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Forum: Bienenprodukte

Wachsgewinnung
Bienenhaus16.10.07 #
(Beitrag bearbeitet von Bienenhaus am 16.10.07 um 10:20 Uhr.)
Imker mit nur wenigen Bienenvölkern sind immer auf der Suche nach einer preisgünstigen Lösung, um anfallende Altwaben und Baurahmenwachs auszuschmelzen. Oft lohnt sich eine Anschaffung teurer Wachsschmelzgeräte aus dem Imkereihandel nicht. Neben Sonnenlicht ist Dampf die effektivste Quelle, um Wachsreste auszuschmelzen. Ich möchte euch heute ein Gerät vorstellen, welches unter Umständen schon für wenig Geld zu haben ist. Die Rede ist vom guten alten „Dampfentsafter“

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Ich selbst habe viele Jahre mit einem Entsafter gearbeitet und habe auch heute noch einen in Betrieb. Zur Funktion: Im unteren Topf wird Wasser zum kochen gebracht und der heiße Wasserdampf steigt zum nächsten Topf, dem eigentlichen Schmelzeinsatz, auf. Dazwischen befindet der Auffangtopf für das ausgeschmolzene Gut.

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Zum Handling: Die Altwaben werden ausgeschnitten, zur Hälfte geteilt und locker in den Schmelztopf gegeben. Nach ca. 15 Minuten tropft das erste Wachs in den Sammelbehälter des Dampfentsafters. Nach jeder Neubefüllung ist der Trester aus dem Schmelzeinsatz zu nehmen. Ich lass das geschmolzene Wachs direkt in einen Plastikeimer (kein Metalleimer) mit etwas Wasser laufen. Nach dem völligen Erkalten, das ist meist am nächsten Tag der Fall, kann man den Wachsblock leicht aus der konischen Form des Eimers heraus nehmen. Da sich die Schmutzteile am Wachsboden sammeln, muss dieser mit einem Messer soweit abgeschabt werden, bis das reine Wachs zum Vorschein kommt. Fallen bei dieser Arbeit viele Wachsreste an, kann man diese beim nächsten Schmelzgang nochmals mit ausschmelzen.

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Zum nächsten Arbeitsgang:
Die Wachsblöcke sind aber noch nicht fertig und müssen nochmals eingeschmolzen werden. Dazu nehme ich einen Emailletopf, es gibt da auch spezielle Töpfe aus Edelstahl, gebe die Wachsblöcke und etwas Wasser dazu und bringe das ganze auf einer Kochplatte zum kochen. Vorsicht: Aufpassen, dass nichts überkocht! Wachs ist in diesem Zustand leicht entflammbar! Jetzt kommt wieder ein Plastikeimer mit etwas Wasser zum Einsatz. Über den Eimer kommt ein Sieb (Unterteil des Doppelsiebs) und in dieses noch ein zusätzliches Perlongewebe ( Honigseihtuch, Damenstrumpfhose oder ähnliches). Ist das Wachs geschmolzen, gieße ich das Wachs vorsichtig durch das Sieb in den Eimer. Jetzt muss das Schmelzgut eine Zeit ruhen, ca. 1-2 Tage. Schmutzreste am Wachsboden müssen wieder abgeschabt werden.

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Das Handling mit dem Dampfentsafter verlangt etwas Übung, verspricht aber eine gute und vor allem preisgünstige Lösung.

Zur Beschaffung: Heute kann man schon für wenige Euros einen guten Dampfentsafter auf dem Flohmarkt, bei ebay oder ähnlichem erwerben. Es gibt sie auch neu und in Edelstahl-Ausführung, der Preis ist jedoch beachtlich.

Letzter Hinweis zum Schluss: Nicht in der Wohnung arbeiten, am besten im Freien z. B. im Garten wegen der doch ziemlich starken Geruchsbelästigung.

Beste Grüße

Dieter
Honiglang16.10.07 #
Was nutzt die beste und preisgünstigste Wachsgewinnung, wenn man es dann außer Haus gibt und im Imkereibedarfshandel umtauscht in Wachs zweifelhafter Herkunft. Der richtige Schritt ist jetzt aus dem eigenen Wachs Mittelwände zu gießen. Die Bienen bauen diese eigenen Mittelwände viel besser und schneller aus. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Nur so lohnt sich der ganze Einschmelzaufwand.
Bienenfreund16.10.07 @ Bienenhaus #
Bienenhaus schrieb:
und bringe das ganze auf einer Kochplatte zum kochen. Vorsicht: Aufpassen, dass nichts überkocht! Wachs ist in diesem Zustand leicht entflammbar!


Hallo Dieter, der Selbstentzündungspunkt von Wachs liegt sehr hoch, bei über 300°C. Das haben sie mir in einem Kurs vorgeführt, der Topf sprudelte bei 270°C und nichts passierte.

Das Problem ist das Überschäumen: wer dann auf offener Flamme kocht, hat ein Problem! Das wird hochgefährlich, da nur mit Sand oder Decken zu löschen.
Daher der Rat: Wachs immer im Wasserbad erhitzen, da kannst Du auch mal was vergessen und nichts passiert.

