lektion 5 Ich mache meinen Marktstand nicht auf dem Flohmarkt, sondern auf dem Wochenmarkt, und wenn ich kann nicht in Hintertupfingen sondern in der nächstgrößeren Stadt, Lektion 6 Ich sitze nicht verdrossen hinter meiner Honigbarrikade als dürfte mich keiner stören, sondern bin neben und vor dem Stand fleißig und habe dort auch Eyecatcher wie kostenlose Info zu Bienen, ein schönes Bienenbuch etc. Die Kunden bleiben stehen, ohne kaufen zu müssen, und fragen Löcher in den Bauch. Kaufen tun sie mehr nebenbei, aus Selbstverständlichkeit.

Weitere Ideen: Man kann Firmen für Weihnachtspräsente beliefern. Man kann in seiner Firma Honig anbieten.
Man kann Bienenfans für teuer Geld ein Bienenvolk in den Garten stellen und ihnen auch noch den Honig verkaufen. Es gibt eine Firma, die nimmt pro Volk und Jahr 1500€ netto, schenkt dafür 20 Kilo Honig zurück.
Man kann zu Sportevents einen Marktstand machen. Man kann einen Stand an einer Touristenfalle machen. Man kann von Haus zu Haus gehen. Man kann einen Stand an besonderen Anlässen machen. Warum nicht mal am Tag des Denkmals alte Imkereigeräte präsentieren und Honig verkaufen, Der Sommer ist voll von Veranstaltungen quer durch das Land.

Man kann... sich nicht an den Aldipreisen orientieren, sondern sich bewusst sein, dass man ein Premiumprodukt anbietet, und Premiumpreise verlangen. 12€ 500g, 7,50€ 250g werden bezahlt! Es muss aber schon ein guter Honig sein. Wer macht es vor? Die Anfänger! Wer ist neidisch? Wer sollte aufwachen? Wer kann wesentlich mehr bekommen, als er denkt? Wir anderen. Es gibt keine Konkurrenz. Man muss echt nur wollen.

Soweit mal die Möglichkeiten, die der kleine Imker so hat, sicher unvollständig.Lasst Aldi Aldi sein.

Grüße.
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@ Bienenhiasl #
Bienenhiasl schrieb:

Doch, der Boom macht etwas besser, und zwar die Honigpreise.
Die Imker der neueren Generation halten ihr eigenes Produkt für wertvoll und sind zurecht stolz auf ihre Arbeit. Beides vergessen die älteren scheinbar oft.


Grüße.



Funktioniert alles so wie du geschrieben hast in der Stadt. Auf dem Dorf bleibst mit deinen 12 € pro 500 gr sitzen. Auch in ländlichen Städten wirst du, nach deiner Empfehlung, Schiffbruch erleiden.
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#
Ok, das sind nicht meine 12€. Aber je näher ich selbst am Aldi Preis bin, als an den 12 €, desto mehr habe ich verpennt, dass
es den Bienen so schlecht geht und ich mit meiner Arbeit als Imker da zu kämpfen habe
die Gestehungskosten laufend steigen, meine Miete auch und alles andere auch
der einheimische Honig ja Mangelware ist
ich für meine ökologisch und für die Bestäubung der Nutzpflanzen so wertvolle Arbeit ja ruhig auch gerecht entlohnt werden darf
ich kein Massenproduzent bin, sondern eine individuelle Leistung erbringe, die genau so kein anderer erbringt: kein Honig schmeckt genau wie meiner
dass ich mit meiner Arbeit als Imker selbst erfolgreiche und reiche Leute neidisch mache, denen ein Bezug zur Natur viel bedeutet, die ihn selbst aber nicht ausleben können, und für die ich stellvertretend Bienen halte, denn sie kaufen ja meinen Honig
zur Zeit mit dem Bienenhype für die Branche goldene Zeiten herrschen: Jede Menge Interesse für die Imkerei, so viel Berichterstattung wie nie, die Wertschätzung für Bienen, Honig und Imkerei ganz oben
sich schon viele als Vermittler von Dienstleistungen oder Honig und anderen Bienenprodukten in den Markt drängen (Internet), um den Reibach abzuschöpfen, den die Imker nicht machen, aus vermeintlichem Anstand, Bescheidenheit oder weil sie die Chance gar nicht sehen.

