Freude am Garten – auch mit Rollstuhl

Der eigene Garten ist für viele Menschen der Inbegriff für Erholung und ein authentisches Naturerlebnis. Mit steigendem Lebensalter kann die Nutzung des Gartens jedoch zur Herausforderung werden. Wenn der Körper nicht mehr mitspielt, sind Gehhilfen bis hin zum Rollstuhl für die Bewegung im Freien unverzichtbar. Weitere Freude am Garten schließt dies nicht aus, solange der Außenbereich richtig auf die neue Lebenssituation vorbereitet wird.

Freude am Garten niemals nehmen lassen

Mit körperlichen Einschränkungen nach einem Unfall oder im steigenden Alter fällt es schwerer, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Weg zum Supermarkt oder zu einer Behörde kann zur echten Tortur werden, selbst bei Spaziergängen fehlt die Sicherheit beim Laufen. Umso schöner ist es, einen eigenen Garten zu besitzen und mit diesem etwas Natur direkt vor der eigenen Haustüre zu erleben.

Auch wenn das Fahren eines Rollstuhls oder die Nutzung eines Rollators die Gartennutzung erschweren – unmöglich ist sie niemals. Einmalig die richtigen Anpassungen im Außenbereich getroffen, entsteht eine Gartenlandschaft, die Lust auf einen regelmäßigen Besuch und ein Ausruhen in der Sonne macht. Die Freude an der Gartennutzung kann sogar die Gesundheit fördern, von der regelmäßigen Bewegung bis zur Steigerung der allgemeinen Lebensqualität.

Grundlegendes zur sicheren Gartengestaltung

Sobald absehbar ist, dass ein Eigentümer bei der alltäglichen Fortbewegung auf Hilfe angewiesen ist, sollte frühzeitig über eine Umgestaltung des Gartens nachgedacht werden. Der wichtigste Schritt: Alle Bereiche des Gartens sollten im Idealfall ohne fremde Hilfe erreichbar bleiben. Mit der Nutzung eines Rollstuhls oder anderen Gefährts sind Wege zu legen, die eine ausreichende Breite aufweisen.

Für ein sicheres Fahrgefühl sind Steinplatten oder moderne, rutschfeste Holzimitate eine gute Wahl. Hierdurch erhalten die Reifen von Rollstühlen & Co. genügend Grip und der Fahrer kommt gut und sicher voran. Um am Rand oder inmitten des Gartens eine Pause zu machen, kann auch ein größerer Bodenbereich abgedeckt werden. Hier findet sich Platz für einen Gartentisch oder ergänzende Stühle, falls der Rollstuhlfahrer Gäste in seinem Garten begrüßen möchte.

Sicherer Zugang durch Plattformlifte

Um den heimischen Garten überhaupt nutzen zu können, muss ein sicherer Zugang geschaffen werden. Liegt die eigene Wohnung nicht im Erdgeschoss und kann über eine Glastür nach hinten heraus erreicht werden, ist ein Hilfsmittel für Mensch und Rollstuhl notwendig. Ein Plattformlift ist hier eine sinnvolle Anschaffung, die der Rollstuhlfahrer selbst binnen Sekunden bedienen kann.

Alle Infos und Wissenswertes über Plattformlifte im Außenbereich lassen sich online bei Fachhändlern einholen. Hierbei zeigt sich, dass die Nutzung der Lifte für alle Anwohner sinnvoll ist, die Treppen oder einen Absatz zu überwinden haben. Was für die Eingangstür des Hauses gilt, kann auf das Erreichen des Gartens ausgeweitet werden.

Durch die Montage im Außenbereich sind keine engen, baulichen Gegebenheiten wie bei einem Treppenlift im Inneren zu bedenken. Sofern der Lift im Eingangsbereich des Hauses montiert wird, sollte ein sicherer Zugang zum Garten hinter dem Haus geschaffen werden. Im Idealfall wird eine Seite des Hauses gepflastert, damit der Rollstuhlfahrer nach Nutzung des Liftes mit wenigen Fahrbewegungen in den hinteren Bereich gelangt.

Gartenpflege – oft eine Aufgabe für den Profi

Die eigene Gartenpflege dürfte je nach Einschränkungen in der Beweglichkeit zum ernsthaften Problem werden. Das Gießen der Blumen ist oft noch möglich und sollte sich kein Gartenfreund nehmen lassen. Bei der neuen, saisonalen Bepflanzung oder größeren Arbeiten der Gartenpflege ist die Beauftragung eines Profis oder das Vertrauen auf liebe Verwandte und Nachbarn unverzichtbar.

Falls noch keine Rollstuhl benötigt wird, sollten sich Betroffene nicht die Freude an der Gartenarbeit nehmen lassen. Mit einem Rollator oder anderen Mobil ist die Bewegung zwar eingeschränkt. Kleine Arbeiten im Garten tun dem Körper jedoch gut und verhindern, dass der körperliche Verschleiß und der Verlust von Muskelkraft voranschreitet. Hier sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, welche Arbeiten im Garten zur Förderung der Gesundheit akzeptabel sind.

Bedienelemente gut erreichbar anbringen

Bei Hilfsmitteln wie einem Plattformlift sind alle Steuerelemente für Rollstuhlfahrer gut erreichbar. Dieses Konzept sollte für alle weiteren Geräte und Bedienelemente genutzt werden, die sich im eigenen Garten finden lassen. Hierzu gehören:

– Anschluss für den Gartenschlauch
– Höhe von Regentonnen
– Klinken von Gartentoren
– Regale im Gartenschuppen


Da sich die gesundheitliche Situation im Laufe von Monaten und Jahren verändern kann, ist eine sukzessive Anpassung der Umgebung notwendig. Hier sollten Betroffene offen mit Familie oder Nachbarn sprechen, um die gewünschten Anpassungen schnell vorzunehmen. Auch wenn sich niemand gerne eingesteht, dass die körperliche Kraft nicht mehr wie in früheren Jahren ist – eine Nutzung des geliebten Gartens sollte dies niemals ausbremsen.

Vom Garten zur cleveren Alltagsgestaltung

Übrigens: Viele Konzepte von der Liftnutzung bis zur Anpassung von Bedienelementen lassen sich vom Garten in weitere Lebenssituationen übertragen. Diverse Erleichterungen für den Alltag mit Rollstuhl kosten nicht viel Geld und lassen sich mühelos umsetzen. Auch mit geringfügigen Einschränkungen, die einen Rollator oder eine andere Gehhilfe notwendig machen, kann bereits über solche Entlastungen nachgedacht werden. So steigt die Lebensqualität und Sicherheit, von der Gartennutzung bis zur selbstbestimmten Lebensführung.

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