Ratgeber Textilien – warum man genauer hinschauen sollte

Als sich unsere Urahnen erstmals Tierfelle um die Schultern legten, war die Grundidee geboren: Kleidung schützt vor Kälte, Nässe und Wind. Im Laufe von Jahrtausenden perfektionierten Menschen die Textilherstellung. Spinnen und Gerben, Nähen und Weben –  was früher in Handarbeit entstand, übernimmt heutzutage die industrielle Produktion. Textilien drücken sozialen Status aus, ergänzen die Wohnausstattung und werden in der Arbeitswelt benötigt. Beim Kauf von Kleidung, Gardinen oder Bettwäsche weiß man jedoch meistens nicht, wo und wie sie hergestellt wurden. Was man jedoch erkennt: Material, Verarbeitungsqualität und Markenname. Wer auf gesunde, umweltschonende oder fair entlohnte Textilien Wert legt, kann aus diesen Merkmalen so manches herleiten.

Ungesunde Textilien vermeiden   

Im Alltag ist oft unklar, wie Textilien unsere Gesundheit beeinträchtigen können. Ein Beispiel: Wer im eigenen Garten einen Pool oder eine Outdoor-Sauna errichtet hat, möchte sich gesund und fit halten. Auf dem Weg durch den Garten, in der Sauna oder nach dem Schwimmen kommen Textilien zum Einsatz. Handelt es sich um hochwertige Bademäntel und Handtücher, ist das kein Problem. Aber was ist, wenn die Textilien Schadstoffe enthalten? Nach Saunabesuch oder Schwimmen sind Hautporen besonders empfindsam. Kommen sie jetzt in direkten Kontakt mit chemischen Rückständen aus Textilien, gelangen diese schnell in den Körper. Was Spaß und Gesundheit fördern soll, wird so zur gesundheitlichen Belastung. Bedenkliche Rückstände sind in Textilwaren keine Seltenheit. Sie können in Bettwäsche, Kleidung oder Teppichen lauern. Häufig lösen sie Allergien aus oder verstärken diese. Bei der Materialqualität sollte man deshalb auf Textilsiegel achten, die eine geprüfte Schadstofffreiheit nachweisen. Dazu gehören die Siegel von OEKO-TEX, das GOTS-Siegel oder im Bereich Sportkleidung und Jeans das Bluesign-Siegel.

Umweltschädliche Textilien reduzieren

Beim Waschen von synthetischen Textilien aus Polyester, Polyamid oder Elastan kommt es zu Abrieb. Laut Umweltbundesamt befördern deutsche Waschmaschinen pro Jahr 80 bis 400 Tonnen Mikroplastik ins Abwasser. Folgenlos bleibt das nicht. 2015 untersuchten irische Wissenschaftler die Fische im Nordwest-Atlantik. In deren Bäuchen fanden sie unter anderem Mikroplastik aus Funktionskleidung und Fleece-Pullovern. Wer umweltschonend einkaufen möchte, sollte bei Synthetikfasern zurückhaltend bleiben. Sie werden in der Natur nicht abgebaut.  Das ist bei Naturfasern anders. Trotzdem sind auch sie nicht automatisch umweltschonend. Vieles hängt von Herkunft, Anbau und Weiterverarbeitung ab. Vor allem der Baumwollanbau bewirkt viele Umweltschäden. Nachhaltiger Konsum hilft viel. Es schont die Umwelt, beim Kauf auf hochwertige Verarbeitung zu setzen. Je länger Textilien in gleichbleibender Qualität verwendbar sind, umso besser ist das für die Ökobilanz.

Faire Textilien beachten

Auf dem Weltmarkt spielen Einkommensunterschiede eine große Rolle. Fabriken, in denen echte Menschen an Nähmaschinen Kleidung nähen, stehen oft in Asien und Afrika. So bleiben die Textilien für westliche Länder preisgünstig. Leider werden die Löhne zusätzlich gedrückt oder Kosten beim Arbeitsschutz gespart. Deshalb wurde 2014 in das sogenannte Textilbündnis gegründet. An den beteiligten Herstellern kann man erkennen, wer sich für soziale und ökologische Fortschritte einsetzt. Allerdings geht es dabei um Standards für das Ausland. Nicht vergessen sollte man den deutschen Mittelstand, der Arbeitsplätze im eigenen Land sichert. Die deutsche Textilindustrie ist klein, aber fein. Das heißt: Sie bietet für Standardpreise sehr hohe Qualität, experimentiert mit natürlichen Materialien oder erfindet praktische Dinge wie das Spannbettlaken. Oft werden diese heimischen Unternehmen vergessen, wenn es um bewussten und sinnvoll durchdachten Einkauf geht.

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