Jagd Erleben in Deutschland

schafterhöhung warum

Die Jagd in Deutschland

Das Jagen ist eine bereits aus der Steinzeit überlieferte Tradition von den Jägern und Sammlern und diente seinerzeit in erster Linie der Beschaffung von Nahrung und Fellen für die Bekleidung.
In unserer Zeit ist das Jagen gesetzlich geregelt und die Jäger sind in Jagdverbänden zusammengeschlossen. Den Jägern gemeinsam sind die Schusswaffen und die grüne Jagdkleidung. Das unerlaubte Jagen wird als Wilderei bezeichnet und ist strafbar. Es kann also nicht jeder, der Lust hat, auf die Jagd gehen. Dazu braucht man einen Jagdschein und um diesen zu bekommen, muss eine Jägerprüfung, die sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil, sowie einer Schießprüfung, zusammensetzt. Erst wer diese besteht, bekommt den Jagdschein.
Bei der Jagd wird in verschiedenen Jagdarten unterschieden, so die Einzeljagd, wo der Jäger den Wald durchsucht oder sich auf einem Hochstand auf die Pirsch legt und auf das Wild wartet. Des Weiteren gibt es noch die so genannte Gesellschaftsjagd, die Treibjagd, bei der die Jäger und auch Hunde das Wild im Wald hochscheuchen und es dann zu den Jägern treiben, die das Wild erlegen. Gesellschaftsjagden sind noch heute in Jägerkreisen beliebte Veranstaltungen.
Die Meinungen über die Jagd sind zwiespältig, während die Jäger der Meinung sind, dass auch das Jagen dem Artenschutz dient, gehen die Tierschützer davon aus, dass die Jagd mehr nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtet werden sollte.

Jäger tragen viel Verantwortung

Die Menschheit beschäftigt sich schon seit je her mit dem Jäger. So gelten wir nach wie vor als Jäger und Sammler. Der Eine im übertragenen Sinn, der Andere im wahrhaftigen. Jäger sind nicht nur Waldhüter, die Tiere schießen, sondern auch – wie bereits der Name des Waldhüters vorspricht – jene wachsamen Augen für den Wald und deren Pflanzen, sowie Lebewesen.
Die Meinung über Jäger spaltet die Menschheit und ihr Denken. So sind einige der Meinung, Jäger dürfen alles und zu jedem Zeitpunkt schießen. Doch dies ist einer der größten Irrglauben. Es gibt so genannte Jagdsaisonen, worin genau definiert ist, wann welches Tier geschossen werden darf oder sogar muss. Denn damit das ökologische Gleichgewicht unter den einzelnen Arten aufrecht erhalten bleibt, muss dieses nötigenfalls durch Menschenhand geschaffen werden. Das heißt, die Überzahl einer bestimmten Tierart wird frei gegeben und eben nicht um des Spaßes Willen, sondern um genanntes Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die Jagd galt anfangs als Sport und ausgeführte Freizeitbeschäftigung für den Adel. Man kennt die berühmt berüchtigten Treibjagden auf dem Pferd mit unzähligen Hunden, der Meute, an den Flanken der Pferde, die hinter einem gehetzten Fuchs oder ähnlichem hinter her keuchen.
Heute ist die Jagd ebenfalls ein Beruf der ganz herkömmlich wie jeder andere Beruf erlernt werden kann. Sollte man sich dazu entscheiden Jäger zu werden, sei es nun hauptberuflich oder als Freizeitausgleich, so sollte man einige Dinge mitbringen. Man benötigt den Spaß an der Natur, die Liebe zu den Tieren und einen gesunden Verstand und die richtige Portion an Vernunft. Denn der Jäger trägt nicht nur für die Tiere und den Wald die Verantwortung, sondern hat mit seinem ihm zur Obhut gelegten Revier eine Menge an Sorgfalt auszuüben. So kann das Aufgabengebiet des Jägers zum perfekten Ausgleich werden.

