Amaryllis Pflege – So pflegt man diese Zimmerpflanze!

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Amaryllis Pflege für das ganze Jahr

Eine der beliebtesten Zimmerpflanzen in deutschen Wohnzimmern ist die Amaryllis. Mit ihren farbenprächtigen Blüten sorgt sie besonders im Winter und an Weihnachten, wenn die meisten anderen Pflanzen sich in der Ruhephase befinden, für das bisschen Extrafarbe im Wohnzimmer. Die weichen Blütenblätter gibt es in vielen Farben von Weiß, Rosa bis Rot oder sogar auch Grün. Und mit einem Durchmesser von bis zu 20 cm sind sie ein echter Hingucker. Nicht umsonst kommt der Name von dem altgriechischen Wort „amarusso“, das sich mit funkeln oder strahlen übersetzen lässt. Und genau das tut die Amaryllis bei richtiger Pflege – sie strahlt und funkelt!

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Allerdings ist die bei uns als Amaryllis bekannte Pflanze streng genommen keine Amaryllis, auch wenn sie zu der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört. Der eingedeutschte Name “Amaryllis” ist zwar gängig, gemeint sind aber Pflanzen der botanischen Gattung Hippeastrum, dem Ritterstern. Die echte Amaryllis (Amaryllis bella-donna) heißt auf Deutsch Belladonnalilie und öffnet bereits im Spätsommer rosafarbene, duftige Blüten. Das Namenswirrwarr um die Amaryllis entstand vor etwa 200 Jahren, als Seefahrer immer mehr exotische Pflanzen aus Afrika, Südamerika und Asien nach Europa brachten, darunter auch die Belladonnalilie. Durch die Fülle der Neuankömmlinge blickten dann selbst Botaniker nicht mehr durch. Erst seit 1987 entschied eine internationale Expertenkommission dass die südamerikanische Pflanze als Hippeastrum eine eigenen Gattung ist. Der neue Name hat sich aber in Gärtnerkreisen nach wie vor nicht richtig durchgesetzt – hier wird die Zwiebelblume immer noch überwiegend Amaryllis genannt.

Egal unter welchem Namen, die Amaryllis bringt bei richtiger Pflege in den dunklen Wintermonaten Farbe in unser Leben, vorausgesetzt sie erhält die richtige Pflege. Aber Achtung im Umgang mit der Pflanze – sie ist an allen Teilen sehr giftig!

Hier einige Fakten die sie zur richtigen Pflege Ihrer Amaryllis kennen müssen:

Standort

Der ideale Standort für Ihre Amaryllis hängt von der Jahreszeit ab. Während der Wachstumsphase (Frühjahr bis Sommer) braucht sie einen halbschattigen warmen Platz – idealerweise auf der Terrasse oder dem Balkon mit Temperaturen von 24 bis 26 Grad Celsius. Während der Blühphase sollten Sie die Amaryllis ins Haus holen und am besten auf eine helle Fensterbank stellen. Je niedriger die Temperatur während der Blütezeit ist, desto länger hält die Blüte. Während der Ruhepause im Herbst bevorzugt die Pflanze einen dunklen Standort und konstant kühle Temperaturen von etwa 16 Grad Celsius.

Gießen

Um die Blüte Ihrer Amaryllis in voller Pracht genießen zu können, ist das richtige Gießen sehr wichtig. Während der Blüh- und Wachstumsphase ist es wichtig, die Amaryllis regelmäßig zu wässern, wobei sie die Wassermenge vom ersten Austrieb bis zum Beginn der Wachstumsphase im März langsam steigern und dann auf einem konstant hohen Niveau halten sollten. Am besten stellen Sie den Topf auf einen Untersetzer und füllen den mit Wasser, so kann die Amaryllis das benötigte Wasser mit ihren Wurzeln ansaugen, ohne dass sich Staunässe bildet. Im September beginnt für die Amaryllis eine dreimonatige Ruhephase, während der sie nicht gegossen werden sollte. Wenn die Blätter komplett eintrocknen sind können Sie die Pflanze für mindestens fünf Wochen an einen kühlen Platz (ca. 16 Grad Celsius) stellen.

