Aufgepasst beim Weidegang – verschiedene Pflanzen können für Pferde gefährlich sein

Pferde sind freiheitsliebende Tiere, die sich im Sommer auf weitläufigen Weiden besonders wohl fühlen. Und auch im Winter genießen sie täglichen Auslauf in großzügigen Paddocks, bestenfalls in Gesellschaft anderer Rösser. Häufig sind die Freilaufflächen mit Bäumen umgeben, die sowohl Schatten spenden als auch vor starken Winden schützen. Den meisten Pferdebesitzern sind viele Giftpflanzen wie Efeu, Herbstzeitlose und Schwarze Tollkirsche bekannt. Im Bereich der Bäume trifft man allerdings oft auf Unwissenheit. Es gibt einige, die giftig für die Vierbeiner sind. Häufig nehmen sie herabgefallene Blätter und Samen unbeabsichtigt mit auf, schwerwiegende Folgen sind möglich.

Für Pferde giftige Bäume in Deutschland

Bäume auf der Pferdeweide oder dem Auslauf sind zunächst positiv zu bewerten. Beim Neueinpflanzen oder auch dem Einzäunen einer Wiese neben einem vorhandenen Baumbestand ist jedoch Vorsicht angesagt. Einige für Pferde giftige Arten haben wir nachstehend zusammengestellt:

Eiche

Zu den Symptomen einer Vergiftung durch die tanninhaltigen Früchte, Rinde und Blätter der Eiche zählen:

  • Appetitlosigkeit
  • Apathie
  • Blut im Urin
  • Durchfall
  • schwere Koliken

Leber- und Nierenversagen sind mögliche Folgeschäden.

Ahorn

Bereits geringe Mengen von Samen und Blättern sind für Pferde giftig. Die genaue Ursache konnte bisher nicht herausgefunden werden. Dass ein Pilz, der den Baum befällt, mit einer toxischen Wirkung einhergeht, ist eine Theorie. Eine andere vermutet das enthaltene Hypoglycin A im Berg- und Eschenahorn. Vergiftungssymptome, die vor allem im Frühjahr und Herbst auftreten (saisonale Weidemyopathie) sind:

  • dunkler Urin
  • Kolik
  • Krämpfe, Muskelzittern
  • Schwitzen

Etwa 75 Prozent der Tiere mit Weidemyopathie sterben innerhalb von drei Tagen.

Tanne und Fichte

Nadelbäume enthalten Tannine, die toxisch für Pferde sind – zumindest in einem geringen Grad. Werden zum Beispiel eine große Menge an Nadeln, Sprossen und Rinde der Weißtanne verzehrt, können folgende Anzeichen auftauchen:

  • Appetitverlust
  • Leber- sowie Nierenschäden
  • Magenschleimhautentzündung
  • zentrale und Atemlähmung

Die Fichte ist ebenfalls giftig für unsere Rösser. Sie enthält Terpentinöl, das zu Koordinationsschwierigkeiten, gerötete Schleimhäute sowie vermehrten Speichelfluss führen kann.

Kastanie

Die Rosskastanie ist im Gegensatz zur Esskastanie toxisch für Pferde. Insbesondere die in der Fruchtschale befindlichen Glykoside und Saponine können für die Tiere gefährlich werden. Symptome einer Vergiftung sind

  • Benommenheit,
  • Durchfall,
  • vermehrter Durst,
  • Kolik,
  • Muskelzucken und
  • geweitete Pupillen.

In seltenen Fällen endet der Verzehr der Rosskastanie tödlich.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Viel zu oft wird der Baumbestand auf und rund um Pferdeweiden nur wenig beachtet. Wer sein Pferd in einem Pensionsbetrieb einstallt, geht ein Vertragsverhältnis mit dem Anlagenbetreiber ein. Beide Seiten sind verpflichtet, sich so zu verhalten, dass „Leben, körperliche Integrität, Eigentum oder sonstige Güter“ des anderen Teiles nicht verletzt werden. Kommt der Verantwortliche eines Pensionsstalles seiner ihm obliegenden Verpflichtungen nicht nach und wird ihm diesbezüglich ein Verschulden zur Last gelegt, ist dieser schadensersatzpflichtig.

Dies kann ihn teuer zu stehen kommen, weshalb das Augenmerk nicht nur auf etwaige giftige Pflanzen auf der Weide, sondern auch auf die Bäume gelegt werden sollte. Dies gilt besonders im Herbst, wenn die Blätter in größeren Mengen selbst von außen stehenden Pflanzen auf die Pferdekoppel fallen. Für Besitzer von Trägerfahrzeugen lohnt sich in jedem Fall die Anschaffung eines Laubgebläses für den Traktoranbau. Im Vergleich zu etwaigen Schadensersatzansprüchen sind die Anschaffungskosten gering. Mit ihm lässt sich herabgefallenes Laub problemlos aufnehmen, die Zerkleinerung erfolgt direkt durch einen Ventilatorflügel. Die Blätter gelangen in den zugehörigen Behälter und können somit einfach von der Weide entfernt werden.

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