Moos entfernen – Handarbeit oder chemische Keule?

moos entfernen

Moos entfernen 

Endlich Frühling – endlich wieder Zeit für den Garten! Aber vor dem Vergnügen steht wie jedes Jahr zuerst ein gründlicher Frühjahrsputz an. Dazu gehört auch das Entfernen von Moos, das sich während des Winters ungestört und unter idealen Konditionen überall breit gemacht hat – in Wegspalten, im Rasen und sogar auf dem Dach. Wenn das Moos nicht konsequent entfernt wird, breitet es sich immer schneller aus und die Entfernung wird immer schwieriger. Über die Jahre kann es sogar zu Schäden an der Bausubstanz kommen. Es führt also an einer gezielten und gründlichen Moosentfernung im Frühling kein Weg vorbei.

Aber wie kann man dem Unkraut am effektivsten zu Leibe rücken? Welche Methode für Sie am besten ist hängt zum einen davon ab an welchen Stellen Sie das Moos entfernen möchten und zum anderen ob Sie das Unkraut lieber mit oder ohne Chemie vernichten möchten.

Wachstum vermeiden statt Moosentfernen

Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, es ist sinnvoll das ganze Jahr über das Wachstum von Moos zumindest zu verlangsamen.

  • Rasen

Moos braucht zum Wachsen kühle und feuchte Bedingungen. Im Rasen breitet es sich vor allem auf den Flächen aus, die kaum der Sonne ausgesetzt sind oder wo es schön feucht ist. Achten Sie deshalb darauf, dass das Wasser überall gut abfließen kann. Moos im Rasen kann auch ein Zeichen sein, dass der Rasen zu kurz gemäht wird – schattige Flächen sollten nicht kürzer als 4-5 cm gemäht werden

  • Wegspalten

Genau wie im Rasen setzt sich das Moos in den Spalten von Gehwegen fest, wo es schön feucht und von der Sonne geschützt ist. Leider lässt sich ein Gehweg selten so verlegen, dass er nicht auch teilweise im Schatten liegt, aber ihn möglichst trocken zu halten ist ein erster Schritt Moos zu verhindern

  • Dach

Wenn Sie auf Ihrem Dach gerade an bestimmten Stellen verstärkten Mooswuchs feststellen, kann das daran liegen, dass das Regenwasser nicht ungehindert abfließen kann. Das kann durch Mörtelreste, abgesprengte Ziegelteile oder unsachgemäß ausgeführte Metall-Aufkantungen passieren.

Mechanische Methoden zur Moosentfernung

Moos sieht nicht nur unansehnlich aus, es kann auf Dauer auch zu Schäden führen, denn über die Jahre werden die Fassadenfugen undicht und lassen Feuchtigkeit ins Mauerwerk einziehen.

Leider lässt sich Moos auch mit der besten Vorsorge nicht ganz verhindern und so stehen Sie im Frühling unweigerlich vor der Entscheidung den Kampf mit mechanischen Methoden aufzunehmen oder zur Chemie zu greifen. Umweltfreundlicher ist in jedem Fall das mechanische Entfernen, dafür ist es aber auch mit mehr körperlicher Arbeit verbunden.

Wenn Sie das Moos in Handarbeit entfernen, brauchen Sie die richtigen Werkzeuge, damit Sie keine Schäden an den Steinen und Gehwegplatten anrichten. Weiche Drahtbürsten sind ideal für Gehwege und tiefere Fugen lassen sich mit einem Fugenkratzer gut bearbeiten.

Um Ihnen die Entscheidung etwas zu erleichtern haben wir die besten chemiefreien Methoden zusammengestellt:

  • Salzwasser

Die Moosentfernung mit Salzwasser ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern schont gleichzeitig auch den Geldbeutel. Das Salz entzieht dem Moos die Feuchtigkeit, ohne die das Unkraut unweigerlich austrocknet. Die vertrockneten Reste lassen sich dann ganz einfach mit einer Drahtbürste entfernen.

  • Waschsoda

Genau wie Salzwasser ist Waschsoda ein natürliches Hausmittel für die Moosentfernung. Das darin enthaltene Natriumkarbonat hilft nachhaltig beim Entfernen des unerwünschten Unkrauts. Wenn sich bereits eine sehr dicke Moosschicht auf dem betroffenen Bereich gebildet hat, dann sollten sie diese zuerst entfernen, da die Soda-Mischung sonst nicht ihre volle Wirkung entfalten kann. Für die beste Wirkung mischen Sie 20g Waschsoda mit 10l Wasser und besprühen die vermoosten Bereiche. Nach einigen Tagen können Sie das Moos ganz einfach abbürsten. 

  • Essig

Ein weiterer Feind des Mooses ist Essig. Allerdings kann hochprozentiger Essig Schaden in der Flora und Fauna in Ihrem Garten anrichten. Am besten geeignet sind daher sanfte Obst- und Weinessige. Sie können den Essig direkt verwenden oder mit Wasser mischen und dann die vermoosten Stellen besprühen. Nach einigen Tagen sollte das Moos abgestorben sein und sich einfach abbürsten lassen. Wenn noch Moos vorhanden ist können Sie die Prozedur wiederholen.

  • Cola

Ein unerwarteter Verbündeter im Kampf gegen Moos ist Cola. Allerdings ist die Moosentfernung mit Cola nur für kleinere Flächen empfehlenswert. Wenn Sie größere Flächen mit der zuckrigen Limonade behandeln, besteht die Gefahr das alles verklebt und zudem unerwünschte Ameisen und andere Insekten angelockt werden. Die Phosphorsäure in der Cola zersetzt das Moos und verhindert die Neuentstehung. Die Moosentfernung mit Cola eignet sich besonders für unzugängliche Stellen, auf die Sie die Cola unverdünnt sprühen. Wenn das Moos abgestorben ist, können Sie es abkratzen und die Rückstände abspülen.

