Tipps für den Heckenschnitt

Die Hecke zu schneiden, ist keine große Sache. Wer dabei ein paar Tipps beachtet, kann sich über ein akkurates Ergebnis freuen. Für die meisten Hobbygärtner ist einmal im Jahr Zeit, die Hecken im Garten zu schneiden. Meist erfolgt dieser Schnitt um den 24. Juni, den Johannistag. Das ist bei den meisten Heckenpflanzen die Zeit nach dem ersten Jahrestrieb und vor dem zweiten, dem sogenannten Johannistrieb.

Der beste Zeitpunkt

Forscher an der Sächsischen Landesanstalt für Gartenbau Dresden-Pillnitz haben in mehrjährigen Versuchen herausgefunden, dass die meisten Heckenpflanzen dichter und gleichmäßiger wachsen, wenn der erste Schnitt bereits zwischen Mitte und Ende Februar erfolgt. Das ist der richtige Zeitpunkt, um die Hecke in die gewünschte Form und Größe zu schneiden. Zum Sommeranfang erfolgt nur noch ein schwächerer Rückschnitt, um die Hecke wieder in Form zu schneiden. Ausnahme dabei bilden Frühjahrsblüher. Wichtig ist, den neuen Jahrestrieb zu etwa ein Drittel stehen zu lassen. Eine bewährte Form für schöne Hecken ist die Trapezform, dabei ist die Basis breiter und die Krone schmaler.

Das richtige Werkzeug für den Heckenschnitt

Abbildung 2: Mit den richtigen Hilfsmitteln, wie der Teleskop-Heckenschere und einer stabilen Leiter, lassen sich auch hohe oder schwer zugängliche Hecken schneiden.

Junge Gehölze und Triebe lassen sich mit einer Gartenschere zurückschneiden. Für kleinere Hecken und jüngere Triebe ist eine Hand-Heckenschere vollkommen ausreichend. Für größere Flächen bieten sich Elektro-, Akku- und Benzin-Heckenscheren an. Ist die Hecke besonders hoch oder schwer zugänglich, kann sich die Anschaffung einer Teleskop-Heckenschere lohnen. In größeren Gärten, die häufig ausladendere Heckenbepflanzungen haben, ist eine Akku-Heckenschere eine große Hilfe. Sie ist im Gegensatz zur Elektro-Heckenschere leichter zu handhaben. Zudem besteht nicht die Gefahr, aus Versehen das Kabel durchzuschneiden. Vor dem Kauf lohnt es sich, die verschiedenen Akku-Heckenscheren miteinander zu vergleichen.

Der erste Schnitt im Februar

Mitte Ende Februar sollte der erste Heckenschnitt erfolgen. Das hat den Vorteil, dass die Triebe so zeitig noch nicht voll im Saft stehen. Sie vertragen einen Rückschnitt besser. Zudem haben die Vögel noch nicht angefangen zu brüten und es besteht keine Gefahr für neu angelegte Nester. Der frühe Schnitt hat einen weiteren Vorteil. Die Pflanzen brauchen eine gewisse Regenerationszeit. Häufig treiben sie erst im Mai richtig aus. Bis dahin steht eine akkurat geschnittene und gepflegte Hecke im Garten.

Rückschnitt im Juni

Um den Johannistag herum ist es dann Zeit für den zweiten Rückschnitt. Dabei bleibt der neue Jahrestrieb zu etwa einem Drittel stehen. Es ist nicht empfehlenswert, die Hecke weiter zurückzuschneiden. Das würde der Pflanze viel Substanz rauben und die Nährstoffverluste wären zu groß. Den Rest des Jahres darf die Hecke in Ruhe wachsen. Der nächste Schnitt erfolgt dann erst wieder im Februar. Dabei darf sie dann wieder auf die gewünschte Höhe geschnitten werden.

Kein Rückschnitt im Februar bei Frühjahrsblühern

Abbildung 3: Frühjahrsblüher, wie diese Forsythie, sollten keinen Schnitt im Februar erhalten. Das könnte zur Folge haben, dass der Strauch gar nicht blüht.

Im Frühjahr blühende Hecken, wie Blutpflaumen oder Forsythien, bekommen im Februar keinen Rückschnitt. Bei den Frühblühern erfolgt der Rückschnitt nach der Blütezeit. Ein Schnitt im Februar würde die Blütenpracht unnötig dämpfen. Sollte ein zweiter Schnitt nötig sein, erfolgt dieser ebenfalls um den Johannistag. Ein späterer Schnitt könnte verhindern, dass die Sträucher neue Blütenknospen für das nächste Frühjahr ansetzen und dann bliebe die Pflanze ohne Blüten. Bei diesen Sträuchern genügt in der Regel ein Formschnitt pro Jahr.

Der ideale Schnitt

Im Idealfall haben Heckenpflanzen Trapezform. Es ist auf jeden Fall zu vermeiden, die Hecken oben breiter als unten zu schneiden. Sind Hecken oben zu breit, machen sie sich selbst Schatten. Da die Zweige oben von Natur aus stärker wachsen als die unteren, kann dies leicht passieren. Erhalten die unteren Blätter allerdings zu wenig Licht, werden sie mit der Zeit kahl. Bei Thuja (Lebensbaum) oder Scheinzypressen bleiben diese Stellen dann für immer kahl und werden mit der Zeit braun. Die Trapezform verhindert, dass die Pflanzen am Fuß verkahlen.

Die Breite der Hecke sollte sich am natürlichen Pflanzenwuchs orientieren. Ein Kirschlorbeer braucht mehr Volumen. Die Hainbuche wächst eher baumartig und muss nicht so ausladend sein.

Eine Hecke gerade schneiden – wie geht das?

Die Heckenkrone lässt sich mit einem Trick schön gerade schneiden. Zur Orientierung dienen Hilfslinien. Seitlich der Hecke eingesteckte Stäbe und eine dazwischen gespannte Schnur markieren dabei die gewünschte Höhe. Dellen und Hügel, die beim Freihandschnitt oft entstehen, lassen sich durch die richtige Körperhaltung vermeiden: die Arme genau waagerecht halten. Die leichten Schwenkbewegungen kommen aus dem Rücken heraus. Je stärker sich dabei die Arme bewegen, umso ungleichmäßiger ist das dabei entstehende Schnittbild.

Damit die Heckenflanken schön gerade werden, so hinstellen, dass die Blickrichtung zum Ende der ungeschnittenen Hecke gerichtet ist. Die Heckenschere möglichst parallel zur Hecke und mit weitgehend gestreckten Armen halten. Die Hecke mit gleichmäßigen Auf-und-Ab-Bewegungen, die aus den Schultern kommen, schneiden.

Bundesnaturschutzgesetz macht Vorgaben

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es nur in den Wintermonaten vom 1. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt, Hecken zu schneiden und zu roden. Wer im Frühjahr oder Sommer seine Hecken schneidet, dem droht ein saftiges Bußgeld. Das gilt insbesondere für einen radikalen Heckenschnitt. Ein schonender und pflegender Schnitt in der Zeit von März bis September ist jedoch erlaubt. Grund für diese strenge Gesetzeslage ist der Schutz der heimischen Tierwelt. Viele Vögel nisten ab März in Hecken und Sträuchern. Vor dem Pflegeschnitt ist es deshalb wichtig, die Hecke auf nistende Vögel zu untersuchen.

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