Andere Frage:
in der letzten biene 10/2007, S. 31 war die kalte Wachsgewinnung vorgestellt, mit 100% Ausbeute.
Hast Du das schon versucht? Sieht nach viel Arbeit aus, aber 100% locken.
zerobooze16.10.07 @ Bienenhaus #
(Beitrag bearbeitet von zerobooze am 16.10.07 um 11:04 Uhr.)
Bienenhaus schrieb:
... Nach dem völligen Erkalten, das ist meist am nächsten Tag der Fall, ...
... Eimer. Jetzt muss das Schmelzgut eine Zeit ruhen, ca. 1-2 Tage. ...

Langsames auskühlen im Wärmeschrank oder in einerStyro-Umhüllung -
sonst reißt der Wacksblock innen auf. Das Wachs kühlt am Rand schneller ab als im Zentrum.
Honiglang16.10.07 #
Ein Abdecken der Wachsblöcke reicht aus. So reist der Block nicht.
Bienenhaus16.10.07 #
Grüß dich Bienenfreund

Stimmt, man kann nicht oft genug darauf hinweisen, das nochmalige Aufkochen ist eine heikle Angelegenheit. Seitdem ein Imkerkollege aus unserer Region vor einigen Jahren sein komplettes Bienenhaus mit einer Gasflasche gesprengt hat, gibt es bei mir keine offene Flamme mehr.

Die kalte Wachsgewinnung war zu DDR-Zeiten schon aktuell. Ich habe die Geschichte auch mehrmals durchgespielt. Ja, es geht ist aber sehr, sehr Zeitaufwendig. Heute schmelze ich 10 Waben komplett in einer Zarge mit dem Dampfmeister aus. In der Zeitschrift „Imkerfreund“ gab es dazu eine sehr schöne Bauanleitung „Wabenschmelzkiste“ im Eigenbau.

Grüße

Dieter
bienenmichel16.10.07 @ Bienenhaus #
(Beitrag bearbeitet von bienenmichel am 17.10.07 um 11:52 Uhr.)
Bienenhaus schrieb:

Grüß dich Bienenfreund

Stimmt, man kann nicht oft genug darauf hinweisen, das nochmalige Aufkochen ist eine heikle Angelegenheit. Seitdem ein Imkerkollege aus unserer Region vor einigen Jahren sein komplettes Bienenhaus mit einer Gasflasche gesprengt hat, gibt es bei mir keine offene Flamme mehr.

Die kalte Wachsgewinnung war zu DDR-Zeiten schon aktuell. Ich habe die Geschichte auch mehrmals durchgespielt. Ja, es geht ist aber sehr, sehr Zeitaufwendig. Heute schmelze ich 10 Waben komplett in einer Zarge mit dem Dampfmeister aus. In der Zeitschrift „Imkerfreund“ gab es dazu eine sehr schöne Bauanleitung „Wabenschmelzkiste“ im Eigenbau.

Grüße

Dieter


Hallo Dieter,

ein kleiner Tipp, nehme ein Spitzsieb wo man normal Honig mit Siebt und hänge das in deinem Entsafter, fülle das Sieb mit Wabenwerk und Wachsbrocken.
Das Wachs ist viel sauberer als vorher.

Für die Wachsverarbeitung habe ich extra zwei Spitzsiebe, die ich hinterher in Kochenden Spülwasser wieder auswasche.

Das mit dem Entsafte habe ich früher auch gemacht.
Bei Meiner Völkergrößer nicht mehr geeignet.







Bienenfreund16.10.07 @ Bienenhaus #
Bienenhaus schrieb:
In der Zeitschrift „Imkerfreund“ gab es dazu eine sehr schöne Bauanleitung „Wabenschmelzkiste“ im Eigenbau. Grüße Dieter


Ja, die habe ich gebaut. Mit einem Dampfmeister aus dem Baumarkt unten dran, etwa 40 Euro.
Tipp:
Der Trester fällt bei mir in ein Insektengitter für 1,95, wie man es sich sonst vors Fenster nagelt. Hält ewig. Mit dicken Handschuhen geschützt wringe ich den heißen Baaz noch aus und da läuft ganz schön was weg. Das ausgeschmolzene Wachs in der Wasserschüssel spritze ich noch mit dem Gartenschlauch ab und gebe es nach dem Trocknen so zurück.
Für meine kleine Imkerei und mich die beste Lösung, kein Gehuddel
Bobbele03.12.07 #
Hallo!

Ich würde gerne mal wissen, ob sich einer von euch mit dem Thema Wachsreinigung auskennt. Ich würde nämlich ganz gerne Kerzen herstellen und dafür auch das eigene Wachs verwenden.
Jetzt habe ich aber erfahren, dass man das Wachs nur durch erhitzen und langsam erkalten lassen nicht genügend reinigen kann, damit die Kerze sauber brennt.

Würde mich freuen, wenn mir jemand einen Tip geben kann, wie man das Wachs genügend reinigen kann, bzw. mir seine Erfahrungen mitteilen kann.
Lahntaler03.12.07 #
Hallo !

Ich empfehle Filtern.

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Gruß
LAHNtaler