Ich finde, die Imker sollten einfach den Wert ihrer Arbeit, den mittlerweile auch die Gesellschaft flächendeckend anerkennt, in angemessene Preise ummünzen. Das hat mit Gier nichts zu tun, sondern damit, endlich den Wert und Mehrwert der eigenen Arbeit zu erkennen und einen gerechten Preis anzusetzen.
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@ Bienenhiasl #
Nur wo liegt der "gerechte Preis"?

Auf Korsika habe ich vom Imker wunderbaren Honig aus der Macchia gekauft. Das 500g Glas zu 8,50 Euro. Eine absolute Spezialitaet, da wird man echt neidisch. Ich bilde mir zwar ein, kein schlechtes Produkt zu haben, aber da koennen ich bzw. die hiessige Natur, ganz ehrlich, einfach nicht mithalten.

Fuer mich liegt der gerechte Preis irgendwo in der Mitte zwischen Macchia und "Koeniginnens Liebhaber". Ein Preis, wo ich dem Kunden reinen Gewissens bei angemessener Entlohnung noch einen Mehrwert bieten kann.
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@ Postkugel #
Du selbst solltest davon aber auch einen Mehrwert haben, den Du in die Imkerei zurück investieren und mit der Zeit dann besser Arbeiten kannst, mit besserem Gerät etc. So macht es Spaß, und der Mehrwert kommt auch wieder allen zu Gute, denn Deine Imkerei besteht und wirkt somit weiter. Was vorwärts geht motiviert und macht Spass, was immer halblebig oder ein Zuschussgeschäft bleibt, verleidet und wird irgendwann abgeschafft.
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@ fritzle #
Weil das Angebot zu schmal ( nicht vielseitig) ist. Was willst mit nur wenigen Produkten an Werbung, im wirtschaftlichen Verhältnis zum Erlös, einsetzen?
Ich hatte vor fast 25 Jahren das Glück dass ich in einem nur einmal im Jahr stattfindendem Markt einsteigen konnte und pro Tag (der Markt geht 6 Tage am Stück) ca 50 kg Honig/Tag vermarkten kann. Natürlich noch mit Zusatzprodukte. Und das völlig ohne Werbung. Aber was machst ohne solchen Zugang?
Von den Winzern weiß ich dass private Winzer(sog. Selbstvermarkter) und auch größere Winzergenossenschaften mit dem Rücken zur Wand stehen bzw kurz vor der Insolvenz stehen. Also nix mit Friede Freude Eierkuchen oder man muss nur Wollen.

Klar, auch den Winzern regnet es das Geld nicht vom Dach herein. Aber was hindert die Imker, die sowieso in Vereinen organisiert sind, auch gemeinsam zu vermarkten?
Der gegenseitige Futterneid?
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Naja, gibt Imker die einen vernüftig hohen Preis machen und es gibt hobbyimker die meinen den Supermarkt noch unterbieten zu müssen. Das gibt´s hald bei den Winzern auch nicht.
Na muss man sich doch fragen über wen man sich da aufregen soll.
Und das DIB Etikett ist doch eh für die Katz.

Wie heißt es so schön, wenn du das machst was die anderen machen,
dann bekommst auch nur das was die anderen haben.

Ihr redet vom Marketingbudget, Marketingdenken würde oft schon reichen!!
SChaut euch die Schulungen an wie macht man mehr Honig das findest überall,
wie vermarktet man den Honig da fehlt´s hald auch, das will auch keiner hören.
Imkermeister & gelernter Schreiner
www.bienen-graf.de

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