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Fragen an/vom Imkernachwuchs
1185 Themen, Moderator: Bienenalex, Susanne1, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Fragen an/vom Imkernachwuchs

Zu heiß aufgetauter Honig für Met ?

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Zu heiß aufgetauter Honig für Met ?
Hallo liebe ImkerInnen,

ich habe dieses Jahr zum erstenmal Frühtracht geschleudert und die Weiterverarbeitung völlig unterschätzt. Beim Rühren habe ich dann den Zeitpunkt des Festwerdens falsch eingeschätzt.
Habe mir dann eine Heizspirale geliehen und einen Eimer damit aufgetaut.
Der Honig hatte heute morgen nach 2 stündigem Abkühlprozess (und als ich endlich mal auf die Idee kam zu messen) noch 43 Grad!
Da wurde mir dann klar dass er wohl während des Auftauens definitiv viel zu heiß geworden ist über mehrere Stunden.

Was kann ich mit solch einem Honig noch anstellen?
Mir fällt "Kosmetik- Honig" ein.
Interessieren würde mich nun, ob man ihn noch zur Met Herstellung benutzen kann?

Ist überhitzter Honig schädlich?

Im Netz kann ich dazu leider nicht wirklich hilfreiche Aussagen finden und würde mich über Informationen freuen.

Ich nehme es als Lern- Erfahrung!

Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch wünscht

FranziBee

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 02.06.19 um 17:18 Uhr.
@ FranziBee #
Hallo,

wenn es Dir den Aufwand wert ist bzw. die Menge das rechtfertigt, lasse den Honig analysieren. Je nach Landesverband gibt es dafür Förderung, so dass ein rel. geringer Anteil selbst zu bezahlen ist. Natürlich geht es da um die Honigqualität insgesamt, da hast Du gleich auch mal einen Vergleich. Die Messgröße für Überhitzung oder zu warme Lagerung ist HMF (Hydroxymethylfurfural), und das wird bei der Analyse gemessen. Ob der Grenzwert über- oder unterschritten wird, steht dann im Ergebnis.

Honig hat eine sehr hohe Kapazität zur Aufnahme von Temperatur, und kühlt, vor allem im Kübel, nur langsam ab. Bei paar'n vierzig nach zwei Stunden, zumal sich Blütenhonig bei rel. geringer Temperatur verflüssigen lässt, würde ich hier nicht gleich schwarz sehen.

Ich empfehle zum Verflüssigen ein Melitherm von Spürgin, eine Heizspirale in einem Siebkübel, an der vorbei der Honig in den Auffangbehälter abtropft. Manche Honigarten muss man da auf über 65 Grad hochpowern, damit die Kristalle schmelzen. Durch den kurzen Kontakt mit der heißen Spirale bleibt der Schaden begrenzt, in der Regel immer noch weit unter dem Grenzwert. Wichtig, dafür sorgen, dass der verflüssigte Honig relativ schnell abkühlen kann. Kleine Mengen in einzelne Kübel, die ins kalte Wasser stellen, und das paar mal erneuern. Oder, wenn es draußen kalt ist, rausstellen. Imker sind ja erfinderisch.

Es gibt noch andere Methoden, abfüllbaren Honig zu erhalten. Eimer im Wärmeschrank oder Warmwasserbad nur antauen, dann mit dem Rapido von Biorat den angetauten Honig in einem Arbeitsgang zu abfüllbarem, cremigen Honig rühren. Klappt super, sagt eine Bekannte. Selbst habe ich es noch nicht ausprobiert.

Die schulbuchmäßige Arbeitsweise, den Honig mit fein kristallinem Honig zu Impfen, mehrere Tage kurz mit Rührstab etc. zu rühren, bis der Honig perlmuttfarben schimmert, ist auch eine Möglichkeit.

