Streuobstwiesen – So wichtig für die Natur!

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Warum sind Streuobstwiesen wichtig für die Natur?

Ende des Sommers lachen sie uns auf den Streuobstwiesen entgegen – knallrote Äpfel, leuchtend gelbe Birnen und intensiv-blaue Pflaumen. Die Haselnusssträucher am Wiesenrand sind packevoll, die Walnussbäume bersten vor knackigen Nüssen. Nicht nur wir Menschen bekommen jetzt Appetit, auch die Tier- und Pflanzenwelt erfreut sich an unseren Streuobstwiesen.

Warum lieben Pflanzen und Tiere Streuobstwiesen?

Vor allem ältere Streuobstwiesen bieten vielen Arten ein Zuhause. Aber warum ist das so? Die Baumarten spenden unterschiedlichsten Lebewesen Unterkunft und Nahrung. Der Wechsel von Schatten und Licht unter den Bäumen sorgt für Vielfalt bei Gräsern und Wildkräutern. Eine extensive Mahd oder Beweidung ermöglicht anderen Arten das Überleben als eine intensive Pflege. Der Pflanzenschutz tritt in den Hintergrund und die wenigen Pflegemaßnahmen geben Tiere und Pflanzen ausreichend Ruhe. Das Nahrungsangebot ist groß – das Fallobst und der nicht gepflückte Rest der Ernte schmecken Insekten und kleinen Säugetieren wie Igeln und Eichhörnchen.

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Welche Säugetiere wohnen auf der Wiese?

Igeln schmeckt vor allem das Fallobst, das schon früh im Sommer bis zum Winterbeginn immer wieder anfällt. Im feuchten Gras warten die Schnecken geradezu auf die stacheligen Gesellen. Unter alten Holzstämmen oder in Holzstapeln finden die Igel darüber hinaus schnell einen Platz zum Überwintern. Eichhörnchen verspeisen Samen und Früchte, holen aber auch junge Vögel aus ihren Nestern. Mäuse lieben Grassamen, Insekten und das Obst und vermehren sich massiv, um dann wieder Nahrung von Greifvögeln und Füchsen zu werden. Amphibien sind auf der Streuobstwiese gerne zu Gast.

Bieten Streuobstwiesen einen Lebensraum für Insekten?

Die Streuobstwiesen bieten einen bunten Lebensraum für Spinnen und Insekten. Im feuchten Boden unter den Bäumen entwickeln sich viele Insektenlarven zügig. Hinter der Rinde und im Totholz liegen hervorragende Verstecke. Die Blüte der Obstbäume bietet neben den Honigbieten vielen Wildbienen und Hummeln ausreichend Nahrung. Wenn unterschiedliche Obstbäume zu verschiedenen Zeitpunkten blühen, ist der Effekt umso stärker. Ist die Blüte der Obstbäume dann vorbei, öffnen sich die Knospen der Wiesenkräuter. Weitere späte Blüten setzen den Nahrungsreichtum fort bis das süße Obst Futter bietet.

Jede Schmetterlingsart ist auf ihren Lebensraum spezialisiert. Auf dem reich gedeckten Tisch der Streuobstwiese fühlt sich vor allem der Admiral zur Zeit des gärenden Fallobstes sehr wohl. Der C-Falter saugt mit viel Geschickt den Saft aus den Pflaumen.

Lieben Vögel Streuobstwiesen?

Wo es Insekten leben, bleiben die Vögel nicht lange fern. Eine gewachsene Streuobstwiese ist Heimat für viele Vogelarten. Die Höhlen und Nischen in alten Bäumen dienen einigen als Nistplatz. Grünspechte lieben lichte Bestände und so sind die Streuobstwiesen ein perfekter Standort. In den gemähten Randbereichen findet er in den Ameisennestern sein Futter. Mit dem kräftigen Schnabel bearbeitet er vorhandene Löcher und baut so Bruthöhlen. Meisen, Kleiber und viele andere nutzen die Höhlen später weiter.

Auch die Greifvögel lieben Streuobstwiesen. Mangels Höhlen helfen Naturschützer dem Steinkauz mit Nistkästen weiter. Die Eule geht am liebsten nachts auf der gemähten Wiese auf Mäusejagd. Weit fliegen mag sie dafür nicht. Darüber hinaus mögen Fledermäuse die Höhlen in alten Obstbäumen. Die reiche Auswahl an Insekten sichert ihr Überleben. So leben mehr als zehn Arten auf und von Streuobstwiesen. Dazu gehören auch selten Arten wie die Bechsteinfledermaus oder Mopsfledermaus.
Erhalten die Wiesen alte Sorten?

Die Streuobstwiesen bieten aber noch viel mehr.

So werden in der extensiven Nutzung alte Obstsorten erhalten. Die Goldparmäne oder der Rosenapfel kennt kaum noch jemand. Doch der Verkauf auf Märkten und ab Hof bringt den Naturliebhabern die Vielfalt geschmacklich näher. Der Saft von Streuobstwiesen birgt ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Alte Produktionsverfahren sind aufwändig und daher zahlen sich daher nicht aus. Wenn Naturschützer hier tätig sind, retten sie neben der Natur auch noch ein Stück Kultur. So geraten die weiß blühenden Wiesen nicht in Vergessenheit.


Autor: Eva-Susanne Kirsch, 03.09.19

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Marc Landlive Redaktion

Als bekennender Outdoor Fan, Tier Fan und vor allem als jemand, der gerne seinen Tag bei der Gartenarbeit verbringt, schreibe ich für Landlive zu Themen, die mich eben bewegen. Ich hoffe hier dem einen oder der einen oder anderen ein paar interessante Tipps geben zu können, wenn es um das Leben mit der Natur geht.