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landlive.de

Forum: Naturbauimkerei

Umstellung auf Naturbau
DerPhilipp04.10.16 #
Liebe Kollegen
ich brauche etwas Hilfe auf einem neuem Gebiet für mich, dem Naturwabenbau.
Im Juni hatte ich erstmalig einen eingefangenen Schwarm im Naturbau geführt.
Ich muss sagen - ich bin immernoch begeistert.

Jetzt überlege ich die hälfte meiner Völker (10 Völker auf Dadant) das nächste Jahr auf Naturbau umzustellen.
Meine Überlegung war:
Ich schüttle die Völker während der Rapstracht in die Kästen ab und mache den Dadantbrutraum mit Rähmchen mit eingelöteten 1cm Streifen voll.

Denkt ihr das funktioniert? Oder bauen sie mir dann nur Drohnenbau?
Muss man dennoch füttern?

Viele Grüße,
Danke,
Philipp
BienenWolli04.10.16 #
Das kann klappen, wenn du Geduld mitbringst und dir die Mühe machen willst
in Trachtlücken solltest du füttern

eigenes Wachs oder Naturbau wird vor allem vor dem Hintergrund der jetzt bekannt gewordenen Wachspanchereien ein Thema
Anker05.10.16 @ DerPhilipp #
Das wird schon klappen.
Bei Rapstracht brauchst nicht füttern,der Ausbau geht rasant,junge Königinnen verbessert den Vorgang.

Allerdings an Naturbau muß sich der Imker gewöhnen-gewöhnungsbedürftig !

Ich habe davon seinerzeit wieder Abstand genommen (nur meine Erfahrung).
DerPhilipp05.10.16 @ Anker #
Anker schrieb:

Das wird schon klappen.
Bei Rapstracht brauchst nicht füttern,der Ausbau geht rasant,junge Königinnen verbessert den Vorgang.

Allerdings an Naturbau muß sich der Imker gewöhnen-gewöhnungsbedürftig !

Ich habe davon seinerzeit wieder Abstand genommen (nur meine Erfahrung).



d.h. ihr denkt, dass sie auch gute Arbeiterinnenzellen bauen, auch wenn ich sie einfach in der Beute abschüttle (und nicht den Umweg über KS gehe)
crabro05.10.16 #
(Dieser Beitrag wurde am 27.09.18 um 19:20 vom Autor gelöscht.)
Honiglang05.10.16 #
Mit einem Schwarm klappt Naturbau immer.
Dann beginnen die Probleme!
Mit Naturbau schafft man für die Varrose optimale Vermehrungsbedingungen.
Mit dem Einsatz von Mittelwänden wird die Arbeiterinnenbrut gezielt angelegt.
Die Drohnenbrut wird so gesteuert in den Baurahmen angelegt. Nur so kann der Imker geziehlt etwas durch Drohnenbrutentnahme gegen die Milben tun. Das ist so eine gewisse Notbremse gegen die Varroamilbe, wenn noch die Honigproduktion läuft.
Naturbau hat so seine Probleme,
meint Honiglang.
Denoix05.10.16 @ Honiglang #
Hier will der Imker ja die Bienen auf die Streifen abschütteln, das ist kein Schwarm.
In diesem Fall muss er im Frühjahr damit rechnen, dass recht viel Drohnenwaben angelegt werden. Diese Drohnen dann regelmäßig (u.U. auf jeder Wabe) ausschneiden, irgendwann bauen die Bienen dann spätestens beim Einfüttern Arbeiterinnenwaben.
Ich würde die Aktion nach dem Abschleudern zu Beginn des Einfütterns machen und diesem Volk deutlich mehr Futter geben! Damit hat man automatisch auch mit der Wabenentnahme Brut entnommen und damit Varroamilben!
Gruß aus Ulm
Trisuli13.01.17 #
Liebe Imkerkollegen,

zu meiner konventionellen Hobby-Imkerei möchte ich gerne ab der kommenden Saison mit einem Volk ökologisch imkern. Ich möchte gerne in der Praxis die Vor- und Nachteile erleben.