Jagdzubehör: Kleidung, Waffen und vieles mehr

Wer sich einmal mit einem Jäger unterhalten hat oder selbst zur Jagd geht weiß, dass zu diesem Hobby ein umfangreiches Jagdzubehör notwendig ist, wenn es richtig ausgeübt wird.
Dies beginnt bei der passenden Jagdkleidung. Diese sollte wärmend und zweckmäßig sein aber auch dem Jäger eine gewisse Tarnung bieten, um nicht das zu jagende Wild unnötig aufzuscheuchen. Jagdschuhe müssen den jeweiligen Bodengegebenheiten angepasst werden.
Die Waffen, die zur Jagd benötigt werden, stellen einen weiteren wichtigen Teil des Jagdzubehörs dar. Dies fängt bei unterschiedlichen Gewehren aller Größen und Funktionen an. Ebenso werden verschiedene Messer und eventuell Jagdpistolen gebraucht. Der Wert der Waffen summiert sich im Laufe des Jagdlebens eines Jägers zu einem mittleren Vermögen. Daher wird der Jäger genaue Überlegungen anstellen, welche Waffen er sich kauft und welche Qualität diese haben sollten. Auch Jagdmunition zählt zum dringend benötigten Jagdzubehör.
Für den Transport des erlegten Wildes sind diverse Gefäße und Behältnisse und eventuell auch besondere Einbauten im Kraftfahrzeug des Jägers erforderlich. Möglicherweise werden auch spezielle Kraftfahrzeuge für die Jagd angeschafft, die dann wiederum ebenfalls zum Jagdzubehör zählen.
Jagdzubehör ist in diversen Fachgeschäften aber auch auf Jagdseiten im Internet und im Katalogverkauf (spezielle Jägerkataloge) erhältlich.

Jagdbekleidung – zweckmäßig und komfortabel

Jagdbekleidung ist in unseren Breiten nach wie vor traditions- und brauchtumsgebunden. Doch wenn der Waidmann bei der Jagd nass bis auf die Haut wird, er friert und fröstelt, investiert er beim nächsten Kauf bevorzugt in eine Bekleidung, die wasser- und winddicht ist und für den Freilandaufenthalt besser geeignet.
Jagdbekleidung ist heutzutage von Zweckmäßigkeit und Komfort bestimmt und die mehrlagigen Kleidungsstücke, nach dem Prinzip des Zwiebelsystems an- und ausziehbar, sind besonders für die Jagd geeignet. Die moderne Jagdbekleidung ist für alle Bedingungen geeignet, ist durch die Verarbeitung modernster Materialien und Imprägnierungen wasserresistent, verschleißfest, winddicht, atmungsaktiv und schnell trocknend. Auf die Verarbeitung von Jacken, die besonders dem Wetter ausgesetzt sind, wird besonders viel Aufmerksamkeit und Innovationsgeist gelegt. Jacken sollen geräuscharm, komfortabel, warm, schützend sein und viel Bewegungsfreiheit geben. Ebensolche Ansprüche stellt man an Hosen und Überhosen. Weil ein Jäger im Gelände nicht auffallen soll ist die Jagdkleidung großteils in den Farben grün, olivgrün, braun und schwarz gefertigt. Nur bei Gesellschaftsjagden wird aus Sicherheitsgründen das Tragen von reflektierenden, weiß-orangen Warnwesten über die übliche Jagdbekleidung getragen. Die Jagdbekleidung wird mit passenden, robusten, der Jagd und dem Jagdterrain entsprechenden Bergschuhen, Wanderschuhen oder Gummistiefeln abgerundet.