  • Sand

Diese Methode eignet sich nur für den Moosbefall im Rasen. Moos gedeiht am besten auf lehmigen und daher häufig feuchten Böden. Sand entzieht dem Boden und damit auch dem Unkraut Feuchtigkeit. Das Moos „vertrocknet“ so mit der Zeit. Es dauert aber einige Zeit bis das Moos verschwindet, haben Sie deshalb etwas Geduld. Idealerweise sollten Sie 3 Jahre lang hintereinander nach dem ersten Mähen im Frühling eine Schicht Bausand auf die betroffenen Stellen streuen, so dass nur noch die Grasspitzen herausragen.

  • Kalken

Nicht nur lehmige Böden werden besonders gerne von Moos befallen, sondern auch „saure Böden. Mit einer Bodenanalyse können Sie den pH -Wert ermitteln und wenn dieser zu niedrig ist, heißt das dass der Boden zu sauer ist und optimale Bedingungen für das Unkraut bietet. In diesem Fall ist Kalk ein hilfreicher Moosentferner, da er den pH-Wert anhebt.

  • Vertikutieren

Auch diese Methode eignet sich nur für die Moosentfernung im Rasen. Durch das Vertikutieren wird die Grasnarbe aufgelockert und der Rasen besser mit Sauerstoff versorgt. Der Rasen wächst besser nach und verdrängt das Moos.

  • Hochdruckreiniger

Gegen hartnäckigen Moosbefall auf Wegen oder in Fugen hilft ein Hochdruckreiniger. Bei diesem umweltfreundlichen Moosentferner hält die Wirkung jedoch meistens nicht lange an und das Moos kehrt erneut zurück. Des Weiteren ist zu beachten, dass manchmal der Fugenbelag durch den starken Wasserstrahl gleich mit weggespült wird. Bei dickem Mooswuchs sollten Sie dieses vor dem Reinigen abkratzen. Der Reinigung mit Hochdruck empfiehlt sich besonders als Nachsorge, wenn Sie dem Moos vorher mit Essig, Salzwasser oder Cola zu Leibe gerückt sind.

Mit weniger Aufwand lässt sich Moos mit chemischen Mitteln beseitigen, aber auch diese haben Vor- und Nachteile.

Vor- und Nachteile von chemischen Moosentfernern

Chemische Moosentferner beinhalten Chlor oder Säuren, die die Effektivität des Substrats erheblich verbessern. Eine Wirkung zeigt sich so bereits nach einem kurzen Zeitraum und die Wirkung hält meistens länger an als bei mechanischen Methoden. Zudem ist der Aufwand wesentlich geringer da Sie das Moos damit lediglich einsprühen müssen.

Aber die schnelle Wirkung geht auf die hohen Mengen an Chlor und Säuren zurück, die der Umwelt schaden. Haustiere sollten auf keinen Fall in Kontakt mit hohen Mengen eines chemischen Entferners kommen. Bei häufiger und zu stark konzentrierter Nutzung kann es sogar zu Verunreinigungen des Grundwassers kommen. Chemieprodukte haben zusätzlich den Nachteil, dass die Moosreste danach entfernt werden müssen, dabei können Sie mit den Chemikalien in Kontakt kommen.

Der richtige (chemische) Moosentferner für Ihr Moos

Verschiedene Produkte von Moosentfernern unterscheiden sich typischerweise in ihrem Anwendungsbereich. So gibt es die Produkte speziell für Rasenflächen, Gehwege und für Hauswände und Dächer. Doch wo liegt der Unterschied?

  • Rasen

Bei Produkten für Grünflächen ist der Moosentferner so zusammengesetzt, dass nur das Moos verschwindet, während Gras und andere Pflanzen geschont werden. Die meisten Produkte enthalten zusätzlich noch Eisendünger. Denn bei der Moosvernichtung entstehen häufig unansehnliche kahle Stellen auf der Rasenfläche. Der Eisendünger regt den Graswuchs an damit diese bald verschwinden.

  • Pflastersteine und Gehwege

Bei diesen Produkten ist häufig auch ein Grünbelag- oder Algenentferner beigemischt. Denn auf Steinflächen entsteht neben dem Moos häufig auch ein weiterer Grünbelag, der hier gleich mit entfernt wird. Wichtig ist, dass für Steinflächen gedachter Moosentferner nicht für Rasenflächen genutzt wird, da dies den Rasen stark beschädigen kann.

Fazit:

Ob per Hand oder mit Chemie – letztendlich liegt die Entscheidung bei Ihnen. Schnell und einfach dafür aber umweltschädlicher und teurer oder kostengünstig und dafür aber arbeitsintensiver. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, das Moos muss entfernt werden. Wenn Sie es unbehindert wuchern lassen, dann kann es über die Jahre das Gras in Ihrem Rasen verdrängen und zu undichten Stellen auf Ihrem Dach oder in Ihrem Mauerwerk führen. 

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Marc Landlive Redaktion

Als bekennender Outdoor Fan, Tier Fan und vor allem als jemand, der gerne seinen Tag bei der Gartenarbeit verbringt, schreibe ich für Landlive zu Themen, die mich eben bewegen. Ich hoffe hier dem einen oder der anderen ein paar interessante Tipps geben zu können, wenn es um das Leben mit der Natur geht.