Ich beabsichtige in einem größeren Brutraum (Zadant) das Volk im Naturwabenbau und ohne Drohnenwabe zu führen. Im ersten Jahr ist das noch kein Problem, doch wie führe ich ab dem zweiten Jahr die Schwarmkontrolle durch?
Genau so wie im konventionellen, also Brutraum anheben und nachschauen ob Weiselzellen vorhanden sind, oder gibt es elegantere Möglichkeiten?

Gruß
Martin
Bienenalex13.01.17 @ Trisuli #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.01.17 um 21:56 Uhr.)
zu meiner konventionellen Hobby-Imkerei möchte ich gerne ab der kommenden Saison mit einem Volk ökologisch imkern. Ich möchte gerne in der Praxis die Vor- und Nachteile erleben.

Hallo Martin, besonders die Demeterimker arbeiten mit Naturbau. Und hier gibt es auch Anleitungen und Literatur. Ich habe selbst ein Faible dafür und möchte das mit ein Paar Völkern für mich und bei Interesse auch im Verein konsequent durchziehen.

Naturbau geht gut mit dem Schwarmgeschehen, aber auch ohne. So habe ich es bisher gemacht. zwei oder drei Leerrähmchen für den Naturbau bei Ablegern und später MW zum erweitern.

Ein sehr gutes, professionelles, verständliches und nicht doktrinäres Buch und die Seite dazu ist : imkerei Friedmann
Zum Schwarmgeschehen: klicke dich hier mal durch: Schwarmbetriebsweise
und in der tube gibt auch filme: suche nach bio imkerei im jahresverlauf , musst ein bischen schweizer deutsch verstehen.

Wenn man sich mit Naturbau und Schwarmgeschehen befasst muss man sich aktiv mit den Bienen auseinandersetzen, vielleicht etwas anders als "normal". Das kann nur gut sein.

was an dem allem ökologisch ist, hängt meiner Meinung nach von der Religionszugehörigkeit ab. Ich bin katholisch und mache es halt so wie es mir gefällt.
lg



DerPhilipp14.01.17 @ Bienenalex #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 14.01.17 um 11:10 Uhr.)
Das Buch kenne ich und finde ich sehr gut. Das gesamte Buch erscheint sehr wertig. Die Anweisungen sind praktisch orientiert.

Die Schweitzer Filme auf Youtube sind auch sehr gut. Hier werden auch Jungvölker einfach abgestoßen, allerdings handelt es sich hier ja um frisch gebildete Ableger mit sehr junger Königin.

Bei mir geht es tatsächlich um Wirtschaftsvölker.

Die Bauerneuerung beim Auffüttern klappt hervorragend. Es werden fast ausschließlich Arbeiterinnenzellen und Speicherzellen (am Rand des Brutnests angelegt). Es ist aber hier auch nicht mehr die Zeit der Vermehrung und des Aufwärtstrends des Bienenvolks.

Ich möchte während der Rapsblüte die Hälfte der Völker erneuern (und gleichzeitig auf Naturbau umstellen). Überlegung ist: Ich brauche nicht füttern. Ich kann mit den Völkern sehr gut die Waldtracht mitnehmen.
Auf Mittelwände abschütteln klappt sehr gut, das habe ich bereits ausprobiert.

Aber wie ist es wenn man nur auf Streifen abschüttelt und Naturbau haben möchte?

Hat denn schon jemand tatsächlich die Variante mit dem Abschütteln auf Rähmchen mit Mittelwandstreifen (ohne Umweg über Kunstschwarm) ausprobiert und kann praktische Erfahrungen beitragen?

Meine größte Sorge ist, dass dann hauptsächlich Drohnenbrut errichtet wird. Kann hier jemand etwas beitragen, der es schon praktiziert hat oder vielleicht regelmäßig so praktiziert.

Viele Grüße und vielen Dank,
Philipp