[die-honigmacher.de]

Grüße.
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@ Bienenhiasl #
Bienenhiasl schrieb:

Hallo,

wenn es Dir den Aufwand wert ist bzw. die Menge das rechtfertigt, lasse den Honig analysieren. Je nach Landesverband gibt es dafür Förderung, so dass ein rel. geringer Anteil selbst zu bezahlen ist. Natürlich geht es da um die Honigqualität insgesamt, da hast Du gleich auch mal einen Vergleich. Die Messgröße für Überhitzung oder zu warme Lagerung ist HMF (Hydroxymethylfurfural), und das wird bei der Analyse gemessen. Ob der Grenzwert über- oder unterschritten wird, steht dann im Ergebnis.

Honig hat eine sehr hohe Kapazität zur Aufnahme von Temperatur, und kühlt, vor allem im Kübel, nur langsam ab. Bei paar'n vierzig nach zwei Stunden, zumal sich Blütenhonig bei rel. geringer Temperatur verflüssigen lässt, würde ich hier nicht gleich schwarz sehen.

Ich empfehle zum Verflüssigen ein Melitherm von Spürgin, eine Heizspirale in einem Siebkübel, an der vorbei der Honig in den Auffangbehälter abtropft. Manche Honigarten muss man da auf über 65



hochpowern, damit die Kristalle schmelzen. Durch den kurzen Kontakt mit der heißen Spirale bleibt der Schaden begrenzt, in der Regel immer noch weit unter dem Grenzwert. Wichtig, dafür sorgen, dass der verflüssigte Honig relativ schnell abkühlen kann. Kleine Mengen in einzelne Kübel, die ins kalte Wasser stellen, und das paar mal erneuern. Oder, wenn es draußen kalt ist, rausstellen. Imker sind ja erfinderisch.

Es gibt noch andere Methoden, abfüllbaren Honig zu erhalten. Eimer im Wärmeschrank oder Warmwasserbad nur antauen, dann mit dem Rapido von Biorat den angetauten Honig in einem Arbeitsgang zu abfüllbarem, cremigen Honig rühren. Klappt super, sagt eine Bekannte. Selbst habe ich es noch nicht ausprobiert.

Die schulbuchmäßige Arbeitsweise, den Honig mit fein kristallinem Honig zu Impfen, mehrere Tage kurz mit Rührstab etc. zu rühren, bis der Honig perlmuttfarben schimmert, ist auch eine Möglichkeit.

[die-honigmacher.de]

Grüße.



Hallo Bienenhiasl,

vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Ich nehm den Honig jetzt zum Backen und so. Schmecken tut er gut

Viele Grüße und noch einen guten Bienen- Sommer,

FranziBee
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@ FranziBee #
Für Met kannst Du den Honig schon noch verwenden, HMF ist für Menschen unbedenklich, nur für die Bienen ist er giftig.
DAS SIND die Weisen,
die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren.
(F. Rückert)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 11.06.19 um 20:56 Uhr.
@ FranziBee #
Frühtrachthonig fülle ich nach dem Abschäumen gleich in Gläser ab und lagere ihn gekühlt bei -18°C in der Kühltruhe. Dann habe ich bei Bedarf immer einen sehr feincremigen Honig, auch nach einem Jahr in der Truhe!
Ich benötige keines der teuren Geräte, der Stromverbrauch hält sich in Grenzen (0,5 kWh je Tag im Schnitt), Auftauschrank bzw. Melitherm benötigen auch Strom.
Dazu kommt noch, dass es mein eigener Strom (PV) ist.
siehe auch [www.landlive.de]
Gruß aus Ulm
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@ Lu #
Super, vielen Dank! Das beruhigt mich.
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@ Denoix #
Das ist eine interessante Variante. Ich werde mich mal damit auseinandersetzen!
Danke
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 12.06.19 um 00:53 Uhr.
@ Denoix #
Denoix schrieb:
Frühtrachthonig fülle ich nach dem Abschäumen gleich in Gläser ab und lagere ihn gekühlt bei -18°C in der Kühltruhe. Dann habe ich bei Bedarf immer einen sehr feincremigen Honig, auch nach einem Jahr in der Truhe!
Ich benötige keines der teuren Geräte, der Stromverbrauch hält sich in Grenzen (0,5 kWh je Tag im Schnitt), Auftauschrank bzw. Melitherm benötigen auch Strom.
Mal kurz nachgerechnet:

- Gefriertruhe für Honiglagerung (Einlagerung frisch geschleuderter Honig in 500g-Gläsern abgefüllt):
0,5 kWh/Tag, 200l Fassungsvermögen (= ca. 250 Gläser a 500g Honig = 500kg Honig):
0,5 kWh x 360 = 180 kWh/Jahr für 500kg Honig/Jahr
(wobei nicht immer eine 100%ige Füllung vorh. ist).