Die Jagdhose – ein wichtiges Accessoire im Wald

Die Jagdhose ist für jeden Jäger ein wichtiges Kleidungsstück, wenn er sich im Wald auf einem Kontrollgang oder auf der Pirsch befindet. Warum kann ein Jäger sich nicht in Jeans im Wald bewegen? Eine berechtigte Frage, wenn man Laie in Sachen jagen ist. Der Grund liegt in der Farbe der Jagdhose, sowie in ihrem Material. Die klassische Jagdhose ist dunkelgrün und ermöglicht damit dem Jäger, sich unauffällig in seinem Revier zu bewegen. Der Wald wird farblich von Grüntönen und Brauntönen dominiert. Auf abweichende, schrille Farben könnten die Waldbewohner verschreckt reagieren.
Auch das Material ist wichtig. Im Winter braucht der Jäger eine dicke, gut gepolsterte Jagdhose, damit er bei längerem Aufenthalt im Freien nicht friert. Fleece und Wollstoffe eignen sich dafür besonders gut. Im Sommer bei hohen Temperaturen bieten sich Stoffe, wie Leinen oder Baumwolle an, damit der Jäger nicht zu sehr schwitzt. Egal zu welcher Jahreszeit, sollte das Beinkleid eines Jägers im Wald lang sein, denn auf Höhe der Unterschenkel befinden sich in fast jedem Wald dornige Sträucher, die die Haut zerkratzen können. Auch die gefährlichen Zecken könnten bei einer kurzen Hose am Bein des Jägers eine Angriffsfläche finden.

Jagd Jacke – am besten in Tarnfarben

Auch die Jagdjacke spielt eine entscheidende Rolle. Die Jagdjacke muss nicht nur Schutz vor Witterung, so Kälte, Regen, Nässe, Wind bieten, sondern zeitgleich auch komfortabel und praktisch sein. Gute Verarbeitung ist wichtig, denn die Jagdjacke ist erheblichen Strapazen ausgesetzt. Dornen und Gestrüpp sind nicht minder ein Test für die Jagdjacke wie es die Witterung ist.

Erfahre hier mehr zum Thema Jagdjacke

Jagdstiefel

Natürlich gehört auch das passende Schuhwerk zu der Jagdausrüstung zwingend dazu Hierbei spielt es eine große Rolle, welche Art Jagd ansteht. So gibt es erhebliche Unterschiede und Anforderungen in Sachen Jagdstiefel. Hier erfährst du, was es bei den Jagdschuhen zu beachten gilt und welche Jagdstiefel eine gute Wahl sind.

Jagdwaffen

Seit jeher verwenden Menschen Jagdwaffen. Der Gebrauch von Waffen zur Jagd, das heißt, die Benutzung von Hilfsmitteln zum Erlegen oder zum Töten der Beute, unterscheidet den Menschen von allen anderen Raubtieren der Erde. Leider unterscheidet sich der Mensch auch dadurch, dass Jagdwaffen auch zu anderen Zwecken, wie zum Beispiel zum Töten der eigenen Spezies, missbraucht werden.
Jagdwaffen lassen sich sowohl geschichtlich, als auch aufgrund ihrer Funktions- und Bauweise in verschiedene Kategorien unterteilen. Schon in der grauen Vorzeit verstand es der damalige Mensch, seine – gegenüber den meisten Tieren unterlegene – Kraft durch den geschickten Einsatz von Hilfsmitteln, sprich Waffen, wett zu machen und seine Beute beispielsweise durch die Benutzung eines Speeres oder einer Lanze zu erlegen.
Im Verlauf der Geschichte entwickelten sich der Mensch, die Jagdwaffen und auch die Jagdtechnik weiter. So war es durch den Einsatz von Pfeil und Bogen oder durch die Benutzung einer Armbrust, eines Blasrohres oder einer Schusswaffe, nicht mehr notwendig sich der Beute so weit zu nähern, dass sich der Jäger unter Umständen selbst in Lebensgefahr brachte.
In der Vergangenheit wurde die Jagd ausschließlich zur Nahrungsbeschaffung und somit zum Erhalt der Menschen betrieben. Dieses änderte sich im Lauf der Geschichte durch das Entstehen der Wohlstandsgesellschaft vor allem in der westlichen Welt. In der heutigen Zeit wird die Ernährung der Bevölkerung weitgehend durch die industrielle Viehzucht und das Schlachten von Schweinen und Rindern sicher gestellt.