Topf und Erde

Die Amaryllis wächst in der Natur auf durchlässigen Böden mit hohem Mineralgehalt. Als Topfpflanze reicht ihr handelsübliche Zimmerpflanzenerde. Amaryllis fühlen sich auch in Tongranulat wohl.

Amaryllis als Zwiebeln pflanzen

Sie können im Herbst Amaryllis-Zwiebeln kaufen, das ist deutlich billiger als an Weihnachten die blühenden Pflanzen zu kaufen. Die Zwiebeln können Sie direkt in den gewünschten Topf pflanzen, sie sollte relativ flach sitzen und zur Hälfte mit Erde bedeckt sein. Achten Sie darauf, dass der Topf nicht zu groß ist, der Abstand zwischen Zwiebel und Topfrand sollten nicht größer als fünf Zentimeter sein. Nach dem Eintopfen gießen Sie am besten auch hier über den Untertopf – die Zwiebel braucht in dieser Phase nur wenig Feuchtigkeit. Für die nächsten zwei Wochen sollte der Topf an einem dunklen und kühlen Ort bei rund 16 bis 18 Grad Celsius stehen. Nach diesen zwei Wochen sollten Sie oben aus der Zwiebel die Spitze eines neuen Blütentriebs sehen. Sobald Sie den ersten Trieb sehen stellen Sie die Amaryllis an einen hellen Platz zum Beispiel auf der Fensterbank und erhöhen langsam die Wassermenge.

Amaryllis Düngen

Gedüngt werden die frisch gepflanzten Zwiebeln erstmals, wenn sich die Blüten öffnen. Bei etablierten Pflanzen ist das etwas anders – diese werden erst gedüngt, wenn die Blüte zu welken beginnt. Von jetzt an sollten Sie alle 3-4 Wochen düngen und ab April-Mai dann sogar alle zwei Wochen, wenn die Amaryllis im Freien steht sogar wöchentlich. Im August können Sie das Düngen dann wieder einstellen. Als Dünger eignen sich alle handelsüblichen Produkte für Blühpflanzen

Amaryllis Schneiden

Wenn die Amaryllis verblüht ist, sollten sie die verwelkte Blüte mit dem Blütenstil mit einem scharfen Messer abschneiden. Im Spätsommer, wenn die Pflanze eingetrocknet ist, sollten Sie auch die Blätter entfernen. Werfen Sie Ihre Amaryllis jetzt bloß nicht weg, denn auch wenn von der Pflanze außer Zwiebel nicht mehr viel übrig ist, heißt das nicht, dass sie im nächsten Winter bei richtiger Pflege nicht wieder farbenfrohe Akzente setzt.

Amaryllis Krankheiten und Schädlinge

Ein häufig auftretendes Problem bei der Amaryllis ist eine Pilzerkrankung, der „Rote Brenner“ (Stagonospora curtisii). Wie der Name schon vermuten lässt, zeigen sich an der ganzen Pflanze und auch an der Zwiebel rotbraune Flecken. Die befallenen Stellen an der Zwiebel werden zudem weich und beginnen zu faulen. Wenn Sie den Pilzbefall rechtzeitig bemerken, können Sie Ihre Amaryllis retten, indem Sie die Zwiebel für etwa eine Stunde in eine Kupferlösung tauchen. Den Pilzbefall können Sie häufig verhindern, indem Sie grundsätzlich nur über den Untertopf gießen und auf sehr durchlässige Blumenerde achten. Leider ist die Amaryllis wie alle Blühpflanzen auch anfällig für die lästigen Schildläuse. Diese können Sie mit den handelsüblichen Präparaten bekämpfen.