- „Melitherm“ (oder ähnl. Auftau-Anlage):
0,5 kW Leistungsaufnahme, je Auftauvorgang ca. 3 h für 28 kg Honig:
0,5 kW x 3 h = 1,5 kWh / 28kg Honig.

Somit könnten mit dem jährlichen Energiebedarf der Gefriertruhe (180 kWh)
180 kWh / 1,5 kWh = 120 Auftauvorgänge a 28 kg Honig /Jahr ausgeführt werden …
… das wären 120 x 28 kg = 3.360 kg Honig/Jahr
... oder 6,5 Gefriertruhen …

Oder umgekehrt:
um 500 kg Honig aufzutauen, werden
500 kg / 28 kg = 18 Auftauvorgänge mit insgesamt 18 x 1,5 kWh = 27 kWh benötigt …
… was wiederum:
27 kWh / (180 kWh/100) = 15 % des Energieverbrauches der Gefriertruhe ist.


Wobei ein komplettes Auftauen nur bei einem Teil der Honigernte (dunkler Honig) erforderlich ist,
da bei korrekt behandelten*) (Blüten)Honigen nur ein AN-tauen mit nur einem kurzem Rührvorgang die feincremige Konsistenz gewährleistet ist.
*) … (Blüten)Honige direkt nach der Honigernte bis zur Feincremigkeit gerührt …


Die restlichen Überlegungen über Platzbedarf und Handling darf jeder selber machen ...


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@ immenguru #
Die Praxis zeigt in meinem Fall, das das Lagern in der Kühltruhe die ideale Lösung ist. Auch die Berechnungen dazu ergeben für mich das gleiche Ergebnis. Mein Platzbedarf ist durch die Truhen minimal, der Zeiteinsatz nach der Einlagerung in die Truhen = 0. Ich rechne mit insgesamt 500kg je Jahr.
Auch meine Familie profitiert davon, in der Stadtwohnung ist kein Platz für Geräte, die meistens nur herumliegen.

Gruß aus Ulm
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@ Denoix #
Denoix schrieb:
Mein Platzbedarf ist durch die Truhen minimal, ... .
"die TruhEN" ???
Ob der Honig in 14kg-Eimern (500kg = ca. 36 Eimer) oder abgefüllt in Gläsern lagert,
ist für den Platz / Raumbedarf so ziemlich egal ...
schließlich gibt es ja auch noch Leergläser und etc. ...

und:
... der Zeiteinsatz nach der Einlagerung in die Truhen = 0.
Aber VORHER
ist eben tagelang ein ziemlich dichtgepackter Arbeitseinsatz nötig.
Wo sich hingegen bei der Eimerlagerung diese "Arbeit" gemütlich und bedarfsbedingt über`s ganze Jahr verteilt.
Und die Einlagerung (in "die TruhEN" ???) und auch die "Entfrierung" entfällt.

und:
... in der Stadtwohnung ist kein Platz für Geräte, die meistens nur herumliegen.
Wenn du
deine "Honigverarbeitung" nicht grade ausschließlich in der (Wohn)Küche oder im Wohn-Schlafzimmer durchziehst,
ist eine tischgroße Arbeitsplatte neben / über den gelagerten Honigeimern ausreichend,
um nicht nur die Abfüllung, sondern auch den gelegentlichen Betrieb (incl. der "Lagerung") eines "Melitherms" o.ä. zu erlauben ...
Wobei "o.ä." auch andere Imkerarbeiten mit einschließt. (z.B. MW einlöten etc.) ...



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