Schleppwild – Erklärung und Infos

was ist schleppwild

Was ist Schleppwild?

Schleppwild – ein Begriff unter dem sich der Laie zunächst nichts vorstellen kann. Klären wir erst einmal den Begriff „Schleppe“: Die Schleppe kommt bei der Hundeausbildung zum Einsatz. Das Ziel ist apportieren für Fortgeschrittene. Der Hund folgt einer Spur über eine längere Strecke und bringt das Apportel, also seinen Fund, zum Hundeführer zurück.

Wie gehen die Ausbilder beim Aufbau der Schleppenarbeit vor?

Der Ausbilder nutzt ein Apportel oder in der weiteren Ausbildung das Schleppwild. Am „Startpunkt“ reibt er mit dem Apportel auf dem Boden und hinterlässt ein paar Haare oder Federn an der Ausgangsstelle. Dann zieht er das Apportel an einer Schnur eine längere Strecke, je nach Ausbildungsstand des Hundes gerade oder kurvig, über das Feld. Am Ende legt der Das Apportel ab und entfernt sich über kleine Umwege. Jetzt kommt der Hund zum Einsatz. Er orientiert sich zunächst am Startpunkt und sucht dann der Spur entlang bis zum Apportel. Danach bringt es der Hund dem Hundeführer zurück
Was sich so einfach anhört, bedeutet viel Disziplin und Ausdauer für Hund und Hundeführer. Ein Einsatz, der sich lohnt und eine Aufgabe, die vor allem Jagdhunden viel Freude und Bewegung bereitet.
Was kommt bei der Schleppausbildung zum Einsatz?

Bei der Schleppe kommen entweder Dummys mit Fellbesatz und Geruchsstoffen zum Einsatz oder Schleppwild. Hierbei handelt es sich um tote Wildtiere, die zur Ausbildung in der Schleppenarbeit von Hunden ihren Einsatz finden. In der Jagdhundeausbildung ist der Begriff des Schleppwilds weit verbreitet. Übungswild ist ebenso ein gängiger Begriff. Das Schleppwild braucht eine gewisse Größe. Daher bevorzugen die Hundeführer ausgewachsene Tiere. Ist das Schleppwild zu klein, gewöhnt sich der Hund einen ungünstigen „Griff“ an, sprich, er trägt das Wild falsch.

Welche Arten von Schleppwild gibt es?

Als Schleppwild stehen Haarwild und Federwild zur Verfügung. Als Haarschleppwild eignet sich Kaninchen, Hase und Fuchs. Wird mit Federschleppwild geübt, kommen eher Fasan, Ente oder Taube zum Einsatz.
Ist das Übungswild frisch oder gefroren?
Meist stehen in der Schleppausbildung keine gerade geschossenen Tiere, also frisches Wild, zur Verfügung. Eine Lösung ist das Einfrieren des Wildes. So stehen Hühner und Vögel ausreichend zur Verfügung und werden bei Bedarf genutzt. Eine Alternative ist Trockenwild.

Warum ist die Qualität von Schleppwild so wichtig?

Damit das gefrorene Schleppwild eine gute Qualität hat und vom Hund gerne angenommen wird, wickelt der Jäger oder Hundeführer das erlegte Tier in Tücher oder Papier und packt es anschließend in eine Tüte. Anschließend friert der Hundeführer es in einer Tiefkühltruhe ein. Das Papier oder die Tücher rund um das Wild saugen später das Wasser beim Auftauen auf. Um ausreichend Material für die Schleppenausbildung zu bevorraten, kontaktiert der Jäger oder Hundeführer am einfachsten die Jagdnachbarn. Bei Federwild ist es wichtig, auf ein dichtes, voll ausgeprägtes Gefieder zu achten. Gerade, wenn der Ausbilder das Schleppwild mehrfach einsetzt, gehen die Federn schnell verloren und das Tier sieht gerupft aus. Dagegen hilft auch das Überstülpen eines Netzes. Ein helles Gefieder erleichtert dem Hund optisch das Auffinden der Übungsbeute.
Bei Haarschleppwild ist die Qualität besonders wichtig. Manche Hunde sind sehr anspruchsvoll. Nur frisches, hochwertiges und wenig beschädigtes Wild eignet sich.
Vor der Schlepparbeit sollte das „Beutetier“ vollständig auftauen. Hunde haben nicht gerne steife Tiere im Maul. Wenn das Schleppwild auf der Wiese oder am Teich zu nass und schwer ist, eignet sich Küchenpapier gut zum Trocknen.
Nach dem Einsatz wandert das Wild bis zum nächsten Training wieder in der Tiefkühltruhe, sonst lassen Maden das Fleisch schnell verderben.

Wo kaufe ich Schleppwild?

Steht in der Region kein Schleppwild zur Verfügung, greift der Hundeführer gerne auf Versandfirmen zurück. Hier können Jäger und Hundeausbilder aus der Nachbarschaft sicher eine Empfehlung aussprechen. Neben einer großen Auswahl an gefrorenem Schleppwild stehen auch Apportiergegenstände und Fell-Dummys zur Auswahl.

Autor: Eva-Susanne Kirsch, 06.09.2019