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Bauernhofpädagogik – das grüne Klassenzimmer in der Landwirtschaft

Bauernhofpädagogik, das heißt Lernen auf dem Bauernhof. Schüler lernen, wo das Mehl herkommt, das die Kuh nicht lila ist und Pommes Frittes aus Kartoffeln geschnitten werden.

Landwirtschaft für die kleinsten – der Bauernhofkindergarten

Kleine Kinder erleben die Natur mit allen Sinnen. Sie lieben das freie Spiel draußen und lernen gerne durch das Mitwirken bei der Arbeit. Bauernhofkindergärten sind direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb angeschlossen. Dadurch erleben die Kinder den Lauf der Jahreszeiten und alle notwendigen Arbeiten. Sie lernen die Arbeiten im Garten und auf dem Feld kennen. Sie spielen mit der unendlichen Vielfalt der Naturmaterialien vom Holz bis zum Tannenzapfen.

Die Organisation und der Betrieb der Kindertagesstätte unterliegen den landesüblichen Regelungen und werden abgekoppelt vom landwirtschaftlichen Betrieb als eigene Einheit geführt. Die Betreuung und Erziehungsarbeit erfolgt durch pädagogische Fachkräfte.

Ein grüner außerschulischer Lernort

Dem Kindergarten entwachsen, steigt das Interesse von Schülern an der weiteren Umgebung. Hier steht aber nicht die Umwelt in der Natur im Vordergrund, sondern Computer, Smartphone und damit Social Media. So entfernen sich Kinder und Jugendliche immer weiter von der Natur. Gerade Stadtkinder verlieren das Gefühl für den Umgang mit Lebewesen, unabhängig davon, ob es sich um Pflanzen oder Tiere handelt. Im Alltag spielen Feld, Wald und Wiese keine Rolle mehr.

Dieser Kreislauf lässt sich durchbrechen. Außerschulische Lernorte in der Natur bilden einen Gegenpol zur „künstlichen“ Umgebung in der Schule und im Zuhause. Der Bauernhof ist ein idealer Platz für das Lernen im Grünen. Hier ein paar Beispiele:

Der Jahreskreis

Von März bis Dezember bietet der Bauernhof Gelegenheit mit jahreszeitlich abgestimmten Aktionen den Kreislauf der Natur zu erleben. Im Frühjahr steht die Bearbeitung des Bodens und das Säen im Vordergrund, im Sommer folgen viele Ernten von Gemüse und Obst, im Herbst geht es ins Kartoffelfeld. Dazwischen entstehen Bienenhotels, werden Nistkästen gebaut und die Bauernhoftiere besucht. Gerade wenn durch ein regelmäßiges Angebot eine Gruppe zusammenwächst, können alle Beteiligten die Früchte der Arbeit ernten.

Der Kuschelbauernhof

Für das Grundschulalter bietet sich ein Kuschelbauernhof an, indem die Kinder die Tiere auch versorgen müssen. Im Hühnerstall können sie füttern und Eier sammeln, bei Ziegen und Schafen füttern sie und geben den Lämmern die Milchflaschen, die Kaninchen werden ausgemistet und gestreichelt. Auf diese Weise lernen Schulkinder den Umgang mit Nutztieren und die Verantwortung für Lebewesen. Ältere Schulkinder lassen sich in Form von Pflegeverhältnissen einbinden. Wohnen Kinder in der Nähe können sie an festen Tagen die Pflege bestimmter Tiere unter Aufsicht übernehmen.

Jugend und Bauernhof

Im Jugendalter bieten sich Projekte zu Themen der Nahrungsmittelproduktion oder der ökologischen Bewirtschaftung an. Engagierte junge Leute diskutieren zur Ethik der Nutztierhaltung. Kochaktionen leiten zu vegetarischer oder veganer Ernährung an. Ein großer Bereich, den Schüler weiterführender Schulen in großen Bereichen frei gestalten können. Der Lernort Bauernhof aber bleibt.

Ferien auf dem Bauernhof

Gerade Bauernhöfe mit mehreren Betriebszweigen bieten sich als Ort für eine Ferienfreizeit mit oder ohne Übernachtungen an. Neben der Arbeit auf dem Hof kommen Spiel und Spaß bei Ausflügen nicht zu kurz. Eine Übernachtung im Stroh oder in einem alten Stall ist immer ein Highlight.

Wer nicht über die Betreuungskapazitäten für Jugendgruppen verfügt, kann Familien einen erlebnisreichen Urlaub anbieten. Eine Kooperation mit Nachbarhöfen ermöglicht eine Trennung zwischen dem „Spielplatz Bauernhof“ und dem Betrieb des Hotels oder der Ferienwohnungen: eine Win-win-Situation für alle Seiten. Ein Ferienbauernhof integriert Erlebnisarbeit in sein Tagesprogramm, bietet die Tierpflege oder die Mitarbeit im Garten an und sorgt für ausreichend Platz für Spiel und Spaß außerhalb des Bauernhofes. Dazu gehört eine große Wiese, ein Spielplatz oder ein Bolzplatz ebenso wie ein Spielwald oder eine Spielscheune mit viel Stroh.

Therapieort Bauernhof

Auf dem Bauernhof leben viele Tiere, die in der Therapie ihren Einsatz finden. Bei Pferden steht das therapeutische Reiten im Vordergrund. Lamas und Alpakas eignen sich für das Erlebnis mit dem Tier bei der Pflege oder einem Spaziergang. Hunde fordern zu Aktivität heraus und halten weniger mobile Menschen auf den Beinen. Intelligente Schweine sind wunderbare Spielkameraden. Die Pflege und die Beobachtung von Hühnern, Schafen und Ziegen beruhigt und lenkt von Problemen des Alltags ab.

Teambuilding auf dem Bauernhof

Der Betriebsausflug auf den Bauernhof verbindet das Team mit Spaß und Motivation. Bei den teambildenden Maßnahmen geht es weniger um Wissensvermittlung als um Spiel, Spaß und – für den Betrieb wichtig – gemeinsame Verantwortung. So können bestimmte Arbeiten wie eine gemeinsame Strohernte die Teilnehmer an persönliche Grenzen bringen und die gegenseitige Unterstützung fördern. Im Mittelpunkt kann aber auch der Bau eines Schafstalls mit abschießendem Essen am Lagerfeuer stehen.

Wo lerne ich Bauernhofpädagogik?

Bauernhofpädagogik ist das Richtige für alle, die Spaß an Tieren, Pflanzen und dem Umgang mit Kindern haben. In vielen Ländern bieten die Landwirtschaftskammern umfangreiche Fortbildungen an. Zur Zielgruppe gehören Landwirte, an der Landwirtschaft Interessierte und Pädagogen. Hier einige Angebote in Deutschland:

Schleswig-Holstein

Niedersachsen/Bremen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Baden-Württemberg

Bayern

Thüringen

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