Freiland oder Bio. Infos zur Hühnerhaltung

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Freiland oder Bio – in welcher Haltung sind die Hennen glücklicher?

Ein Huhn scharrt und pickt auf der grünen Wiese, ein anderes flattert staubig im Sandbad – so stellen wir uns das Leben glücklicher Hennen vor. Das Bild mag für die Hobbyhaltung auf dem Lande zutreffen. Die Hühnerwelt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, der schwarze Zahlen erwirtschaftet, sieht ein bisschen anders aus. Damit die Hühner trotzdem artgerecht leben können und der Verbraucher weiß, welche Eier er kauft, hat Deutschland vier Haltungsformen zugelassen.

  • die Kleingruppenhaltung
  • die Bodenhaltung
  • die Freilandhaltung
  • die ökologische Erzeugung

Was bedeutet Kleingruppenhaltung?

Ganz wichtig: Die Kleingruppenhaltung – auch Käfighaltung genannt – stirbt bis 2025 aus. Die Hennen leben hier in Gruppen von bis zu 60 Tieren zusammen. Der Platz ist begrenzt: Einer Henne stehen maximal 900 Quadratzentimeter zu. Der Käfig ist „möbliert“: Neben einem Nest und einer Sitzstange können die Hennen ein bisschen scharren und picken. Die Enge führt zwangsweise zu Konflikten. Verletzungen durch gegenseitiges Picken gehören leider oft zur Tagesordnung. Wie alle Eier, die in den Handel kommen, werden auch Eier aus Kleingruppenhaltung gekennzeichnet. Der Code auf dem Ei fängt hier mit einer „3“ an.

Leben Hühner in der Bodenhaltung artgerechter?

Hühner, die in Bodenhaltung leben, können sich in einem geschlossenen Stall frei bewegen. Bis zu 6.000 Tiere bilden in dieser Haltungsform eine Herde. Auch hier ist es eng: Bis zu neun Hühner leben auf einem Quadratmeter Stallfläche. Natürlich sitzen auch hier die Hühner zum Ruhen auf Sitzstangen. Jedem Huhn stehen 15 Zentimeter zu. Die Stangen sind oft in Etagen angeordnet, das sorgt für eine effizientere Nutzung der Fläche. Zum Eierlegen gehen die Hühner in ihre Nester. Auch das Scharren leben die Hühner hier ausgiebig aus. Einen Teil des Stalles streut der Hühnerhalter mit Stroh, Hobelspänen und anderen Materialien aus. Der so genannte Kaltscharrraum bleibt den größten Teil des Tages zur Nutzung offen. Die restliche Stallfläche besteht häufig aus Gittern, damit der Kot nach unten fallen kann. Über Förderbänder werden die Reste dann automatisch entsorgt. Durch Fenster fällt Tageslicht in den Stall. Eier aus Bodenhaltung tragen eine „2“ im Eier-Code.

Was ist das Besondere an der Freilandhaltung?

Das Wort Freilandhaltung sagt bereits, was sie ausmacht. Die Hühner verbringen den Tag im Freien, sofern sie das denn auch wollen. Während der Stall – in den Abmessungen wie bei der Bodenhaltung – für die Nacht und als Zufluchtsort für schlechtes Wetter dient, sorgt die Auslauffläche für Wind um den Schnabel. Jedem Huhn stehen hier vier Quadratmeter zur Verfügung. Die Fläche sollte möglichst grün bewachsen sein. Manchmal dient das Areal neben der Hühnerhaltung auch noch als Obstgarten. Hühner brauchen Schutz von oben, sonst entfernen sie sich nur wenige Meter vom Stall. Unterstände, Sträucher oder Bäume sorgen auf der Fläche für Fluchtraum bei einem Angriff durch Greifvögel.

In bestimmten Situationen schreiben die Behörden eine Einstallung vor. Damit die Tiere sich auch jetzt bewegen können, haben die Ställe einen „Wintergarten“. Der Raum hat Tageslicht und ist gut belüftet und er macht rund die Hälfte der inneren Stallfläche aus. Der Code aus dem Ei startet bei Freilandhaltung mit einer „1“.

Ist Biohaltung die beste Haltungsform?

Ob die ökologische Haltung nach EG-Öko-Verordnung perfekt ist, darüber lässt sich diskutieren. Hier die Fakten: Pro Quadratmeter Stallfläche leben sechs Hühner. Die Herde ist kleiner als bei den anderen Haltungsformen und umfasst bis zu 3.000 Tieren. Der Platz auf der Sitzstange ist etwas länger – 18 Zentimeter stehen jedem Huhn zu. Draußen ist reichlich Platz. Wie bei der Freilandhaltung pickt jedes Huhn auf vier Quadratmetern Wiese. Der wichtige Unterschied zu den anderen Haltungsformen: Die Hühner bekommen Bio-Futter, wenn möglich aus eigenem Anbau. Auch der Medikamenteneinsatz ist beschränkt. Der Erzeuger-Code auf dem Ei trägt die „0“ ganz vorne.

Fazit: Hühner in ökologischer Haltung haben am meisten Platz und bekommen Bio-Futter. Auf der grünen Wiese im Nachbargarten sind sie bestimmt glücklicher. Aber diese Haltungsform gibt es per Verordnung offiziell in Deutschland nicht.

Auto: Eva-Susanne Kirsch, 03.09.2019