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Amaryllis – ein Pflegekalender für das ganze Jahr

Die Amaryllis ist bei uns so beliebt, da sie dann blüht, wenn alle anderen Blühpflanzen im Winterschlaf sind. Diese antizyklische Blüte heißt natürlich auch, dass der Pflegekalender einen anderen Rhythmus hat. Nach der Blühphase im Winter folgt die Wachstumsphase und im Spätsommer die Ruhephase, während der die Pflanze Kraft für Ihre spektakuläres Farbspiel im Winter sammelt. In ihrer tropischen Heimat ist die Pflanze extremen Bedingungen wie Trocken- und Regenzeit ausgesetzt, die richtige Pflege sollte die Konditionen bestmöglich nachempfinden.

  • Blühphase – Dezember und Januar

Egal ob frisch gekauft oder aus der Ruhepause erwacht, die Amaryllis braucht jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit. Die notwendige Feuchtigkeit erhält sie am besten über den Untertopf, denn ganz wichtig ist, dass die Zwiebel trocken bleibt, da Staunässe schnell dazu führt, dass die Zwiebel verfault. Je mehr Knospen und Blätter die Pflanze austreibt desto mehr Wasser benötigt sie.

  • „Verwelken“ im Februar

Die Blüten sind jetzt alle verwelkt und diese müssen Sie mit dem Stiel abschneiden, damit die Pflanze all ihre Kraft in die Zwiebel stecken kann. Im Februar beginnt auch die Düngezeit die bis August andauert.

  • Wachstumsphase – März bis April: 

In der Wachstumsphase bevorzugt die Amaryllis einen warmen Standort. In diesen Monaten braucht sie auch mehr Wasser (aber keine Staunässe!) und regelmäßig Dünger.

  • Mai bis Juli

In diesen Monaten werden in der Zwiebel die neuen Blüten angelegt und die Pflanze braucht daher alle ein bis zwei Wochen Dünger und auch sonst eine gute Versorgung mit Tageslicht, Wasser und Nährstoffen.

  • Ruhephase – August bis Oktober

Im August können Sie das Gießen und Düngen einstellen, denn die Pflanze bereitet sich jetzt auf die Ruhephase ein. Wenn die Blätter verwelkt sind, können Sie diese entfernen. Wenn alle Blätter abgestorben sind können Sie die Zwiebel bei kühlen Temperaturen (aber frostfrei) an einem dunklen Ort in trockener Erde ruhen lassen.

  • Umtopfzeit – November

Jetzt ist es Zeit die Zwiebel in frische Blumenerde umzutopfen. Wenn sich kleine Zwiebeln gebildet haben können Sie diese separat einpflanzen. Allerdings dauert es ein paar Jahre bis diese Blüten tragen. Nach dem Umtopfen sollten Sie die Pflanze einmal gut gießen und dann erst wieder wenn Sie die ersten Triebe sehen.

  • Blütezeit – Dezember

Bei richtiger Pflege sollte Ihre Amaryllis jetzt gut auf das Blütenfeuerwerk vorbereitet sein. Jetzt ist es auch Zeit die Pflanze an einen hellen und warmen Ort zu stellen. Denken Sie daran, dass die Blütezeit länger anhält wenn die Temperaturen nicht zu hoch sind. Kontrollieren Sie Wasserzufuhr, in der Regel reicht es die Pflanze einmal pro Woche über den Untertopf zu gießen.

Die Amaryllis ist an Weihnachten aus unseren Wohnzimmern aus gutem Grund genauso wenig wegzudenken wie der Weihnachtsbaum. Mit einem relativ geringen Aufwand können Sie die Pflanze gut „übersommern“ und jedes Jahr wieder das Feuerwerk der Farben genießen. 

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Marc Landlive Redaktion

Als bekennender Outdoor Fan, Tier Fan und vor allem als jemand, der gerne seinen Tag bei der Gartenarbeit verbringt, schreibe ich für Landlive zu Themen, die mich eben bewegen. Ich hoffe hier dem einen oder der anderen ein paar interessante Tipps geben zu können, wenn es um das Leben mit der Natur geht.