Die Jägerprüfung: Voraussetzung für den Jagdschein

Jagen darf hierzulande nur, wer eine anspruchsvolle Sachkundeprüfung abgelegt hat, die Jägerprüfung. Ihr Bestehen ist die Voraussetzung für die Erteilung eines Jagdscheins. In verschiedenen Bundesländern ist die Zulassung zu dieser Prüfung an eine vorherige Schulung in Theorie und Praxis gebunden, die in der Regel ein Jahr dauert, als Intensivkurs aber auch kürzer sein kann. Diese Schulung kann auch in Jagdschulen absolviert werden, die von verschiedenen Landesjagdverbänden unterhalten werden. In anderen Bundesländern kann man sich auch dann zur Prüfung anmelden, wenn man sich im Alleingang darauf vorbereitet hat.
Die Prüfung besteht dann aus drei Teilen: Einer Schießprüfung, einer schriftlichen Prüfung sowohl mit Multiple-Choice-Fragen, als auch frei zu formulierenden Antworten, und einem praktischen Teil, der gewöhnlich in einem Reviergang besteht. Dabei müssen Fragen mündlich beantwortet werden und es ist die jagdliche Situation zu beurteilen. Nachzuweisen sind in der Jägerprüfung eingehende Kenntnisse über das jagdbare Wild, seine Biologie, seine Hege und die Behandlung des erlegten Wildes, Waffen, einschließlich Waffenrecht und Waffentechnik, Waldbau, Verhütung von Wildschaden, und Naturschutz.
Weil in der Jägerprüfung so umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten nachgewiesen werden müssen, bezeichnet man sie auch gern als „Grünes Abitur“.

Jagdschein

Der Jagdschein erfordert Prüfungen in Theorie, Praxis und Schießen. Jagdscheine werden in Deutschland von den Behörden der Städte oder Landkreise erteilt. Sie berechtigen zur Ausübung der Jagd, soweit die gesetzlichen Bestimmungen sie in bestimmten Revieren erlauben, unter den dort geltenden Bedingungen. Grundsätzlich stehen alle Jagdreviere in Deutschland inklusive des Jagdrechts in Privateigentum und werden häufig an Jagdvereine verpachtet.
Jagdscheine können für verschiedene Zeiträume, von täglicher bis 3-jähriger Dauer, ausgestellt werden. Der Antragsteller muss für einen Jugendschein mindestens das 16. und für den Jagdschein für Erwachsene das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Voraussetzung ist zunächst die bestandene Jägerprüfung, die in den einzelnen Bundesländern zur Vorbereitung unterschiedliche Lehrgänge vorsieht, aber stets mit der Prüfung auf den 3 Gebieten Theorie, Praxis und Schießen mit Flinte und Büchse beschlossen wird.
Außerdem muss der Bewerber ein eintragsfreies polizeiliches Führungszeugnis und die nach dem Waffengesetz erforderliche persönliche Zuverlässigkeit aufweisen. Letztere wird zugunsten des Antragstellers stets vermutet, wenn er die Jägerprüfung bestanden und keine sonstigen Verfehlungen begangen hat.
Weiterhin erhält nur einen Jagdschein, wer den Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung mit Deckungssicherheit für Sach- und Personenschäden über die Mindestbeträge belegt. Derzeit gilt in Deutschland ein Mindesthaftungsumfang für Sachschäden über 50.000 € und für Personenschäden über 500.000 €.
Der Inhaber eines Jagdscheins darf eine Waffenbesitzkarte für 2 Handfeuerwaffen beziehen und unbeschränkt Langwaffen erwerben und besitzen, die aber nach dem Kauf umgehend in die Besitzkarte eingetragen werden müssen.